DIL14-Quarzoszillator gesucht

Feb 25, 2025 Last reply: 1 year ago 35 Replies

Hi,



jeder hier kennt sie wohl: die Quarzoszillatoren im kleinen Metallgehäuse mit 4 Anschlusspins, die ins DIL14-Raster passen.



Ich suche so ein Teil, das auf 50 MHz schwingt - aber das wäre zu einfach. Es soll nämlich temperaturkompensiert sein, also frequenzmäßig im Bereich von 15-30° C möglichst nicht wandern. Kann jemand hier so ein Teil empfehlen, das aber auch bezahlbar ist?



Hofft



Reinhard


Am 25.02.2025 um 13:07 schrieb Reinhard Zwirner:

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Am 25.02.2025 um 13:07 schrieb Reinhard Zwirner:

Du wirst von den DIL-Oszillatoren, auch temperaturkompensiert, enttäuscht sein. Eine Stabilität von 25 ppm kannst Du damit erreichen, das sind 1250 Hz bei 50 MHz.

Wenn Du was Vernünftiges willst, würde ich gleich zu einem OCXO greifen.

Schlechte Erfahrung habe ich gemacht mit Morion.

Gute Erfahrung habe ich gemacht mit Taitien aus Südkorea.

Wenn Du was ganz Gutes willst, dann Axiom, Deutschland, dann bist aber mit 350 Euronen dabei.

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Am 25.02.2025 um 13:07 schrieb Reinhard Zwirner:

Du wirst von den DIL-Oszillatoren, auch temperaturkompensiert, enttäuscht sein. Eine Stabilität von 25 ppm kannst Du damit erreichen, das sind 1250 Hz bei 50 MHz.

Wenn Du was Vernünftiges willst, würde ich gleich zu einem OCXO greifen.

Schlechte Erfahrung habe ich gemacht mit Morion.

Gute Erfahrung habe ich gemacht mit Taitien aus Südkorea.

Wenn Du was ganz Gutes willst, dann Axtal, Deutschland, dann bist aber mit 350 Euronen dabei.

Hi Leo,

Da Reinhard nicht quantifiziert hatte, was für ihn "möglichst nicht wandern" heißt, ist doch nicht wirklich zu sagen, ob 25 ppm für seine Bedürfnisse gut genug ist.

Was auch immer Reinhard für bezahlbar hält. Was sind schon 350 € für höchste Präzision, wenn man sie wirklich braucht. Wenn man ein Produkt im sub-k€ Segment anbieten will, wird es wohl eher eng in der Kalkulation, wenn die Teile dreistellig kosten.

Just my 2 ct

Marte

Am 25.02.2025 um 13:07 schrieb Reinhard Zwirner:

Möglichst sollte das kein Oszillator. Die Realität sieht anders aus, TCXO wandern weniger als reine Quarze, aber immer noch teils deutlich. Man sollte vor allem keine alten TCXO nehmen, die sind meist deutlich schlechter als moderne. DIP-14 ist inzwischen schwerer zu bekommen, die meisten sind SMD, die könnte man aber auf eine Adapterplatine packen. Digikey listet sehr viele, Angaben zu Versorgungsspannung, Ausgangssignalform und Abstimmbereich fehlen hier, sodaß da kaum eine Empfehlung ausgesprochen werden kann. Man kann natürlich auch einfach das erstbeste Chinesenprodukt von Aliexpress oder eBay kaufen und sich dann ärgern, da sind aber die Datenblattangaben sehr hübsch und oft 1 Zehnerpotenz besser als bei Markenherstellern.

Bernd

Glaube ich nicht, das sind 13 Minuten im Jahr. Die Uhr in meinem Auto, bei der bestimmt nichts teures verbaut ist und deren Temperatur eine Größenordnung mehr schwankt als meine Wohnung, hat weniger als 2 ppm Abweichung.

Für das Geld habe ich früher komplette Autos einschließlich Uhr gekauft.

In DIL-14: schwierig, sowas wird kaum noch gebaut. SMD 7*5mm ist bereits deutlich auf dem absteigenden Ast.

Was sind denn die genauen Anforderungen an die Stabilität? "möglichst nicht wandern" kann man schlecht kaufen.

TCXO mit +-1ppm gibt es reichlich in der 2-3€-Klasse:

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müsstest Du halt passend adaptieren - mit einer kleinen Adapterplatine sollte das ja problemlos gehen bei den Flächenverhältnissen.

TCXO um 100-200ppb gibt es noch in der 20€-Klasse, danach landest Du dann bei OCXOs zu deutlich höheren Preisen.

cu Michael

Das sind Uhrenquarze. Die sind besser als die 08/15 TTL-Oszillatoren, haben aber auch /erheblich/ geringere Frequenzen (~32kHz).

Damals, als die Erde noch eine Scheibe war...

Marcel

Am 25.02.2025 um 19:53 schrieb Marcel Mueller:

Uhrenquarze sind zwar sehr genau, die Temperaturdrift sollte aber identischen sein oder? Computerquarze haben schon deutlich höhere Toleranzen weil es auf ein paar Hertz eh nicht ankommt.

