ich soll für unseren Sportverein eine Musikanlage in unsere Turnhalle bauen.
Lautsprecher, Endstufe, Funkmikro, Mischpult usw. habe ich schon besorgt, funktioniert auch alles soweit.
Nun soll der Übungsleiter per (Funk)fernbedienung die Lautstärke einstellen können...
Ich dachte an eine 868MHz-Fernbedienung + Atmel µC...und hier kommt schon das Problem - wie kann ich ein Audiosignal von einem µC aus in der Lautstärke regeln? Ich habe alternativ 2 Cinchkabel oder 2 XLR-Kabel, die vom Mischpult zur Endstufe gehen...
Gibt es da evtl. einen fertigen IC der mir das abnimmt? Würde da ein "digitales Poti" weiterhelfen? Wenn ja, wie schaut die Schaltung aussenrum aus...oder soll ich lieber im Mischpult das Master-Poti durch solch ein elektronisches Poti ersetzen?
Fragen über fragen...vllt kann mir ja von euch jemand weiterhelfen :-)
Danke schonmal im voraus, Martin
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M
MaWin
"Martin Hinterdobler" schrieb im Newsbeitrag news:f7tqfe$8c7$ snipped-for-privacy@online.de...
Poti muss halt mit einer Spannung versorgt werden, die positiver ist als jedes Audiosignal und negativer als jedes Audiosignal, also +15V/-15V, kann nicht jedes, um nicht zu sagen die wenigsten. Vieliecht liegt dein Audiosignal aber auch nur zwischen 0V und 5V.
Manfred Winterhoff
J
Joerg
Hallo Martin,
Das digitale Poti koennte sogar die beste Loesung sein, aber nur, wenn es eine Version mit interner Speicherung seiner Stellung ist. Das vermeidet, dass es beim Einschalten der Anlage eine hoellischen Knackser gibt oder ein anfaenglicher Huster des Uebungsleiters als Donnerschlag ueber die Lautsprecher kommt, bis der AVR geregelt hat.
Das beste waere natuerlich ein Motor-Poti am Mischer mit "Override" Kupplung. Dann kann man sowohl die Stellung erkennen als auch am Mischer selbst mitregeln.
Falls wenig Zeit, aber genug Budget da ist: Sieh mal, was Sennheiser im Programm hat. Vielleicht gibt es dort etwas fertiges. Zumindest koennten die einem weiterhelfen. Oder Sebastian Zuendorf hier aus der NG fragen :-)
Gruesse, Joerg
http://www.analogconsultants.com
M
Martin Hinterdobler
Hallo Joerg,
Danke für dein Mail...wie würde die Schaltung rund um so ein digitales Poti aussehen? Reicht das so wie MaWin es schreibt oder braucht man da noch OpAmps etc??
Signal ---+ | Poti-- Ausgang | GND
Ich würde mit der Schaltung zwischen Ausgang Mischpult und Eingang Endstufe (XLR) gehen.
Viele Grüsse, Martin
D
Dieter Wiedmann
Martin Hinterdobler schrieb:
Durch ein Motorpoti. Bei Pollin gibts zur Zeit welche für Appel&Ei, sind aber AFAIR 100k/lin.
Gruß Dieter
M
Martin Hinterdobler
Hallo Manfred,
danke für die schnelle Antwort :-)
Der CS3310 liest sich ganz gut. Woher bekomme ich die positive und negative Versorgungsspannung? DC/DC-Wandler oder ist da mehr Aufwand notwendig?
Das verstehe ich jetzt leider nicht ganz...würde es reichen, diese Schaltung zu benutzen:
Signal ---+ | Poti-- Ausgang | GND
oder braucht man dazu wie du schreibst noch +15V/-15V? Braucht man dazu nicht noch ein paar Opamps etc? Wenn ich obige Schaltung benutze wird der Ausgang des Mischpultes doch belastet, oder?
Mein Audiosignal ist ein "normales" Cinch-Signal, also so um die 0,7V WIMRE...
Viele Grüsse, Martin
O
Oliver Bartels
Ich füg mal:
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hinzu, da gibt es das Zeug tonnenweise.
Maxim hat auch, da Du (OP) keine Serie bauen willst, ist der Typ unproblematisch, die Teile gibt es bei vielen Katalogversendern:
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Bei RS-Components haben sie eine komplette Rubrik nur mit Digitalpotis, inkl. Testboards, da sollte etwas dabei sein:
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Wenn es einfach sein soll:
Nimm solche mit integriertem EEPROM und Up/Down, da brauchst kannst Du ein Funkmodul mit integriertem Decoder nehmen und einfach den einen Ausgang mit Up und den anderen mit Down verbinden, der Entwicklungsaufwand ist dann minimal.
Wichtig: Bitte die maximalen Eingangsspannungen beachten, Du solltest einen Typ nehmen, der auch mit negativen Spannungen umgehen kann oder die Audiosignale per Abblockkondensator (bitte keine Keramik!) und R-Netz zentrieren. Beim Motorpoti gibt es die Einschränkung natürlich nicht, das könnte ein Vorteil sein.
