Dehnungsmess"streifen"

Jun 20, 2007 33 Replies

Hallo NG,



Gestern hat bei uns eine Sartorius Tischwaage den Geist aufgegeben, die Fehlerursache war schnell gefunden, der Dehnungsmesstreifen (oder wie man dieses:

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Teil auch immer bezeichnet) ist gerissen. Weiss einer von euch zufällig wo man so ein Teil herbekommen könnte? Google lieferte mir nur Ergebnisse mit den herkömmlichen Folienmessstreifen zum aufkleben, dieser war jedoch per Schraubverbindung eingespannt. Der Hersteller hat leider keine Ersatzteile mehr und meint natürlich man muss die Waage jetzt verschrotten und ne neue kaufen.



Vielen Dank



Bernd


Bernd Klier schrieb:

Vielleicht von Sartorius selbst? Das ist ja nun nicht gerade no-name und das Teil sieht nicht besonders universell aus, eher wie für diese Waagen(serie) angefertigt.

Ciao...Bert

Hallo,

ich weiß zwar nicht genau welchen Typ du suchst, aber die Leute hier haben davon Ahnung, vielleicht fragst du dort mal:

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Gruß MATZE

Bernd Klier schrieb:

Nach Dehnmessstreifen sieht mir das nicht grade aus. Wahrscheinlich wird das Teil an beiden Enden eingespannt und eine mechanische Frequenz eingespeist und die Antwort gemessen. Da kommt es auf die richtige Federsteife, die richtigen Maße und die richtige Legierung an. So einfach wird es das Teil wohl nicht geben. Vielleicht hast du ja bei ebay Glück.

Servus Christoph Müller

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Leider nicht, Sartorius hat für diese Waage nur noch ein Ersatzdisplay rumliegen. Eine Spezialanfertigung nur für diesen Waagentyp kann ich mir nicht vorstellen, in der Waage wimmelt es nur so von Standardteilen verschiedenster Hersteller.

Gruß,

Bernd

Abmessungen, Material etc. bestimmen letztlich, ob Du Deine Tischwaage wieder mit ausreichend genauer Anzeige hinbekommst.

Das Material (Legierung), die genauen mechanischen Abmessungen und die (vermutete) thermische Legierungsbehandlungen machen es schwer, so was als DIY zu ersetzen.

W=FCrde in der ebucht mal nach Sartorius suchen, Ersatzwaage ist sicher bezahlbar.

hth, Andreas

Christoph Müller schrieb:

Hallo,

da kann ich mich nur anschliessen, das sieht überhaupt nicht nach Dehnmessstreifen aus, wo sollen denn da die Anschlüsse sein? Bestimmung der mechanischen Resonanzfrequenz unter Last kommt wohl eher hin.

Bye

Bernd Klier schrieb:

Hallo,

was soll der Hersteller auch anderes sagen wenn er kein Exemplar des eigentlichen Sensors mehr hat? Die Waage wird etliche Jahre alt sein, wohl einige Jahrzehnte. Wenn der Hersteller auf Deine Kosten eine kleine Charge neuer Sensoren anfertigt könntest Du billiger einige Waagen der neuesten Generation kaufen. Frag doch mal ob man aus Kulanz euch ein aktuelles Modell einer Waage mit ähnlichen Meßbereich besonders günstig verkauft.

Bye

"Bernd Klier" schrieb im Newsbeitrag news:f5av38$hr0$00$ snipped-for-privacy@news.t-online.com... ..

Hi, das ist kein Dehnungsmeßstreifen. Wurde es denn gedehnt oder gestaucht, oder gebogen? Ohne da groß in Einzelheiten zu gehen, wenn Du nicht sehr genau dasselbe kriegst, kannst Dus vergessen. Das sieht sehr nach Wheatstone aus, nichtmal sehr ähnliche Teile würden passen. Und ob die Bewegungsgeometrie noch stimmt ist auch fraglich. Soeine Waage muß auf jeden Fall beim Hersteller geeicht werden. Macht aber nix, gibt mittlerweile recht gut "chinesische" Waagen, habe eine nette flache 300kg-Paketwaage bei Ibäh gekriegt, schon die 2. Lieferung ging. Auf der können sich gleich mehrere "Personen" wiegen gehen. (Die benutzt 4 Dehnmeßstreifen)

mfg, gUnther

Hallo Bernd, hab ja einige Jährchen im Laborservice gewerkelt, ist aber nun schon viele Jahre her. Das Bild zeigt definitiv keinen DMS. Haste mal ein Bild, wo das Ding eingebaut ist, so einfach ein bisserl mehr zu sehen?

