RF bestimmen

Aug 03, 2006 7 Replies

Hallo zusammen,



Ich habe vorhin spaßeshalber einen Serienschwingkreis mit einem 100nF Kondensator und einem Kopfhörer (billiger Ohrstöpsel) aufgebaut und die Spannung an der "Spule" am Oszi angezeigt. nun bekomme ich von 0 bis ca. 1500 Hz einen anstieg der Amplitude. Danach bleibt die Amplitude bis ungefähr 300kHz gleich. Ab 300kHz sinkt sie nur ganz langsam ab. Selbst bei 3 MHz ist immer noch Amplitude sichtbar vorhanden ohne am Messbereich etwas verstellt zu haben.



Frage1: Wie bestimmt man nun die Induktivität des Kopfhöhrers vernünftig. Durch die mechanische Kopplung scheint die Güte ja dermaßen schlecht zu sein, dass ein Messen auf diese Weise nicht möglich ist.



Frage2: In Schaltplänen von Verstärkern sieht man oft einen Kondensator zum Lautsprecher in Reihe. Ist der bei einer solchen Güte nicht eigentlich völlig egal außer vll noch zum verhindern von echten Gleichspannungen?



Bin auf weitere Gedanken dazu gespannt.



MfG,



Markus


Der mit den mehreren Millifarad?

Der ist _nur_ zur DC-Entkopplung da. Du hast bei Deinen Messungen ja gesehen, daß der Lautsprecher hauptsächlich ohmsch ist.

Gruß Henning

"Henning Paul"

Ok. Danke für die Bestätigung.

Hallo,

Markus schrieb:

Ein Kopfhöhrer ist alles, nur keine Spule.

Primär ist es ein Ohmscher Widerstand. Bei höheren Frequenzen wird es dann schon etwas Induktiv. Aber jenseits 300kHz misst man eher die Parasitärkapazitäten und die Leitungsinduktivität.

Gar nicht. Er hat keine Impedanz, die man mit einer Induktion sinnvol beschreiben könnte.

Lege mal über einen 100-Ohm Widerstand Rauschen an den Kopfhörer und analysiere das Spannungssignal am Kopfhörer nach der Frequenz (Soundkarte + FFT tut es).

Das soll auch so sein. Sonst würde es grauenhaft klingen.

So ist es, bzw. sollte es sein. Manchmal sind die Dinger aber viel zu knapp ausgelegt. Dann gibt es Bassabsenkung.

Marcel

Im Wesentlichen ein mechanischer Parallelschwingkreis, dem eine zweite Resonanz durch den elektrischen Anteil überlagert ist, deshalb gibt's

40dB/Dekade beim Bass. Die Kenndaten wären aus Rückstellkraft der Membran, Membranmasse (inkl. Spule), mitschwingender Mediummasse und Membranreibung sowie Indunktivität und Widerstand der Erregerwicklung zu ermitteln. Ist machbar. BTDT, GTT. Bei einem Ohrhörer/Kopfhörer wird es wohl eher miserabel gehen, weil die Mechanik dabei klein wird... Man braucht Vakuumkammern und einen guten Messplatz...
Johannes You can have it: Quick, Accurate, Inexpensive. Pick two.

Marcel M=FCller schrieb:

Vielleicht w=FCrde es etwas besser, wenn man die Membran abmontiert. Die Wicklungskapazit=E4t =E4ndertz sich nat=FCrlich dadurch auch nicht.

FFT? Gibts da irgendwo ein brauchbares Freewareprogramm?

Auch das ist manchmal gewollt. Insbesondere bei kleinen Lautsprechern, die sowieso keine B=E4sse k=F6nnen. Gruss Harald

Harald Wilhelms schrieb:

Einfach WAV aufnehmen, dann in LTSpice/SwitcherCAD einbinden und dort anzeigen/FFT oder sonstwas damit machen.

Schau dir das Beispiel in /Examples/wavein.asc an.

HTH Gruß Andy

Hallo,

Harald Wilhelms schrieb:

Für qualitative Aussagen reicht Audacity völlig?

Für den semiprofesionellen Bereich verwende ich selbstgeschriebenes. Es ist ganz erstaunlich, wie man in NF-Bereich mit mehr oder minder Feld-Wald-und-Wiesen-Equipment (PC, Soundkarte, Stereoanlage) die Messergebnisse professioneller Labors reproduzieren kann.

Das ist richtig. Dann aber nur bei Aktivboxen, wo Verstärker und Box eine Einheit bilden. In der Qualitätsklasse besser bekannt als Brüllwürfel.

Marcel

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