Am 25.02.25 um 15:54 schrieb Leo Baumann:

Nur anekdotisch am Rande. Ich habe mich in den 80'rn theoretisch für alles mögliche Elektronische interessiert. Was meist auf den Kauf von Büchern darüber endete. Z.b. die damals häufig an zu treffenden Radio-Praktiker Bücher (RPB?) von denen ich speziell das "Sender Baubuch für Kurzwellen-Amateure" faszinierend fand. Der Autor (Ing. Steinhöfel o.ä.) beschrieb neben etlicher Anekdoten über HF und Hochspannung auch den Selbstbau eines Hauptoszillators in einem Thermostatischen Gehäuse.

Das war allerdings allesamt Röhrentechnik, so m.W. auch dieser Hauptoszillator. Eingebettet in eine Holzkonstruktion, darin ein Kasten mit Konstantan-draht umwickelt und obendrauf ein Thermostat-schalter.

Er schwärmte von dessen Konstanz aber ich vermute nach heutigen Maßstäben wäre die kalter Kaffee. Und sein Sender sollte AFAIR auch nur die Bänder von 160 - 20 Meter (wellenlänge) abdecken. Kurzwelle eben.

Ein anderes Baubuch handelte von UKW-Sendern. Dürfte Frequenz-mäßig schon eher die Richtung des OP sein. Aber dort ging's schon mit Transistoren zu. Und u.a. mit einem Drehko an dem ein Versilbertes Kupferrohr angeschweißt wurde. Wg. Skineffekten im Schwingkreis.

Bye/ /Kay

Ich hab auch schon Uhren mit einem 4.194304 MHz Quarz gesehen. Speziell in Autos.

Gerrit

Am 25.02.25 um 20:40 schrieb Roland Krause:

Weiß ich nicht, aber der Temperaturbereich ist einigermaßen egal, wenn das Integral über die Abweichung nahezu verschwindet, weil es mal zu warm und mal zu kalt ist.

Beim Rechnen mag das stimmen.

Aber es nervt schon ziemlich, dass man keine digitalen Audiostream mehr als ein paar Minuten laufen lassen kann, ohne dass es entweder zum Buffer-Overflow oder -Underflow kommt. Dadurch muss man alles immer durch den Resampling-Wolf drehen, und das auch noch mit geringer und zudem schwankender Differenz, was besonders artefaktreich ist.

Marcel

Am 25.02.2025 um 21:11 schrieb Kay Martinen:

Ich kann von einem kleinen Wunder berichten.-

Habe in der Bucht einen OCXO von Taitien NA10M2503 für 37 Euro ersteigert. Im Dauerbetrieb erweist sich dieses 10 MHz-Sinus-Teil enorm stabil mit 0.1 ppb. Da kommt meine Satellitenreferenz nicht mit.

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- lies den kurzen Text

Am 25.02.25 um 21:23 schrieb Gerrit Heitsch:

Es könnte sich als taktisch klug erweisen, dass man bei Uhren, die schwankenden Temperaturen ausgesetzt sind, eher nicht die flache Stelle einer Parabel haben will, sondern eher einen Sattelpunkt wie bei den üblichen Quarzen, damit sich die Abweichungen zum Teil kompensieren. Ist aber nur eine Vermutung.

Marcel

Das streichen wir jetzt mal und Du bekommst vor dem "durchgefallen" eine zweite Chance. Die Quarze mit 32 kHz sind in erster Linie extrem stromsparend aber alles andere als genau. Mit denen ist so etwas nie zu erreichen. Im Auto kommt es auf den Verbrauch nicht so an, da werden Zeitgeber im MHz-Bereich verwendet. Keine Armbanduhr kommt auch nur in die Nähe der dort schon im Billigbereich üblichen Genauigkeiten.

Axel Berger schrieb am Tue, 25 Feb 2025 22:48:39 +0100:

Ich zitiere mich mal zu einem Post über den DS3231, ein Uhrenchip mit einer Art TCXO:

Und nun, nach durchschnittlich etwa 32768 Betriebsstunden und Temperaturgängen von >50K der Anlagen (-5°C - 47°C) die große Überraschung: Die Zeitabweichung liegt bei allen Anlagen max. bei +/- 3 Minuten.

Das ist schon recht präzise, ohne übergroßen Aufwand.

Für die billigen, nackten Chinakracher wird Dein Einwurf aber stimmen.

MfG

Frank

Bernd Laengerich schrieb:

Na ja, ich hoffte, es wäre klar durch die Nennung der bekannten Standardausführung: DI14-Metallgehäuse, +5V, Rechteckausgang. Ein Deltafout kann per Software kompensiert werrden. Aber wichtig ist halt ein minimaler Temperaturgang innerhalb des üblichen Raumtemperaturbereichs 15...30°. Für die 0,1 ppm würde ich schon die von Michael genannten 20,- € springen assen ...

Am 26.02.2025 um 01:46 schrieb Reinhard Zwirner:

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