HEMS - neu durchs Dorf getrieben

Oct 11, 2026 Last reply: 1 day ago 21 Replies
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Das "Home-electronic-management-system" ist derzeit der Spaten, mit dem die Schatzsucher grabend unterwegs sind. Was das nicht alles kann und wie schnell sich das amortisiert - saaagenhaft. Das sitzt buddha- haft in der Mitte und sagt dem Speicher, dass er voll sei, dem Auto, dass es jetzt laden soll, und der Waschmaschine, dass sie nicht jetzt, sondern erst in einer Stunde, waschen soll. Manche können auch ins Web nach der Wettervorhersage schauen, um herauszufinden, wann die Sonne scheinen wird.



Wer aber nach einer Erklärung sucht, **WIE** das Hems erfährt, was Sache ist, und **WIE** das alles elektrisch gemacht wird, der hat eine lange Suche vor sich - oft vergeblich. Ich kenne noch den Spruch "If it can't be explained, it won't work", aber das scheint in der Arena der Erneuerbaren keine Geltung mehr zu haben - da zählt allein der Glaube.



Dabei kann schon kaum einer erläutern, warum der Wechselrichter überhaupt Strom ins Drehstrom-Netz schieben kann. Wer kann die Erleuchtung bringen? Auch mit erneuerbarem Strom :-).



Grüße, H.


Inwiefern ist das vom schon länger gebräuchlichen "Smart Home" abgegrenzt?

Wirklich "electronic" und nicht "electric"? Mit "electric" oder "electricity" würde das von dir beschriebenen mehr Sinn ergeben?

Naja, in Home Assistant kann man ja schon jetzt gewisse Automationen und Bedingungen definieren, z.B. aus dem Internet die Sonnenschein- wahrscheinlichkeit holen, oder aus dem Auto den Ladezustand der Batterie, und von einem Anbieter die dynamische Preisvorhersage für den Strom für den Nächsten Tag. Und dann irgendwie z.B.

"Lade das Auto immer am Sonntag voll, außer der Preis ist mehr als

50% über dem der letzten Wochenenden" oder "Lade das Auto immer wenn die Sonne scheint, die Hausbatterie voll ist und es nicht zu erwarten ist (mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit) dass du binnen 15 Minuten wegen schlechtem Wetters abbrechen mußt.

Arbeitskollegen von mir haben in ihren Hausautomatisierungen solche Dinge definiert.

Hä? Es können auch kaum Leute erklären wie ein Viertaktmotor funktioniert. Das liegt nicht daran, dass es schwierig wäre mit einem Wechselrichter Drehstrom einzuspeisen, sondern daran dass halt der Durchschnittsmensch wenig Ahnung von Elektrotechnik hat.

Wo ist dir dieser neue Marketingbegriff begegnet?

/ralph

Am 11.10.26 um 11:16 schrieb Heinz Schmitz:

Solche Anlagen sind gerade im PV-Bereich heute eher Standard. Der Wetter-Forecast kommt von einem Wetterdienst, der Speicher kennt seinen Zustand selber, Erfahrungswerte für Verbrauchsdaten kommen entweder direkt vom Stromzähler oder halt einem Shelly-Sensor.

Mit Home Assistant bekommt man auch eine taugliche Open-Source Lösung, die für fast jede Produktreihe passende Kommunikationsinterfaces hat. Man ist also nicht auf Gedeih und Verderb auf einem Hersteller angewiesen.

Ich habe keine so große Anlage, aber ich habe kürzlich auch meinem Heimserver beigebracht, zeitraubende Aufgaben wie Video-Transkodierung nur zu machen, wenn es gerade einen Überschuss vom Balkonkraftwerk gibt und andernfalls anzuhalten. Alles, was ich dafür an Hardware brauchte, war ein Lesekopf für den Stromzähler für 13€. Dabei ist auch egal, woher der Saldo kommt. Wenn man den Wasserkocher einschaltet, hält er auch bei Sonne an.

