Straßen von 1920 waren zuweilen so schlecht nicht. Damals hatte manche Gemeinde, die mit großen Industriebetrieben beglückt war (weil sie an der Eisenbahn lag, damals essenziell für einen Großbetrieb) genug Geld, sich stabile Straßenbauten zu leisten. Die wurden dann erst durch die Betonplatten-Tieflader zerrammelt, die für das Wohnungsbauprogramm die Großbauteile gekarrt haben, da das Betonwerk an einem Ende der Stadt (neben den Kiesgruben), die Baustelle aber am anderen Ende war. OK, heutige 40-Tonner hätten das Pflaster dann natürlich genauso zerrammelt, derartige Kolosse fuhren in der DDR eher selten herum. So viel Erdöl gab's da gar nicht, dass man die hätte betreiben können.
Da ist manche Straße, die ich heute so als Fahrradfahrer lang fahren muss, deutlich miserabler im Zustand. Wir sind von der Warenmangel- gesellschaft in die Geldmangelgesellschaft geraten, aber Mangel bleibt es (oft genug) halt trotzdem.