Defekter Drucker HP 1115 (Netzteil-Macke)

Apr 23, 2005 9 Replies

Bei meinem Drucker (HP 1115 PhotoSmart) liegen auf Masse 115 Volt. Das Gerät ist eigentlich schutzisoliert, hat also nur einen 2-poligen Netzstecker. Ein "Kontakt" der Netzteilplatine ist mittels Schraube mit dem Chassis verbunden, soll also so sein. Die 115 Volt stammen von der Netzteilplatine, so weit bin ich schon. ;) Aber leider habe ich keinen Schaltplan. :( Ich vermute mal, dass ein Kondensator schuld ist, will aber nicht auf Risiko einen nach dem anderen tauschen. Hat evtl. jmd. einen Plan? Oder genau diesen Fehler schon gehabt und erfolgreich gelöst?



Stefan


Klingt komisch, ist aber so.

Das hat dann wohl auch seine Richtigkeit.

Das passt auch.

Von Schuld solltest Du nicht unbedingt schreiben. In der Tat sind zwei Kondensatoren dafür verantwortlich. Die tun aber nichts Falsches.

Von beiden Anschlüssen des Netzanschlusses ist jeweils ein sogenannter Y-Kondensator an die Schaltungsmasse geführt. Die beiden Kondensatoren dienen der Unterdrückung von EMV-Störungen und sind von speziellem Typ, der sicherstellen soll, dass man trotzdem ungefährdet an die Schaltungsmasse fassen kann. Diese beiden Kondensatoren bilden einen (kapazitiven) Spannungsteiler, der die Schaltungsmasse auf etwa halbe Netzspannung, also 115V bringt (sofern nicht irgendwie, z.B. per USB-Leitung und angeschlossenem Rechner und dessen Schuko-Anschluss geerdet). Sie sind so dimensioniert, dass der Ableitstrom (wenn die Schaltungsmasse mit Erdpotenzial verbunden wird) 5mA nicht überschreitet.

Wenn das alles ist, was an Deinem Drucker defekt sein soll, dann brauchst Du nicht weiter zu suchen. So weit das aus der Ferne zu diagnostizieren ist, ist das Gerät in ordnung.

Grüße,

Günther

Günther Dietrich schrieb:

Klingt nicht ganz unplausibel, danke für die Antwort! Über die Abschirmung des Druckerkabels zum PC wäre die Schaltungsmasse in der Tat mit dem Schutzleiter verbunden, die Sache mit den 5 mA werde ich mal nachmessen. Wenn ich nun aber 6 solcher Geräte betreibe, kann ich nur noch bei Kerzenschein leben, weil der FI-Schutzschalter sofort anspricht? Schliesslich addieren sich dann ja die Ableitströme?!

Stefan

Guten Morgen.

Du misst mit einem hochohmigen Instrument?! Lege doch mal ca 10kOhm über den Eingang, dann wirds anders aussehen. Finger weg!

gruß gottfried

Es ist nicht verboten, dass wir klüger werden.

Gottfried Gössl schrieb:

Ich verstehe nicht ganz, was Du sagen willst. Wenn ich einen Widerstand parallel zum Voltmeter schalte, habe ich einen Spannungsteiler. Vermutlich messe ich dann weniger als 115 Volt. Je kleiner der Widerstand, umso geringer dürfte die gemessene Spannung sein. Aber was soll mir das sagen?

Stefan

Gleich 2 Fehler in einem Satz ;)

Nö, du hast dann einfach einen Widerstand parallel zum Meßgerät. Ist ein Stromteiler, wenn du so willst...

Auch nö... In einer parallelschaltung sind die Spannungen gleich, der Widerstand und dein Meßgerät werden, sofern die Spannung stabil genug ist genau die Spannung haben, die du vorher gemessen hast!

Wenn du wirklich einen Spannungsteiler machst, dann ist das umgekehrt. Je größer der Vorwiderstand, desto weniger Spannung liegt an deinem Messgeät...

Gruß Chris

Guten Morgen.

Du misst mit einem hochohmigen Instrument?! Lege doch mal ca 10kOhm über den Eingang, dann wirds anders aussehen. Finger weg!

gruß gottfried

Es ist nicht verboten, dass wir klüger werden.

Bei meinem HP-Drucker, einem Deskjet 710C gibt es das gleiche "Problem", zwischen dem Schirm der Centronix-Buchse am Drucker und Erde komme ich auf

93V Wechselspannung / 70V Gleichspannung (nicht mit True-RMS gemessen), wird also irgendein Mischmasch sein. Der Drucker hat ein externes Schaltnetzteil. In diesem gibt es eine "Verbindung" zwischen Primär- und Sekundärseite über einen Entstörkondensator. Gemerkt habe ich das als ich mal den Stecker in den PC wurschtelte und mit meiner Hand zwischen Schirm und PC-Gehäuse kam.

Den gleichen Effekt gibt es überigens auch bei (älteren?) TV's an der Antennenbuchse.

Alex.

Christian Kirsch schrieb:

??? Egal wie gross ein Vorwiderstand am Multimeter ist, die Spannung, die das Multimeter misst, ist immer gleich! Zumindest theoretisch, den Innenwiderstand des Messgerätes vernachlässige ich in diesem Fall. Ich bezog mich auf einen Spanungsteiler aus C und R. Ja, ich weiss, dass dann noch die Phasenverschiebung mitspielt.

Stefan

"Stefan Brunert" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@uni-berlin.de...

Du hast ja von Widerständen gesprochen...

Schlecht... je nach dem welches Messgerät du hast ist der ganz schön weit weg von 'unendlich'... Wenn du einen digitalen Multimeter hast, dann wegen mir, die liegen im MOhm bereich.

Gut... von nem Kondensator stand in dem ganzen Posting nichts ;) D.h. du mißt bei nem RC Glied die Spannung des Widerstandes? Jetzt richtig?!? ;)

Dann hast du natürlich recht, daß wenn du einen kleineren R nimmst, die Spannung resp. dein Messgerät einen geringeren Wert anzeigt! Nix für ungut!

Gruß Chris

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