Zwei Dinge fallen mir auf den ersten Blick ein: Überlastschutz oder Lagegeber (Teil des Lagensensors), wobei ich ersteres preferiere. Sach mal auch die Gerätebezeichnung, dann kann man auf das Wägeprinzip rückkoppeln.

Grüße Uwe

gUnther, ich sehe mich genötigt in Deine Zeilen zu schreiben

Stimmt!

Wenn Du das im Bild nicht siehst *schulterzuck* Eine solche Konstruktion wird sicher immer nur auf Zug belastet werden, gerade ist es auch, also ist es gerissen.

Ohne da groß in Einzelheiten zu gehen, wenn Du nicht sehr genau

Nun, wenn es nur ein Koppelband ist, dann kann man das auch nachäffen.

Das sieht sehr nach Wheatstone aus,

sorry, Käse!

Sorry, auch Käse:

- Eichen tut das Eichamt

- Waage testen mit entspr. Gewichten und 5 Cent Hirn sollte ggf. möglich sein (Einsatzabhängig) Ach ja, es gibt Waagen, die haben vor und nach dem Gewichtauflegen exakt die gleiche Lage, da staunste wa? Wägeprinzip dabei : Ermittlung des Spulenstromes bei erfolger Lageregelung. Und nun komm Du mit Bewegungsgeometrie...

Ist aber ganz bestimmt nicht eichfähig! Wenn Du nachdenkst, weist Du, daß es immer einen Kompromiß zwischen Auflösung, Genauigkeit und Wägebereich geben muß. Kennst Du den Einsatzzweck... ich staune, daß Du Ihn aus den in der Ursprungsmail gemachten Angaben erdenken kannst. Ich kanns net *heul*!

Wohh, wie sinnvoll!

Grüße

"uwe wiards" schrieb im Newsbeitrag news:f5ba3a$37b$ snipped-for-privacy@news01.versatel.de... ..

Hi, nur immer rein damit. ..

Doch, gesehen hab ichs. Doch ist nicht zu erkennen, wie die Befestigung funktioniert, leider. Daß es ein Gewaltbruch aka Riß ist, sehe ich auch. Und es scheint Messing oder Kupfer zu sein. Je nach Material und Belastung sind da unterschiedliche Szenarien denkbar. Eine Stahlnadel bricht so, ein Bleidraht nicht. Je nachdem könnte es eine schnelle Belastung oder eine langsame ÜBERbelastung gewesen sein, gelle?

..

Nicht bei Ersatzteilen, falls dieses "Element" wirklich Teil des Waagensensors wäre. Ist nicht unbedingt unmöglich, es gibt Waagen mit extrem geringer Auslenkung und hoher Präzision. Könnte z.B. eine mechanische Temperaturkompensation sein.

Das ist dann aber keine Eichung. Und ob der "neue" Wiegebereich so linear wird wie die "alte Skala" ist doch fraglich.

Exakt? Wirklich? Kann es sein, daß diese nicht das Gewicht messen, sondern den Aufwand, bis die Wiegeplatte wieder "oben" ist? Dachte immer, nur die Pendelwaagen würden über soein Geheimwissen verfügen. Und die LKW-Waagen...und unsere alte Schweinewaage...

..

Nee, kenne den nicht. Doch da Du anstatt "zu raten" lieber jede Menge Gegengründe rauskramst, bist Du eher Hellseher als ich, der ich nichtmal soeine Mail bekam und nur auf die Postings hier reagiere (äh, tanze). Immerhin gut zu wissen, daß ich nicht so völlig unkontrolliert labern kann. Gerade anhand solcher "superkurze Frage---ausführlicher Sermon----schnippische Kritik" kann der gemeine Lurker seine Kenntnisse erweitern (und weiter verbissen schweigen). Solange es der Bildung dient, bin ich gerne bereit, den Hampelmann zu geben. (Bitte nicht dran ziehen, nur schlagen)

Immerhin scheint Euer Eichamt jede Waage dieser Welt reparieren/justieren zu können. Unseres eicht, äh prüft nur bestimmte Waagen, und diese nur solange wie der Hersteller das "erlaubt". Danach kann man die Waage nur noch beim Hersteller überholen lassen, der dann z.B. die Lager wechselt und die "Eichfähigkeit" wiederherstellt. Kann mich noch gut ans Pulverlabor erinnern, da wurden die Feinwaagen alle Jahre in die Schweiz geschickt. Das Eichamt vor Ort hat die nie gesehen.

mfg, gUnther

gUnther nanonüm schrieb:

Hallo!

