zu blöd für Reed-Schalter

Aug 18, 2023 Last reply: vor 2 Jahren 52 Replies

Hi Leute, ich habe mir bei eBay eine Tüte günstige Reed-Schalter (normaly opened) geschossen und zum Testen an den Durchgangsprüfer des Multimeters angeschlossen. Ergebnis: Frisch aus der Tüte sind die alle geschlossen. Geht man mit einem Magnet ran, sind sie danach zufällig geschlossen oder offen, je nach Lust und Laune. Bei einigen ist die Funktion nahezu wie erwartet, aber immer öffnen sie nicht nach dem Entfernen des Magnetes.



Gut, eBay-Qualität halt. Also bei Farnell bestellt: KSK-GR560-1015

formatting link
Erster Reedschalter aus Tüte ans Multimeter: Durchgang. Magnet ran und wieder weg: offen Danach ziemlich zufällig Zweiter: Ähnlich Dritter: Scheint einigermaßen zu funktionieren.



Verhalten nicht besser wie bei den eBay-Teilen.



Ich bin also zu blöd und weiß irgendwas Fundamentales über Reedschalter nicht.



Achja: Angeschlossen über die langen dünnen Hirschmann-Klemmen, ohne die Anschlussdrähtchen dabei nennenswert zu biegen.



Hat jemand eine Idee? Sollte eigentlich keine Raketentechnik sein.


Am 18.08.2023 um 08:00 schrieb Michael S.:

Ich 'verbrauche' im Jahr ca. 25-30 Reedkontakte. Sowas habe ich nur einmal erlebt und da war der Magnet einfach zu mächtig. War ein Magnet für eine Haltelast von knapp 10Kg. Hatte eine andere Aufgabe aber dem hatte ich einen Reedkontakt noch zugefügt. Hat er(und 2 weitere) nicht überlebt. Jetzt habe ich ca. 4cm Abstand. . .

J.J.

Hallo,

Reedschalter haben auf den ersten Blick seltsames Verhalten bezüglich Position und Ausrichtung des Magneten. Etwas Literatur, z.B. von einschlägigen Herstellern, erklärt aber alles.

Dauerhaftes Kleben läßt sich ggf. durch entmagnetisieren beheben, ansonsten -> Schrott.

Grundsätzlich mußt du dir immer den Feldlinienverlauf vorstellen. der muß zur Aktivierung immer längs durch den Reedschalter gehen.

Wolfgang

Am 18.08.2023 um 08:00 schrieb Michael S.:

Nachtrag zu den Hirschmannklemmen.

Sind die eventuell aus Eisen und magnetisch?

Am 18.08.2023 um 11:37 schrieb Wolfgang:

Am 18.08.2023 um 08:00 schrieb Michael S.:

Das ist offensichtlich eine falsche Methode, die Reedschalter magnetisch zu betätigen.

Ich kenne das so, daß sich die Reedschalter über die ganze Länge im Zentrum einer Luftspule befinden. So habe ich die schon mal mit 50 Hz geschaltet - 0 Fehler. Selbstverständlich müssen Öffner ohne Magnetismus alle offen sein!

Am 18.08.2023 um 11:41 schrieb Helmut Schellong:

Im Datenblatt steht: min. 10 AW, max. 15 AW Das muß natürlich beachtet und umgesetzt werden.

Normal is ne Spule drumherum und das Feld ist längsorientiert.

w.

Fri, 18 Aug 2023 08:00:12 +0200, Michael S.:

Du machst da irgendwas falsch. Ich kaufe im Jahr für meinen Arbeitgeber

(Stichproben-)Eingangskontrolle - bei der ich jeweils den Reedkontakt axial in eine Luftsule lege und den Strom beim An- und Abschalten beobachte. Ich habe da einmal eine Charge mit leicht ausserhalb der Toleranz liegender Empfindlichkeit gehabt - aber nicht einen, der sich wie von Dir beschrieben verhalten hätte.