Wenn man eine größere PV und einen Speicher hat, ergeben sich noch weitere Optionen. Wobei man Speicher nicht überbewerten sollte. Deren Wirkungsgrad ist bei dem üblicherweise geringen Grundverbrauch eines Haushalts jämmerlich. Das beste ist also immer noch den Strom dann zu verbrauchen, wenn er entsteht. Waschmaschinen, Spülmaschinen und Trockner daher Mittags laufen zu lassen, ist allemal eine gute Idee. Die kann man natürlich auch mit der seit 30 Jahren üblichen Startzeitverzögerung der Geräte erreichen. Eine andere recht verbreitete Lösung ist, überschüssigen Strom per Heizstab in den Warmwasserspeicher einzuspeisen. Der Wirkungsgrad ist über alles gerechnet nicht berauschend (verglichen mit Solarthermie), aber der Aufwand gering und es reduziert Verbrauch fosslier Energie etwas. Bei Wärmepumpen mit Wasserspeicher lohnt es sich ebenfalls mit überflüssigen PV-Strom den Heizwasserspeicher tagsüber zu erwärmen, auch wenn man es absehbar eher am nächsten morgen braucht.

Warum sollte er das nicht können?

Marcel

Wie vermutet scheint die Abkürzung nicht für "electronic" sondern für "energy" zu stehen, das ergibt auch mehr Sinn:

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/ralph

Also für dich:

Spannung ist Strom mal Widerstand.

Das ist das Ohmsche Gesetz.

Weitere Fraagen?

w.

Ich finde da in HA nur einen Anbieter und der ist hier, seit ich ihn über ein Jahr beobachte, ziemlich schlecht. Im Zweifel ist wie der Wettervorhersage "nimm den Wert von gestern als Vorhersage für heute" fast jedem anderen Prognosesystem überlegen.

Als Preis für das "hems" finde ich nichts außer "im ersten Jahr kostenlos". Nach erfolgtem lock-in kommt die Rechnung. Genau so wird typischerweise auch Heroin vermarktet.

Wer dokumentierte APIs haben will, muß draufzahlen. Mein Victron Multiplus hat 800 € gekostet, die in "Solarakkus" integrierten Wechselrichter können nicht mehr als unter 100 zum Preis beitragen.

Für meine PV von SMA ist da im SMA Portal auch eine Prognose, deren Wirkung ähnelt der von dir beschriebenen. Das mag auch mit daran liegen, dass - außerhalb von fast komplett sonnigen Sommertagen - die Bewölkungen so lokal unterschiedlich sind, dass man das mit den derzeitigen Wettermodellen AFAIK kaum abbilden kann, die Wetterzellen sind dazu zu klein und ich habe den Eindruck dass sich ihre Größe in den letzten Jahren verkleinert hat.

Nach 3 Jahren Betrieb: Prognose-basierendes Akkuladen nutze ich nicht, eine 50%:50% Chance dass es stimmt, ist schon mehr als euphorisch.

Solarüberschuss für Gerätebetrieb (via Shellys) und/oder Auto laden (evcc) nutze ich. Die Shellys werden via (W)LAN vom SMA Wechselrichter/HomeManager* gesteuert, evcc holt sich von Wechselrichter, HomeManager, Akku per Modbus TCP die (fast)Echtzeitwerte und regelt in 30s Intervallen.

*) SMA Homemanager 2.0, er ist auch Wirkleistungsmesser direkt hinter dem Zähler und hat einen LAN Anschluß

Die Frage ist IMO was man will. Will man ein Smart Home ohne Detailanforderungen oder hat man konkrete technische Anforderungen?

Ich bin ein Freund von letzteren. Daraus war es bei mir zu evcc gekommen. Hingegen die Shellys für die Gerätesteuerung im Haushalt bei PV Überschuß sind eher ein Beifang.

Oh ja. Die in Foren übliche Erklärung ist, dass der Wechselrichter seine Ausgangsspannung höher macht als die Netzspannung. Einer der Kommentare war: Nein, dann müsste die Spannung ja noch höher werden, wenn auch der Nachbar noch einspeist, und so weiter.

Kannte der gute Ohm schon Drehstrom?

Grüße, H.

Du erfasst die obskuren (IR?)-Signale des Zweiwege-Stromzählers?

Wenn Du mehrere Verbraucher hast, wird es schwierig zu entscheiden, welcher Verbraucher gerade verbraucht. Das müsste das HEMS aber können.

