Ein Kunde von mir will wissen, ob ich eine Baugruppe (Endstufe) liefern kann, die auch bei kondensierender Feuchtigkeit funktioniert. Muss man da bei der Fertigung etwas speziell beachten? Vergießen kommt aus verschiedenen Gründen nicht in Frage. Es gibt wohl auch Schutzlacke, die man nach der Bestückung aufbringen kann, sogar für Einzelstücke/Prototypen von Kontakt Chemie. Hat jemand Erfahrung mit solchen Lacken?
Gruß Thorsten
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Thorsten online: http://www.ostermann-net.de/electronic
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H
Harald Wilhelms
Ich denke, dann muss ne Heizung rein. Am besten geregelt =FCber einen Tauspiegel. Eine solche Heizung hatte z.B. ELV f=FCr den Windmesser ihrer ersten Wetterstation eingebaut. Gruss Harald
R
Rafael Deliano
Kunde von mir verwendet Wachs für Baugruppen die an Wänden von Gebäuden Aussenluft ausgesetzt sind. D.h. low-tech tut oft auch.
Die Anforderung hätte bei Entwicklung der Baugruppe bekannt sein sollen. Dann kann man sich bei Layout Gedanken machen wie man Baugruppe tauchen will. Dipschalter, Potis, Klemmleisten usw. will man ja oft nicht überziehen, vgl. aber Wachs.
Mit SMD ist es zwar besser geworden, aber bei bedrahteten Baugruppen hatte man ehedem immer das Problem mit Hohlräumen wo die Tunke nicht sicher hinkam.
Man kann bei einzelnen Boards drastischen Test nachher natürlich immer machen: in Leitungswasser untertauchen und sehen obs in dem Zustand noch funktioniert.
MfG JRD
H
horst-d.winzler
Unter Umständen ein Gehäuse in einem Gehäuse anordnen. An der tiefsten Stelle des äußeren Gehäuses einen genügend großen Durchbruch vorsehen. Diesen Durchbruch mit Gaze abdecken.
mfg hdw
U
Uwe Hercksen
Thorsten Ostermann schrieb:
Hallo,
wegen Schaltungsschutzlacken kannst Du auch mal hier schauen:
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Bye
A
Ansgar Strickerschmidt
Also schrieb horst-d.winzler:
Wir haben so Baugruppen. Die sind in einem dichten Gehäuse (IIRC IP67), welches allerdings einen speziellen G*RE-T*x-Membranfilter zum Luftaustausch hat.
Ansgar
*** Musik! ***
M
MaWin
"Thorsten Ostermann" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@mid.dfncis.de...
Klar, es kann feucht sein. Die Theorie, daß kondensierende Flüssigkeit nicht leitfähig ist weil destilliert, ist falsch, das Salz kann vorher schon auf die Oberfläche geweht sein. Also Schutzlack, conformal coating, und besondere Beachtung von Bedienelementen.
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net
homepage: http://freenet-homepage.de/mawin/
de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/
Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask.
Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.
G
gUnther nanonüm
"MaWin" schrieb im Newsbeitrag news:hvcqsc$91n$ snipped-for-privacy@news.albasani.net...
Hi, oder einfach durch Oxidation der blanken Metalle entstehen.
Wenn mans geschickt baut, kann man die Elemente auch Unterdruckimprägnieren, das löst dann auch das Problem mit den Blasen unter diskreten Bauteilen. Man darf aber auch nicht vergessen, daß die Auslegung vieler Teile bzgl Wärmeabgabe und Ausdehnung ohne solche Überzüge erfolgte. Ein größerer Widerstand kann sich dann nicht mehr bewegen, und stößt ev. seine Beinchen vom Lot ab. Wenigstens überprüfen sollte man das.
mfg,
gUnther
U
Uwe Hercksen
gUnther nanonüm schrieb:
Hallo,
nicht ganz, durch Oxidation entstehen Oxide, für Metallsalze brauchen wir schon noch eine Säure irgendwoher und wenn es die Kohlensäure aus der Luft ist. Etliche Metalloxide sind gute Nichtleiter, welches Metalloxid ist denn wenigstens ein schlechter Leiter? Aus Kupferoxid hat man mal Gleichrichter gemacht, aber dotiert musste es dafür sein. Die HF-Leute benutzen doch Leiterplatten deren Trägermaterial Aluminiumoxid ist, die Fans von zappeligen Gleichstrom benutzen Kondensatoren mit dem Dielektrikum Aluminiumoxid.
Bye
L
Leo Baumann
... vergießen und spezielle Lacke können Ärger bereiten bei Anwendungen mit höheren Frequenzen. Bei Benutzung von Schutzlacken speziell für elektrotechnische Anwendungen, wie z. B. von Kontakt-Chemie sehe ich keinerlei Probleme wenn es sich bei Deiner Endstufe um eine NF-Endstufe handelt ...