Für jeden dieser ICs sollte es eine Standard-Applikation geben, die der Hersteller üblicherweise entweder direkt im Datenblatt oder schlimmstenfalls als gesondertes Dokument veröffentlicht.
Sollte diese Regel ausnahmsweise mal nicht zutreffen, dann gibt es im Zuge des "technischen Fortschritts" wahrscheinlich einfach keine nennenswerte Außenbeschaltung für den Analogteil mehr, sondern einfach nur noch IN, OUT und GND.
Mit einiger Wahrscheinlichkeit ist das bei einem neuzeitlichen Mischpult eh' schon elektronisch, wenn auch allerdings nicht unbedingt digital angesteuert.
J
Joerg
Hallo Martin,
Symmetrisch ist das aber nicht ohne weiteres. Du kannst solche Potis mit
10K bekommen, darunter kann es rar werden, was den Vorrat bei Haendlern angeht. Da muss dann hinten ein Puffer dran. Opamp oder diskret.
Gruesse, Joerg
http://www.analogconsultants.com
J
Joerg
Hallo Dieter,
Bei Audio braucht man log taper. Doch man kann das zumindest annaehernd mit einem Widerstand vom Schleifer an eine Seite machen. Wie das geht, steht hier:
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Gruesse, Joerg
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D
Dieter Wiedmann
Joerg schrieb:
Kommt ganz drauf an wie das Mischpult aufgebaut ist. Meist läuft das Audiosignal nicht mehr über das Poti sondern über einen VCA, und der hat gleich eine logarithmische Kennlinie. Das Poti muss dann nur eine lineare Steuerspannung liefern.
Gruß Dieter
J
Joerg
Hallo Dieter,
Dann muesste man den Mixer hacken. Ich hatte Martin so verstanden, dass er das an RCA/Cinch oder XLR haengen wollte. Wahrscheinlich Line Level Audio.
Gruesse, Joerg
http://www.analogconsultants.com
R
Ruediger Klenner
"Dieter Wiedmann" schrieb:
Aus dem hohlen Bauch heraus ist ja immer gefährlich, aber, angeregt durch MaWins supergeniale Idee:
erschien vor meinem geistigen Auge:
o---+ | \ o \ \. o | ___ +--|___|--+--o | | \ o | \ --- \. --- o | | | --- ---
created by Andy´s ASCII-Circuit v1.0 Beta snipped-for-privacy@web.de
Die Schalter sind natürlich CMOS, 4066 o.Ä. und werden vom uC angesteuert.
(Erläuterung: Dann fliessen Ladungsmengen im Verhältnis der Schaltzeiten, so dass die Eingangsspannung mit diesem Zeitverhältnis multipliziert die gewünschte Ausgangsspannung ergibt.)
bei f_s > 40kHz (s für switch) kann auch ein billiger
8bit&pin sagenwirmal mit 4 oder 5 bit Auflösung ne PWM per bitbanging zusammensetzen, wenn er sonst nix zu tun hat. Reicht doch! (?)
Mit timer oder PWM on chip, und das haben die heute *alle*, auch die Kleinsten uC (PIC 12F z.B.) ergibt sich natülich noch deutlich mehr an Auflösung, man denke in Grössenordnungen!
Jetzt noch schnell den duty-cycle abhängig von irgendetwas gemacht, vorzugsweise von dem, was die Fernbedienung so sacht (default = letzter EEPROM-Wert). Das bestimmt dann die Lautstärke (Dämpfung).
Apropos RC: RC auch vielleicht zwischen 1/w der höchsten Kreischfrequenz, die sich NF-bezüglich denken lässt und der Schaltfrequenz ansetzen? Soll ja einerseits restaurieren, das Filter, und natürlich die Schaltfrequenz wegputzen, also grenzfrequenzmässig irgendwo dazwischenliegen... (möglichst so, dass es das Wichtigere besser macht als das Unwichtigere :)
Also Schaltfrequenz hoch legen; mit PWM/timern on chip (haben die uC heute alle, auch die Kleinsten) wird's flott genug so dass dann bei den analogen Filtern etwas Entlastung eintreten kann.
Ach ja, die Fernbedienung: Wenn ab & zu mal was auch immer (RC5) eingelesen wird (natürlich interruptverdächtig), dann für diese Zeit (wenige -zig us, da man das per state-maschine macht(!)) die Ladung auf dem C einfach konstant halten, beide Schalter offen lassen?
Denk' ich mir jedenfalls grad so. (Gäb noch Alternativen, aber unnötig hier)
Sollte also alles selbst für die allerbilligsten 8-bitter/
8-pinner für < 1 Euro bei Reichelt&Co kein Thema sein!. Die SW macht alles, HW kostet nix mehr!
Hab' ich irgend etwas Wichtiges übersehen?