Ja, das wundert mich auch. Aber es ist so. Teste mal mit Google.

Grüße, H.

Sehr zufrieden bin ich mit wetter24.de. Die Prognosen erfolgen auf Postleitzahlebene und sind sehr zuverlässig. Die Sonnenstunden auf eine Nachkommastelle sind brauchbar. Leider gibt es kein API oder ich bin zu blöd, es zu finden.

Die sind nicht obskur sondern wohldefiniert. Das Hauptproblem ist, die Daten aus dem Keller in die Wohnung zu bekommen. Der Zähler vom Versorger mit Rücklaufsperre gibt ohne Freigabe Stand und Leistung aus, die Leistung in beide Richtungen mit Vorzeichen. In der Unterverteilung habe ich zusätzlich einen

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Wozu? Was die Regelung selbst eingeschaltet hat, weiß sie und vom Rest interessiert nur die Summe.

Wie machen denn Deine anderen Geräte ihre negative Einspeisung? Oder denk an einen Asynchronmotor. Der kann stufenlos Motor-Leerlauf-Generator und Du mußt dazu nur die mechanische Seite anfassen.

nur BTW: mit

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und
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gibt es hier einen 503, bei letzterem aber vorher noch eine Zertifikatswarnung.

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geht dann :-/ Aber nicht unsere Baustelle...

Hm, wenn ich beim spazieren gehen auf einer Anhöhe sehe, was da alles so im eigenen PLZ Bereich gerade besonnt und beschattet wird - die realen Wetterzellen sind offenbar auch mal spürbar kleiner als PLZ Bereiche.

Sonnenstunden als Summe am Tag sind für Prognose-basierendes laden von Hausakkus nicht/nur schwierig verwendbar. Die Netzbetreiber jammern ja immer, dass die Leute bis Mittag ihre Hausakkus voll laden und ab Mittag einspeisen was das Netz aushält - man solle doch besser früh einspeisen und den Mittagspeak zum (Haus)Akku laden nehmen. Das bedarf einer recht genauen und verlässlichen Wetterprognose mit "Wann genau scheint die Sonne" *), sonst speist man vormittags ein, dann wird es dunkel, der Akku wird nicht voll und man darf dann von den Mutterkonzernen der Netzbetreiber einkaufen. Klar, das wäre für *die* beiden win-win. Aber nicht für den, der sich auch auf Basis von Ertrags- und Eigenverbrauchsrechnungen eine fünfstellige Privatinvestition gegönnt hat.

Für BEV laden ist es egal, da hängt das Auto einfach den ganzen Tag an der Solarüberschußladung und es geht rein, was rein passt.

Das weiß ich auch nicht.

*) Ich ich habe mal auf die Tagesansicht bei
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geklickt, da gibt es eine Prognose in 3h Scheiben - ok!. Muss ich mal mit den beiden anderen Quellen und ob das besser ist als die SMA Prognose, mittelfristig vergleichen.

Danke für den Hinweis!

Am 11.10.26 um 13:37 schrieb Heinz Schmitz:

Ja, klar. Ist standardisiert. Einfach ein serielles Signal mit 9600 Baud.

Wozu? Es ist mir doch vollkommen egal warum Strom übrig ist oder gerade nicht. Für die Steuerung von sowohl Akkus als auch Verbrauchern benötige ich nur den Saldo.

Warum sollte Google meinen Wechselrichter daran hindern Strom einzuspeisen? Jetzt wird es absurd.

Jeder, der es schafft in der richtigen Phasenlage Wechselstrom zu erzeugen kann einspeisen. Die WR synchronisieren sich dafür zunächst mit dem Netz und starten dann die Einspeisung.

Marcel

Am 11.10.26 um 13:30 schrieb Heinz Schmitz:

Das passiert auch. Das führt vereinzelt in den Trafohäuschen für die Versorgung des Niederspannungsnetzes dazu, dass denen die Trafowicklungen ausgehen. Dort sind nämlich üblicherweise Anpassungsglieder, um Spannungsverluste durch stark unterschiedliche Last auszugleichen. Früher waren die Dinger darauf ausgelegt, etwas mehr Spannung zu geben, um die Verluste im Trafo und dem Leitungsnetz kompensieren. Durch starke PV-Einspeisung kann sich das Bild drehen und der Schalter müsste auf eine noch niedrigere Spannung gehen, um die nunmehr umgekehrten Spannungsabfälle auszugleichen. Das kann im Einzelfall den Regelbereich überschreiten.