Von Standex-Meder gibt es ein schönes Buch zu allen Aspekten von Reed-Kontakten und Reed-Relais. Auch Online findest Du da viel.

Bei Betätigung mit Permanentmagnet mußt Du Dir genaue Gedanken machen, wie der Magnetfluß verläuft. Mittig dicht neben dem Reedkontakt müßtest Du einen Stabmagnet eher parallel zum Glasgehäuse orientieren.

Andreas

Andreas Oehler schrieb:

Das Problem war, so wie ich es verstehe, dass die normally open nicht normally open sind. Entweder falsch beschriftet oder die wurden heftig magnetisiert.

HI Michael,

Achtung mit solchen Supermagneten, wie sie heute überall zu finden sind, wo sie nichts verloren haben. Wenn Du mit einem zu starken Magneten die Teile magnetisierst, dann kommt es zu dem von Dir beschriebenen Effekt. Dann mit einer Entmagnetisierdrossel die Teile wieder entmagnetisieren, dann sollte es wieder gut sein.

Egal wie weichmagnetisch die Teile sind: Mit viel Magnetfeld bekommt man Restmagnetisierung drauf.

Marte

Am 18.08.2023 um 19:47 schrieb Marte Schwarz:

Das ist die plausibelste Erklärung. Dazu passt nur nicht, dass ich die Dinger bereits im geschlossenen Zustand aus den Tüten gezogen habe, bevor ein Magnet in die Nähe gekommen ist. Könnte natürlich versehentlich passiert sein, aber bei zwei verschiedenen Tütchen zu unterschiedlichen Zeiten, hmm.

Als Magnet habe ich einen Neodym-Magneten verwendet, ca. 10mm x 15mm x

3mm. So groß und stark ist das Ding noch nicht.

Steht das irgendwo in Datenblättern, dass die sich aufmagnetisieren können? Ich hatte gezielt danach gegoogelt und nichts gefunden.

In einem Fall (auf die Feldlinienrichtung habe ich geachtet) gabs den Effekt, dass der Schalter in unmittelbarer Nähe des Magnets geschlossen war, zwischen 3 und 7cm Abstand war er offen und nach vollständiger Entfernung des Magnets war er wieder geschlossen. Passt alles zu irgendeinem Restmagnetfeld.

Michael

Hallo Michael,

Ohne weitere Worte ;-)

Steht irgendwo in einem Elko-Datenblatt was von Induktivität?

Very strange.

Den Effekt mit den Neodym-Magneten kenne ich jedenfalls. Ich fand die Erklärung des Physikers in der Gruppe dann auch sehr plausibel. Wir wollten die Teile einsetzen, um eine Klappe mit Magnetverschluss daraufhin zu detektieren, ob sie zu ist. Was lag da näher, als einfach eines der ohnehin verwendeten Magnetete an einer benachbarten Stelle über einen Reedschalter zu legen. Zum Schluss kamen da jetzt Hallsensoren dran, die kennen den Effekt nicht.

Marte

Am 19.08.2023 um 09:25 schrieb Marte Schwarz:

Ich hätte zumindest erwartet, dass eine maximal zulässige Feldstärke im Datenblatt steht (Abs Max Rating). Das gibts eigentlich für die meisten elektronischen Bauteile in irgendeiner Form.

Ja, Plan-B. Macht es aber komplexer, das Projekt soll sich aus Batterien versorgen und da haben Halls definitiv erhebliche Nachteile bezüglich Ruhestrom.

Michael

Am 18.08.2023 um 16:43 schrieb Andreas Oehler:

Genau. Deshalb auch mein Posting. Ich gehe davon aus, dass das Problem hinter den Augen sitzt und nicht im Reed-Schalter.

Muss ich mal suchen.

Das ist klar, aber nicht das Thema. Problem ist, dass die Dinger nach Entfernen des Magnetes geschlossen bleiben.