(Wenn die SW abstürzt ist entweder Totenstille oder maximale Lautstärke, je nachdem. Aber ordentliche SW stürzt natürlich nienichtniemals ab *kicher*. Und da einmal im Jahr Karneval ist, gibts ne Vorzugsrichtung für´den Fehlerfall in HW, in Richtung Stille :)
D
Dieter Wiedmann
Joerg schrieb:
Das ist auch dringend anzuraten, jeder Knopf mehr verwirrt nur die Benutzer. 'Keep it simple' ist doch auch gerne dein Spruch.
Gruß Dieter
A
Andreas Weber
Oliver Bartels schrieb:
Hi Oliver, habe jetzt schon so oft gehört, dass Keramik nicht in Filter für Audioanwendungen gehören, aber genaue Begründung ist mir nicht klar.
Dachte gehört zu haben, dass die Kapazität leicht von der Spannung abhängt, aber keine Quelle/Erklärung dazu gefunden.
Hast du einen Link?
btw: dann dürfte Keramik ja in gar keinen Filter, sondern nur zum abblocken verwendet werden.
Gruß von Andy
D
Dieter Wiedmann
Andreas Weber schrieb:
Ganz normaler Piezoeffekt, bei Epcos findet man auch Literatur dazu. Konkrete Kurven gibts dann in den Datenblättern.
Kommt ganz drauf an welche Keramik und mit wieviel Verzerrungen man leben kann. Wenn man die DC-Vorspannung passend wählt, und die Amplitude hinreichend klein ist, ist das alles halb so wild.
Gruß Dieter
M
MaWin
"Andreas Weber" schrieb im Newsbeitrag news:46a32c69$0$31627$ snipped-for-privacy@newsspool3.arcor-online.net...
Wobei /etwas/ etwas untertrieben ist: Der CELMK212BJ225KJ von Taiyo Yuden beispielsweise (2u2/1v) verliert bei 10V schon 30% seiner Kapazitaet.
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Beim Abblocken ist die Kapazitaetsaenderung sogar erwuenscht, verhindert Schwingungen.
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net
homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/
de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/
Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask.
Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.
M
MaWin
"Martin Hinterdobler" schrieb im Newsbeitrag news:f7tsml$b49$ snipped-for-privacy@online.de...
Natuerlich, sonst wuerde ich es nicht schrieben.
UM 0.7 ist richtig.
So +15 und -15 drumrum, je nach Verstaerker. Billigschrott wird auch schon mal mit nur -9V/-9V versorgt.
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net
homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/
de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/
Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask.
Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.
R
Ruediger Klenner
"Andreas Weber" schrub:
Dieser Effekt (Kapazitätsänderung) ist für Koppel-Cs vermutlich nicht so superwichtig. Problem dürfte vielmehr hier der Piezoeffekt sein.
Spannungsänderungen (NF) bringen sie zum mechanischen schwingen und das wiederum bringt dann umgekehrt nichtlineare Verzerrungen und Autokorrelation ins Signal.
Vielschicht soll etwas besser sein?
kann man eigentlich öfter lesen, nett beschrieben z.B. von Bob Pease:"Troubleshooting Analog Circuits" Kapitel 4.
Für Filter sind natürlich noch andere Dinge zu überlegen, aber auch gerade Koppel-Zehen können 'klingeln'. Denke, das war gemeint.
(Anpassnetzwerke/Filter: Hohe Spannung (im Resonsnzfall z.B.) ==> fetter Piezoeffekt)
O
Oliver Bartels
Spannungsabhängigkeit der Kapazität, dadurch wie beim Varicap-Mischer Bildung von Mischprodukten.
Die Kapazität ist wegen des Piezo-Effekts deutlich von der anliegenden Spannung abhängig. Und damit kann es bei im Vergleich zur Vorspannung signifikanten Audio-Pegeln bei großen CerCos zu Verzerrungen kommen.
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Nicht "nur", es ist wie immer ein Kompromiss und es gibt
1023 andere Anwendungen für CerCos, z.B. in Schaltreglern. Da ist der niedrige ESR (Ersatz- Serienwiderstand bei einer Frequenz) zusammen mit der heute erreichbaren großen Kapazität ein echtes Plus.
Es hängt von den Pegeln und den Qualitätsansprüchen ab, die man hat, und davon, wie breitbandig man übertragen muss und ob entstehende Mischprodukte stören können.
Außerdem hängt es vom benötigten Kapazitätswert ab, C0G und NP0 Material zeigen praktisch keine Spannungs- abhängigkeit der Kapazität, dafür ist ihre Kapazität für Audio im allgemeinen zu klein (Ausnahmen: HF-Block). In Empfängern z.B. sind zudem die Pegel so klein, dass der Effekt eh' keine Rolle spielen täte und die positive Eigenschaften der Keramik wie eine extrem hohe Güte bei Weitem überwiegen.
Beim Abblocken von Versorgungsspannungen kann der Effekt, wie MaWin schon schrieb, sogar nützlich sein.