Chinesische Kerkos billig oder preisgünstig?

Dec 03, 2025 Last reply: 7 months ago 37 Replies

Hallo,



es geht um chinesische Angebote wie z.B. dieses (nein, ich möchte keine Werbung dafür machen):

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mit 10 Werten je 50 Stück für weniger als 10EUR)



Was könnte mich bei diesem Preis erwarten? Soll heißen, wie minderwertig können Kerkos dieser Bauart sein? Selbstverständlich könnte ich bei Reichelt, Mouser, Digikey o.ä. Mehr-oder-Weniger-Qualitätsware kaufen, bei der ich weiß, von welchem Hersteller sie stammen, z.B. Vishay, und selbstverständlich auch aus China. Sind diese Kerkos qualitativ besser als das oben genannte Angebot? Mancheiner wird möglicherweise behaupten, daß die sowieso aus derselben Fertigung stammen und der Preisunterschied nur durch den Vertriebsweg variiert.



Welche Kerko-Qualitätskriterien könnten eingeschränkt sein: mangelnde Spannungsfestigkeit (da steht 50V drauf, ich brauche sie für max. 12V), Kapazitätstoleranz (bei mir egal, weil's an den vorgesehenen Einbauplätzen nicht so genau zugeht, häufig Retrorechner), mangelnde Temperaturfestigkeit?



Ich frag mich wirklich, weswegen sie die THT-Bauteile zu diesen Preisen in einer Box nach .de senden können. Fußnote: die kommerziellen Bauteilpreise für (bessere) SMD-Bauteile auf 2000er- oder 5000er-Rollen sind mir tendentiell geläufig :-)



Gruß, Ralf


Am 03.12.2025 um 20:06 schrieb Ralf Kiefer: [...]

China, da kann man nicht wissen was man bekommt. Das Zeug kann prima sein oder Schrott.

Ich vermisse sämtliche Angaben zum Material - vermutlich also Y5V oder Z5U?

cu Michael

Nunja, es wird selbstverständlich die einfachste, also billigste Materialvariante sein. Was macht Schrott aus bei genau diesen Bauteilen, also Kerkos in THT in einem typischen gelben Gehäuse?

Gruß, Ralf

Da ich von so was ausgehe, nehme ich für höhere Anforderungen andere Kerkos, die ich nach vollständiger Spec kaufe.

Immerhin steht beim chinesischen Angebot 50V dabei :-)

Gruß, Ralf

Am 03.12.25 um 20:06 schrieb Ralf Kiefer:

Eine Kiste Kondensatoren in einer antiquiert wirkenden Bauform (New Old Stock?) mit unvollständigen technischen Daten. Insbesondere fehlt eine Angabe zum Material, welches bei Kerkos nicht ganz irrelevant ist.

Zumindest weißt du da vor dem Kauf, was genau du bekommst.

Der Preis auf ebay ist Wucher, Ali kann das für die Hälfte:

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Vom chinesischen Lager bis zum deutschen Logistikzentrum ist das ein kleines Stück Schüttgut in einem gut gefüllten Container (=Centbetrag), ab dem Logistikzentrum bis zu dir ist es eine Warensendung (=2.70€ minus Großkundenrabatt). Macht zusammen 3-4Eur. Die Bauteile selbst kosten praktisch nichts, insbesondere, falls es wirklich NOS ist.

Am 03.12.25 um 22:34 schrieb Michael Schwingen:

Das sowieso. Aber dennoch finde ich es reichlich unplausibel dass die

10µF Kondensatoren exakt dieselbe Bauform haben sollen wie alle anderen.

Marcel

Am 04.12.25 um 19:54 schrieb Marcel Mueller:

Warum? Du kannst 10uF/50V in 0805 bekommen, das sind gerade mal

2mm*1.25mm. Davon bekämst du gleich mehrere in diese gelbe Perle.

Tja, irgendwie müssen die Drähte ja auch stabil gehaltert werden ;-O

Ob die nun billig oder preisgünstigt sind: Kaufen und Ausmessen ! (Wozu hat man denn Messgeräte) Lieber beim Ali - denn wenn schon günstig dann richtig. Dann gegebenenfalls eine Rezi dazu schreiben.