Was hat das Eichamt mit Ersatzteilen zu tun?

Deswegen hat er wohl "testen" geschrieben.

Eichen kann eh nur ein Beamter und der wird sich nicht die Mühe machen das Teil auch noch zu kalibrieren (-> muss vorher von einer Firma kalibriert werden).

Das ist nicht deren Aufgabe.

Nein, das Eichamt eicht (tatsächlich). Und wenn über das Gewicht verkauft wird, dann kann der Hersteller machen was er will, er muss die Waage eichen lassen- da ist nichts mit erlauben.

Hallo Uwe,

Hier erstmal die Bilder:

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auf den Bildern kann man imho ganz gut erkennen wo dieses ominöse Teil verbaut war, nämlich jeweils oben und unten an der Wägezelle mit diesen kleinen Messingplättchen eingespannt, so dass es sich bei Last gedehnt hat. Es handelt sich bei der Waage um eine Sartorius X1493-X, das ist eine EX-geschützte Version, was eine Neubeschaffung, auch bei ebay, _sehr_ teuer machen würde (nein der EX-Schutz ging durch das Öffnen des Gehäuses nicht verloren) und ich daher erstmal daran dachte nach eben diesem einen Ersatzteil zu suchen.

Gruß

Bernd

Wie bereits mehrfach geschrieben: Es ist kein DMS, sondern vermutlich ein Teil mit einer mechanischen Funktion, z.B. eine Sollbruchstelle, Überlastschutz o.ä.

Hochwertige Laborwaagen arbeiten üblicherweise nicht mit DMS. Üblich ist da wohl ein Kompensationsverfahren, bei dem die Wägeplattform über eine Art Elektromagnet in konstanter Höhe gehalten wird. Das ganze ist mechanisch wesentlich aufwendiger, als eine billige Waage mit DMS.

Ich habe hier noch eine alte defekte Mettler Waage stehen, die so funktioniert und die ich auch nicht reparieren konnte. Mettler liefert keinen Support mehr und dem Kunden wars nicht so wichtig. Aber das Ding sieht erheblich aufwendiger aus, als einfache DMS Waagen von Ohaus oder Kern.

Such dir doch einen Feinmechaniker, der das Ding nachbaut. Scheint ja ein einfaches Drehteil zu sein. Den Versuch ist es allemal wert.

Gruß

Stefan

Stefan Brröring schrieb:

Sehe ich auch so, die Kompensations-Messdose ist im Bild der ganzen Wägezelle schön zu sehen.

Die Einspannung an der Wägezelle ist ja zu sehen, vermutlich wird am anderen Ende durch die Plattform gezogen. Im besten Fall hat sonst weiter keine Mechanik gelitten. Bei der Rekalibrierung sollte dann aber lieber ein paar mehr Punkte gewählt werden, um die Linearität zu checken, ebenso die unabhängigkeit der Lasteinbringung (wo das Gewicht auf der Plattform steht) und dann in den folgenden Wochen regelmäßig auf Drift testen!

Viel Erfolg!

Gruß Metabastler

"Heiko Lechner" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@mid.dfncis.de... ..

Hi, nix, hence my Gelaber. ..

Das Eichamt testet aber nicht. Was denn nun, entweder Eichamt oder Testen. Kombinationen ergeben keinen Sinn, er will doch einen mechanischen Schaden beheben?

Exakt. Was gemeinhin der Hersteller tut, jedenfalls wenns keine Wald&Wiesen-Waage ist, die mit nem Einmachgummi und ner Kneifzange gefrickelt werden kann. ..

Mein ich auch. Doch implizierter "er" das nicht?

Genau. Nennt man "eichen". Ist aber eher ne Prüfung (und danach Kleben eines Siegels) Eingriffe ins Gerät oder gar "Ersatzteile" sind ausgeschlossen. Und es gilt sich ans Handbuch und die Anweisungen des Herstellers zu halten. Z.B. dürfen viele Waagen nur wenige Jahre auf dem Typenschild haben. Unsere Feinwaagen damals hatten das 4. oder 5. Typenschild...nach jeder Überholung gabs ein "frisches".

Nur wenn die Waage als Beweis herhalten muß. Der Kund e kann es verlangen. Doch gibt es auch Anwendungen, da interessiert es keinen, hauptsache sie ist genau. Im Labor etwa ist weniger die Eichmarke als vielmehr die Präzision interessant. Dennoch hatten die meisten Waagen ein Eichsiegel.

mfg, gUnther

"Metabastler" schrieb im Newsbeitrag news:f5bi3l$9nq$03$ snipped-for-privacy@news.t-online.com... ..