Marcel

Willst Du nicht die Möglichkeit haben, zu priorisieren? Auto ist voll, jetzt Speicher oder Heizung? Oder erst Heizung und dann Speicher? Oder gibt es ein "Alle machen es *SO*"-Vorgehen?

Ach, frage mal Google, was zu "Warum geht PV-Strom ins Netz?" so an Antworten kommt. Super sind auch die gewerblichen Antworten. Die qualifizieren sich oft als Kinderbücher.

Wie machen die das? Und wie kriegen die das Signal, mit der Einspeisung zu starten?

Das sind ja noch relativ einfache Sachen. Richtig schön wird es bei dynamischen Tarifen und Direktverkauf an der Strombörse. Aber mich interessiert erstmal nur das technische Problem.

Grüße, H.

Dann liegt der Engpass nicht im Netz, sondern in den Ortsnetz-Trafos?

Grüße, H.

Vernünftige Leute implementieren sich sowas mit Home Assistant selbst, und nutzen halt was kostenlos verfügbar ist. AFAIK (hab keine Solaranlage etc.) gibt es Stromanbieter die das im Voraus liefern und etliche Wetterdienste, aus denen man auch was ableiten kann.

Das ist nicht so klar.

/ralph

Die IR-Signale von Stromzählern sind eigenlich nicht obskur sondern gut genormt und einfach auszuwerten, wenn der Zählerbetreiber es will.

Wenn er es nicht will, dann legt er dir Steine in den Weg und es wird "obskur", aber das hat dann nix mit dem IR-Auslesestandard zu tun, der einfach und praxisgerecht wäre.

Sagen wir so: Relevante Verbraucher sind eh nur die Wärmepumpe/Warmwasserbereitung/Klimaanlage, die Hausbatterie und der Autoakku. Alles andere ist kleinvieh, das sich nicht auszahlt.

Und die genannten kann man einfach instrumentieren.

Andeutungsgeschwurbel? Natürlich kann man auch Drehestrom per Inverter einspeisen. Wie glaubst du, dass es Solarparks machen? Glaubst du, die hängen nur auf einer Phase?

/ralph

Ich habe kein E-Auto. ;-) Aber auch dafür brauche ich die Information nicht. Ich schalte einfach die priorisierten Geräte zuerst ein.

Speicher tickt normalerweise anders. Die WR managen den Speicher gleich mit. Die können also min. 3 Richtungen: PV→AC, PV→Akku, Akku→AC, manchmal sogar noch AC→Akku. Dem integrierten WR sagt man dann einfach, wie viel Strom man einspeisen möchte. Typischerweise genau so viel, wie man gerade verbraucht, also Saldoziel 0. Den Rest packt der in den Akku. Wenn der voll ist, speist man entweder mehr ein oder aber regelt die PV runter.

Es gibt auch unabhängige AC-Speicher, aber das kostet Wirkungsgrad. Zudem ergeben sich daraus unter Umständen Restriktionen bzgl. der maximalen PV-Leistung. In den Speicher kann man hingegen so viel PV-Strom pumpen wie man will (und der packt).

Dann frage ich nicht. ;-)

Die einfachen, ungesteuerten versorgen sich komplett aus Solar. Ein Netzteil haben die nicht. Sobald der PV-Strom für die Steuerung reicht, beobachten die einige Sekunden lang das Netz. Sie brauchen sehr genau die Frequenz und die Spannung. Diese werden auf enge Toleranzfenster geprüft (gegen das Grid-Profile). Wenn alles passt, beginnt die Einspeisung.

Bei den WR mit Akkumanagement ist es komplizierter. Da läuft die Steuerung immer. Sie braucht Parameter für die Entscheidung welchen Weg sie wählen sollen. Die müssen vorher gesetzt sein bzw. regelmäßig aktualisiert werden.

Das ist natürlich Zocken. Man muss die Ohren schon gut anlegen, wenn man bei dem Spiel gewinnen will.

Marcel

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