Motorbrücke und Generatorbetrieb

Sep 15, 2009 12 Replies

Hallo, wir verwenden in einer Art waagerechten Rollosteuerung eine H Brücke VNH3SP30 von ST. Als Motoren kommen Modelle von 100VA bis 200VA 24V zum Einsatz. Soweit klappt auch alles wie gewünscht. In manchen Installationen kommt es jetzt aber dazu, das ein Auftrieb den Motor in den Generatorbetrieb zwingt.



Da dann die Spannung über 30V steigt, schaltet das eingebaute Schaltnetzteil die Spannung ab.


Nun überlege ich, wie ich das verhindern kann.



Erster Ansatz eine "elektronische power Z-Diode" , die bei Spannung über 24V einfach einen Widerstand aufschaltet. Das ist leider mit viel zusätzlicher Hardware verbunden.



Zweiter Ansatz, eine Motorbremsung oder eine Richtungsumkehr, die Einsetzt, wenn der Motor dreht, aber kein Strom fließt.



Hat jemand noch eine andere Idee?


Als Eingangsgrößen habe ich nur Drehzahlsignal ohne Richtungserkennung, sowie den Strom ( Lowside ) durch die Brücke.



Motoranlauf läuft über PWM .



Andreas


Warum viel Aufwand? Ein TL431 mit etwas Sauerkraut drumrum, der ab 26V oder so einen Leistungstransistor ansaftet. Selbiger sollte aufs Alu montiert werden, wenn ein Auftrieb laenger anhaelt oder viel Leistung erzeugt.

Das kann dann alles irgendwo montiert werden, wo es nicht gross stoert oder versifft.

Umdrehen kannst Du natuerlich auch, aber das faengt u.U. uebel an zu ruckeln.

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Hallo Andreas,

Wenn Du über die Brücke den Motor kurzschließt, hast Du eine Bremswirkung ohne Rückspeisung. Beim Abschalten des Kurzschlusses bekommst Du aber einen Schuss Rückwirkung in Deine Elkos, Du hast beim Kurzschluss nämlich die Motorinduktvität mit Strom aufgeladen.

Wenn Du häufig zwischen Kurzschluss und Brücke offen hin- und herschaltest, hast Du wieder eine Rückspeisung (über die Freilaufdioden).

Du musst das also relativ selten machen, dann ruckelt es aber. Beispielsweise bei Überschreitung von 26V Brückenkurzschluss einschalten und bei Unterschreiten von 25V Brückenkurzschluss aufheben. Du musst testen, wie Dein System darauf reagiert.

Wir haben mal Wochen versucht bei einem Projekt die Bremsenergie im Motor selbst zu vernichten und haben keine ruckelfreie Lösung gefunden. Schließlich sind wir dann doch beim Bremswiderstand gelandet, der zugeschaltet wird.

Michael

Oder ab xx Volt sanft einen Transistor reinschalten, da ruckelt das (normalerweise) nicht. Sozusagen eine "weiche" Zenerdiode mit Kuehlblechanschluss.

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... und wenn man dann zurückdreht, bekommt man die ganze Energie, die man in die Motorinduktivität gesteckt hat, (mit Verlusten) wieder zurück.

Die Energieerhaltung gilt halt und stört hier :-)

Michael

Joerg schrieb:

Du Pfennigfuchser schlägst Kühlbleche vor? Ist ja richtig teuer, muss montiert (geschraubt) werden und je nach Leistungsklasse kostet das richtig Platz und Geld. Ich kenne aber auch keine bessere Lösung. Wir haben die 300W damals mit einem Zweipunktregler in den Bremswiderstand geleitet.

Michael

"Andreas Ruetten" schrieb im Newsbeitrag news:a06ad$4aafa9de$5dd79b3f$ snipped-for-privacy@news1.surfino.com...

Klassisch wäre der Bremswiderstand, der zugeschaltet wird, wenn die Versorgungsspannung über einen bestimmten Wert ansteigt.

Aber wenn ich richtig verstanden habe, interessiert sich nicht, was der Rollladen macht, wenn du ihn nicht ansteuerst, aber die Schaltung hat Strom.

Du könntest auch die Motorwicklungen kurzschliessen. Wo keine Spannung entsteht, entsteht keine Verlustleistung (aber eben auch keine so besondere Bremswirkung).

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage: http://freenet-homepage.de/mawin/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

Ja, deswegen ruckelt es und ich wuerde den "Abfackler" oben vorziehen. Wer super-umweltbesorgt ist, kann natuerlich per kleinem Schaltwandler rueckspeisen :-)

Koennte ja sein dass die Bremsschaltung zu Global Warming beitraegt ...

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Nein, nein, ich meinte irgendwo mit Aufschrauben. Habe gerade ein neues Design in der Musterproduktion, da wird diese Energie in das Blechpaket reingegeben. D.h. die einzige Mehrinvestition fuer diesen Job besteht aus: TO-Isolierscheibchen, Schraube, Plasteproempel, U-Scheibe, Zahnscheibe. Summa summarum 30-40c, plus zwei Arbeitsminuten oder so.

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Moin!

Jörg, Du alter Verschwender! :-)

Wie ich neulichst hier...

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...schonmal schrieb:

| Ich hatte da | auch mal ein Projekt mit einer Motorsteuerung und musste beim Bremsen | bis zu 50W wegstecken, ging mit dieser Minimallösung: | | Versorgung O------*----->|-----*------O Zwischenkreis | | | | | ___ |< | `--|___|---| | |\ | | | === | | Sobald der Elko im Zwischenkreis 0,7V mehr Spannung hat als die | Versorgung, beginnt der Transistor zu leiten und verbrät die | überschüssige Leistung.

Ohne TL431, nur das Sauerkraut. Kann/will man den Transistor nicht kühlen, darf man auch noch einen Widerstand am Kollektor einschleifen und den stattdessen als Heizung nehmen.

Gruß, Michael.

Radio Eriwan wuerde sagen, im Prinzip ja, aber: Du brauchst eine Diode die den kompletten Motorstrom im Dauerbetreib aushaelt. Das sind bei meinen Chosen immer etliche Ampere Dauerlast. Die kostet, und muss gekuehlt werden. Einen TL431 bekommt man in Korea fuer umme fuenf Cents, manchmal auch fuer vier.

Ok, super-billisch geht es natuerlich wenn man das an den FB-Knoten im versorgenden Netzteil haengt. Wenn die Regelung nach oben aushakt, laesst man den Ballast-Transistor kommen. Bei solchen Sachen sollten im Design Review aber die braunen Tuetchen aus dem Fluigzeug liegen, fuer aufkommenden Brechreiz.

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Moin!

Na und? Im Netzteils sind auch solche drin und niemand beschwert sich.

Gruß, Michael.

Die sind aber schon abbezahlt :-)

Aber im Ernst, kann schon aetzend sein. Ich loete hier gerade eine Test-Mimik fuer einen Kunden zusammen. Da muss auch eine Diode rein, falls mal jemand was vertauscht (sind alles Maschinenbauer ...). Kurz auf dem Taschenrechnerli durchgeklimpert, Mist, muss eine TO220 rein, plus Kuehlblech.

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