Hi, könnte sein, aber es ist nicht ganz klar. Unter den schrägen "Armen" oben und unten könnten die DMS kleben, da geht eine Leiterbahn "drunter". Wäre auch die logische Stelle für sowas.

Ack. Für den ersten Test tuts vielleicht einfach eine passende Mesingstange. Solche gibts im Baumarkt. Drehen würd ich eher nicht, das gbit zu heftige Kerbwirkungen. Dann schon lieber einen Draht aus Schweißmetall oder eben massives Messing. Sehr wahrscheinlich wurde über den Draht die "Last" eingebracht. Guck mal unter das Teil, Du wirst es wohl mal abschrauben müssen. Wenn die Verhältnisse und Materialien sind wie getippt, kannst Du ev. eine passende Messinghülse über die Bruchstelle hartlöten und das Teil einfach andersherum wieder einbauen. Ist dann nicht mehr so weich, könnte auch ev. mal nachgeben, aber es ist erstmal ein simpler weg. Weichlot wird aber nicht reichen.

mfg, gUnther

Hallo Bernd,

wie ich schon vermutet habe, das ist ganz klar ein Koppelband was Du da suchst. Da ist bestimmt was draufgefallen auf die gute Waage.

Deine Waage ist von der Wägezelle her eine mit Kraftkompensation, heist übersetzt, eine Spule in einem Topfmagneten (wie beim Lautsprecher) trägt das Gewicht (über Hebelwirkung verstärkt), der Strom der zum "Auftragen" benötigt wird steht dann im Verhältnis zur Last.

Ich glaube schon, daß Sartorius einen solchen Koppelstab/Koppelband noch liefern kann. Ggf. wende Dich mal vertrauensvoll an das Schulungszentrum von Sartorius, die sind (waren) wirklich fit ;-)).

Probleme wirst Du beim Einbau bekommen, denn die Höhenlage ist essentiell für die richtige Funktion der Waage. Achte sehr sehr darauf, das Du keine mechanischen Spannungen in das System bringst, denn dann wird die Waage unruhig und die Wägung instabil. Besonders empfindlich sind die Kraftlenker, die dünnen kupferfarbenen Blechchen, die in Deinem Bild senkrecht nach oben zeigen und mit Imbusschrauben fixiert sind. Diese halten die Kompensationsspule in dem Magneten, und dürfen dabei keine unlinearen Kräfte in "Bewegungs oder Biegerichtung" auf das System ausüben. Wir haben es damals einige Male üben müssen, diese Dinger zu erneuern. Mein Tip: schick das Ding in die Reparatur nach Sartorius. Ich weis, das kostet, aber sonst kostet es gerne mal das ganze Gerät.

Wenn Du es trotzdem versuchen möchtest und kein E-Teil bekommst, dann ermittle den Durchmesser der dünnen aber noch heilen Stelle des Stabes und anschließend einen Zugversuch, in dem Du die "Abrisskraft" ermittelst. Dann kannst Du auf ein Material zurückschließen und daraus bei einem Feinmechaniker ein neues Teil herstellen lassen. Ganz so kritisch ist das Teil der Wägezelle imho letztlich nicht. Versuch mach klug. Das Geheimnis ist immer die mech. Spannungsfreiheit bei eingeregelter Nulllage.

Hoffe, es hilft.

Grüße Uwe

st=20

s zur=20

[...]

Durch Zufall bin ich vor Jahren in den Besitz einer (Mettler-) Analysenwa= age gekommen (eine H 6 digital, Genauigkeit 0.1mg, vollmechanisch bis auf=20 eine Gl=FChbirne). Da man man der Bucht das eine oder andere g=FCnstig sc= hiessen=20 kann, hab ich inzwischen eine kleine Sammlung sch=F6ner Waagen aus den=20

1960-1980ern, bevor die vollelektronischen mit Digitalanzeige kamen.

Das sind reine Wunderwerke der Feinmechanik. Was da an hochpr=E4ziser,=20 ausgekl=FCgelter Mechanik drin ist, kann man nur bewundern. Bei einer der Waagen war ein Fachbuch dabei, in dem diverse W=E4gemethoden beschrieben wurden... unglaublich, was f=FCr Effekte zur W=E4gung ausgenu= tzt wurden. Feine Sachen!

Martin

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