... mit dem Vergießen muss man sehr vorsichtig sein, damit habe ich schon böse Überraschungen erlebt obwohl ich Vergußmasse von Scotch benutzt habe, oberhalb 100 kHz oder so etwa gibt das erhebliche Probleme ...
mfG Ingenieurbüro Baumann
R
Rafael Deliano
Den Wirkungsgrad der Endstufe senken und schon hat man das Problem elegant gelöst...
Bei lackisolierten Kohleschichtwiderständen war das Problem dass durch eindringende Feuchtigkeit die Kohleschicht korrodierte. Es wurde ehedem ( 60er Jahre ) empfohlen besonders gefährdete hochohmige Widerstände in der Nähe des Netzteils anzuordnen wo es schön warm und trocken sein würde.
MfG JRD
H
Harald Wilhelms
Aha. Das hat dann wohl einer missverstanden und seitdem werden die Elkos dort hingebaut, damit sie es sch=F6n warm haben und trocken werden... Gruss Harald
H
horst-d.winzler
Am 17.06.2010 13:46, schrieb Leo Baumann:
Die US-Army-Geräte waren dick mit Wachs eingekleistert. Funkamateure die solches Gerät umgebaut haben, kennen das. ;-)
mfg hdw
A
Axel Berger
*Uwe Hercksen* wrote on Thu, 10-06-17 13:44:
Erinnere mich bitte noch einmal, warum Oxide im generischen Begriff Salze nicht enthalten sein sollen.
G
Günther Dietrich
Indium-Zinn-Oxid (ITO) wird für die Leiterbahnen auf den Gläsern von LCDs, etc. verwendet. Ist in dünner Schicht transparent und trotzdem leitfähig.
Grüße,
Günther
T
Thomas 'tom' Malkus
Wepuran von Lackwerke Peters könnte da etwas sein. Bei 125kHz habe ich damit noch nie Probleme gehabt.
Ich kenne nur so einen gelblichen, extrem zähen und haftfähigen Lack. Der wurde in Röhren-Funkgeräte genannter Trachtentruppe verwendet. (Dazu extra schwer schmelzendes Lot, alle Drähte zusätzlich stoffumwickelt, Signalleitungen in andere Geräte- teile in Metallrohren verlegt etc. Drahtenden, auch von Bauteilen, in den Lötösen mit doppeltem Mastschlag oder dergleichen festgemacht, aber das konnte Philips damals auch schon :-]). Der Lack war IIRC speziell als tropenfest deklariert. Hab nie rausgekriegt, was es war, schade, könnte ich empfehlen.
mfg Rolf Bombach
G
gUnther nanonüm
"Uwe Hercksen" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@mid.dfncis.de...
Hi, Luftfeuchte hast Du doch immer, hygroskopische Kristallstrukturen bei Oxiden dito...und diverse "Luftverschmutzungen" sowie Ozon (je nach Schaltung) auch.
Es gibt mehrere Kupfer-Oxide...
Korund wäre wohl eher kein Thema, aber Zinn, Blei, Eisen, Kupfer und ihre Legierungsbestandteile...dazu die Ausdünstungen, Lösemittel und Waschmittel aus Kunststoffen, Weichmacher, Trennwachse, Flammhemmer...das ist ein Zoo...ein in einen Teich geschmissener TV wird den ph des Tümpels sicher nicht schlagartig ändern, aber eine alte Platine mit destilliertem Wasser abdampfen ergibt Dir eine durchaus interessante Mischung...in großem Stil kann man das in China und an der Elfenbeinküste bewundern, wo der ganze Elektroschrott haldenweise rumliegt...und den Boden versauert.
mfg,
gUnther
J
Jan Schmidt
Thorsten Ostermann schrieb:
Wir haben für die Textilindustrie gefertigt, da war lackieren Pflicht. Das Problem ist, dass es heute Lackierautomaten gibt, die einen Sprühnebel auf die gelötete Platine aufbringen. Getaucht wird nicht (zumindest hat das keiner unserer Bestücker gemacht). Mit der Technologie kann man alles gut abdecken außer die Flächen, die ausgespart werden (lässt sich ziemlich genau einstellen). Problematisch sind immer die Bestückseiten und insbesondere große Bauteile. Darunter ist dann kein Lack. Auch kann es passieren, dass große Bauteile lackiert werden, aber der Rand nicht, d.h. es könnte Feuchtigkeit unter die Bauteile kriechen.
Ich würde Kondensierung durch eine Heizung verhindern. Das ist üblich, schon wegen der Stecker.
jan
H
horst-d.winzler
Am 17.06.2010 21:41, schrieb Rolf Bombach:
Geräte konnten in Wasser getaucht werden. Ob sie dann noch ordnungsgemäß arbeiteten, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht waren das ja spezielle Wässer. So 60% H2O?
Wachsperiode war mW vor der Lackierung. Zu WII war Lack wohl zu teuer. Zumal die Lebensdauer damals ziemlich kurz sein konnte. War sowas hochwertiges unnötig?
mfg hdw
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