Michael

Am 18.08.2023 um 11:59 schrieb Helmut Wabnig:

Normal ist, dass die ohne äußeres Feld offen sind, was bei mir nicht zuverlässig der Fall ist.

Michael

Am 18.08.2023 um 11:37 schrieb Wolfgang:

Grundsätzlich sollten die ohne äußeres Feld offen sein, was bei mir aber nicht zuverlässig der Fall ist.

Michael

Dazu paßt nur die Erklärung, daß Du nicht versehentlich einen Supermagneten in die Nähe der Reed-Schalter gebracht hat. Dazu paßt auch die Erklärung, daß der freundliche Chinese ein Packerl Reedschalter an Michael versendet hat und obendrauf ein Packerl Supermagnete an Rashid, Amol, Sika, Georgy oder 伟. Ebenfalls denkbar ist - abhängig von der Qualität dieser Reedschalter - daß schon die Elektromagnete reichen, wie sie in jeder automatischen Sortierstation der Post verwendet werden.

Alle (Eisen)Metalle können sich bis zu einem gewissen Grad aufmagnetisieren. Wenn die Remanenz groß genug ist, bleibt der Kontakt geschlossen. Schön ist das natürlich nicht und mir auch noch nicht passiert. Ich habe schon einige Ferritmagnete durch Nd ersetzt (Motorradtacho), weil die sich irgendwie kaputtgelangweilt haben.

Der Gegenpart von denen hier:

formatting link
Bislang keine klebenden Kontakte.

Volker

Vielleicht hat es die Teile durch Deine Experimente oder Mißhandlung auf dem Versandweg schon verbogen und deswegen sind sie nun mechanisch instabil. Das Datenblatt vom MS-228-4

formatting link
sagt: "Ansprecherregung AW 15-30" und "Abfallerregung AW 5". Finde "Amperewindungen" jetzt zwar eine merkwürdige Größe, aber in Zusammenhang mit der ominösen Testspule "TC- 200" wird man das wohl in eine Feldstärke, Flußdichte, usw. umrechnen können.

Ich gehe davon aus, daß so ein Reedkontakt sauer wird, wenn man ihn mit 100 oder

1000 AW foltert. Nachdem es bei Deinen Exemplaren eh schon wurscht ist: Schau mal (mit der Lupenbrille), was passiert, wenn Du den fettesten Nd-Magnet aus Deinem Fundus dranhältst.

Volker

Hi Michael,

Halbleiter schon, bei passiven wirds schnell dünn. Bei Schaletr etc noch dünner. Ich hätte da keine großen Hoffnungen an Datenblattinhalte jenseits des allernötigsten. Das von Dir zitierte Schalterchen hat vom Markenanbieter ein einseitiges Datenblatt. Was erwartest Du?

Die Versorgung von eniem µC-Pin und dann nur kürzestmöglich vor dem Messen auch bestromen. Diese Zeit steht tatsächlich im Datenblatt ;-) Bei uns waren 5 Messungen pro Sekunde ausreichend mit wenigen µs Strombedarf. Unterm Strich also kaum Stromaufnahme. Aber gegenüber einem passiven Reedschalter ist es viel.

A propos Magnet: Den übelsten Fall gibts bei direkter Berührung an den Anschlüssen mit dem Magnet. Dann ist auch bei nicht-neodymen Magneten alles zu spät. Die Teile brauchen in der Regel nicht vioel Magnetfeld. Das mit den Amperewindungen ist gängig, um die Anzahl der Windungen um das Teil herum einfach ermitteln zu können. 10 bis 15 AT. Das ist nicht viel Magnetfeld, um das Teil zu schalten..

Marte

Sollte eigentlich gehen:

formatting link
Warum geben die bei dem Magneten N/S an? Sollte das nicht wurscht sein? Gibt es bei Dir störende andere Magnetfelder?

formatting link
"Reed switch stays ON even without a magnet?!?"

Grüße, H.

Join the Discussion

Have something to add? Share your thoughts — no account required.

Didn't find your answer?

Ask the community — no account required