Alierpress bietet mir als Erstkunden die Packung für 0,99EUR an. Schaunmermal, ich hatte jetzt bereits über Ebay für den "Wucherpreis" von 9,08EUR bestellt.

Was das Messen angeht: ich kann solch einen Kondensator statisch bei der gerade anliegenden Außentemperatur messen. Mehr nicht.

Vor geraumer Zeit hatte ich aus einem mir zugelaufenen Tütchen solcher gelben Kerkos einige stichprobenweise vermessen, weil die Beschriftung nicht mehr zuverlässig lesbar war: alle bei 88-95nF. Und so kamen sie ins 100nF-Fach.

Gruß, Ralf

Am 05.12.25 um 13:53 schrieb Ralf Kiefer:

Es ist gerade (nachts) hübsch kalt draußen, und einer der Pferdefüße bei Billig-Kerkos ist ein miserabler Temperaturkoeffizient.

Y5U/Y5V kann innerhalb des zulässigen Temperaturbereichs um mehr als 80% (kein Tippfehler!) nach unten vom Sollwert abweichen. Und Z5U mag überhaupt keinen Frost.

Guter Tip zum Spielen :-)

Ok, so könnte man die Vermutung erhärten, daß es sich um Y5U o.ä. handelt. Für meine Anwendungen spielen Temperaturen unter 20Grad eher keine Rolle, weil diese Rechner prinzipiell in Innenräumen bleiben und auch nur dort betrieben werden.

Gruß, Ralf

Am 05.12.25 um 16:26 schrieb Ralf Kiefer:

Das hilft leider auch nicht. :-(

Die Mistdinger haben einen "Sweet Spot" bei ca. 10° (Y5U) bzw. 40° (Y5V), wo die Kapazität sogar etwas über dem Nennwert liegen kann. Sowohl bei höheren, als auch bei niedrigeren Temperaturen fällt die nutzbare Kapazität hingegen rapide ab.

Y5U bei 65° Betriebstemperatur (noch recht zivil in Geräten, die warm werden) => rechne mit satten -40% Kapazitätsverlust.

Hier mal ein Datenblatt eines Markenherstellers zur Veranschaulichung:

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für gängige Materialien ab Seite5.

Danke für den Denkanstoß. Daß das für Y5U u.ä. dermaßen übel aussieht, war mir nicht bewußt.

Gruß, Ralf

Hat er denn keinen Kühlschrank mit Gefrierschrank ?

Ich habe mir einen kleinen TK Würfel als mini Klimaschrank hergezogen, kann zwar nur knapp -25 aber das ist schon guter Indikator.

Bei Ts > 90 Grad fangen die allerdings an zu stinken, dafür sind die nicht gut, aber hohe T's geht ja auch mit einer Heissluftpistole ausserhalb ;-)

PS: du legst das DUT in den TK und misst dann ganz schnell, wenn dus rausnimmst.....

--

Noch wichtiger ist m.e.a. der Spannungskoeffizient. Bei Nennspannung hat nur noch wenige Prozent der Ausgangskapazitaet, ausser bei NP0

Probier dass doch mal differentiell zu messen (columbs) und dann mit einem Impedanzmessgerät bzw. Messbrücke ........

Am 06.12.25 um 18:07 schrieb Joerg Niggemeyer:

Schwierig. Die modernen Messbrücken können (in bezahlbar) nur wenige Volt DC-Anteil, wenn überhaupt.

Und die schicken alten Kisten aus der Röhren-Ära existieren funktionsfähig nur noch in wenigen Exemplaren in gut behüteten, privaten Sammlungen.

Am 06.12.2025 um 18:56 schrieb Hergen Lehmann:

Ich biete Messung mit 0.1% Fehler mit 100Hz, 120Hz, 1kHz, 10kHz, DC

0.3V, 0.6V, 1V

Würde das nutzen?

Grüße

Hallo,

Am 06.12.25 um 18:56 schrieb Hergen Lehmann:

ich würde das dann in einer Oszillatorschaltung messen und kapazitiv entkoppelt die Gleichspannung zuführen.

Quasi ähnlich wie man Kapazitätsdioden messen kann.

Bernd Mayer

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