Die Chinesen wieder... (gefaelschte Bauteile)

Feb 10, 2010 121 Replies

Hallo,



hab vorher ein Steckernetzteil geöffnet, weil irgendwas lose drin rumklapperte. DVE 12V 1,5A. Wo das lose klappernde Plastikteil herkommt ist unbekannt, aber nachdem ich mir die Schaltung genauer angesehen hab, auch uninteressant... Erstmal der übliche Chinamist, vorgesehene Bauteile fehlen (Entstörkondensator, MOV, Kühlkörper), Primärelko viel kleiner als Vordruck dafür, schrottige 2-Transistor-Schaltung, also üblich. Der Ausgangselko sah eigentlich ganz gut aus, auf den ersten Blick:

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Moment, Rubycon mit der Form der Druckentlastung? Die haben doch nen K. Das Teil könnte Elna sein.Oder irgendwas chinesisches. Moooment, hat das Ding 2 Lagen Schrumpfschlauch? Also ausgelötet.
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Zu heiss gewaschen? ;) Dass da was oberfaul ist, ist klar. Also mal genauer schauen:
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Das kann jetzt doch nicht wahr sein? Man beachte, 12V Ausgangsspannung.



Netzteil nummer 2, Baugleich, brachte das hervor:

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Also ist man sich uneinig, welche Elna-Baureihe man da nimmt?



Der Elna-Katalog kennt aber weder RJX noch RJG, und normalerweise sind die auch besser bedruckt. Stempelung und Gummiprömpel sehen aber echt aus, also schon eine bessere Fälschung, würde die Serie passen kaum zu erkennen. Das Gesamtkunstwerk ist aber nur als arm zu bezeichnen, das geht echt besser. Zum Beispiel mit "Rudycon", "Rukycon", "Rulycon" oder "Rudoycon"...



Gruss, Robert


Robert Obermayer:

Also ich als Mensch mit eher begrenzten Elektronikkenntnissen und überhaupt keiner Erfahrung bzgl. Serienproduktion stelle mir beim Lesen deines Beitrags so Fragen wie:

- Lässt ein abweichender Bestückungsaufdruck wirklich eine Unzulänglichkeit auch nur erahnen? Diese Aufdrucke werden ja oft so gestaltet, daß die gleiche Platine für verschiedene Geräte verwendet werden kann, bzw. verschiedene Optionen zum Bestücken bestehen.

- Wie gut funktionieren gefälscht aussehende Bauteile? Man liest ja häufig, daß verwendete Bauteile gerne unkenntlich gemacht werden, um reverse-engineering zu erschweren. Du scheinst Dir ziemlich sicher zu sein, daß die gezeigten Kondensatoren nicht von dem Hersteller stammen, den der Aufdruck benennt. Das bedeutet im Umkehrschluss aber doch auch, daß der Aufdruck wenig verlässliche Informationen zum schaltungsrelevanten Inhalt des Bauteils aussagt, insbesondere also ein -entgegen dem Aufdruck- für die Schaltung geeignetes Beauteil enthalten sein kann (in diesem Fall vielleicht ein spannungsfesterer Elko mit übertriebener Kapazitätsangabe?).

- Ich (wie gesagt, als Mensch ohne viel Erfahrung in diesem Bereich) kann überhaupt nicht erkennen, wie fundiert deine Herleitung der Fäschung ist. Hobbyelektroniker haben ja oft den Eindruck, daß eine Kataloglistung von Bauteilen genau gar nichts darüber aussagt, was Bauteilehersteller ungelistet ausliefern.

Wie gesagt, ich habe ja keine Ahnung, aber wäre ja vielleicht ganz witzig, wenn ich auch mitlachen könnte.

Gruss

Jan Bruns

Ein paar Fotos: http://abnuto.de/gal/

Jan Bruns :

Vielleicht kann der OP ja mal nachmessen, ob die Kondi's nun 680uF oder

1000uF haben. Vielleicht hat ja da nur jemand in der Anlage gepennt und den falschen Druck aktiviert und man hat die nochmal durch die Anlage geschickt um den richtigen Text draufzudrucken. Kaputtgegangen scheinen die ja nicht zu sein.

M.

Jan Bruns schrieb:

oft. Wenn z.B. sicherheitsrelevante Teile weggelassen werden. Das vollbestückte Teil gibt es über deutsche Firemn im Auftrag. Die minderbestückten bei Ebay.

Gibt es auch. Aber eher selten bei China

oft oder meistens schlechter oder zumindest unsicherer.

Das interessiert die Chinesen heute kaum noch. Die sind so schnell auch bei unbedruckten Sachen dass die über abgeschliffene Bezeichnungen nur müde lächeln.

das ist bei Fälschunge üblich. Und wenn man Insider ist und weiss wie eine Firma fertigt erkennt man den Nachbau schon mit bloßem Auge.

Ich denke er weiss was er macht

merkt man

Über dein Posting lache ICH auf jeden Fall nicht. Es ist nur albern in meinen Augen.

Was soll das Ganze überhaupt?

Robert Obermayer schrieb:

Die zweite (äußere) Angabe sind die Verkaufsdaten, gemessen und zugesicherte nach PMPO-0815.

Bernd

Und so sprach Matthias Weingart:

Das erklärt aber nicht, warum aussen Rubycon draufsteht aber innen NoName...

Roland

Von der Bank Geld geholt. Das fängt an zu bröseln, und auf einmal ist auf dem 500-Euroschein auch noch die hintere Null weg.

Grüße, H.

"Ulkig F. Heidenarm" schrieb im Newsbeitrag news:hl0d9c$khb$03$ snipped-for-privacy@news.t-online.com...

Naja, die Frage ist, wer lacht als letzter? Für die 1/2 Jahr Nutzungsdauer des Cellphones oder was auch immer scheints zu reichen und wenn die Chinesen schnell was qualitativ hochwertiges brauchen, dann kaufen sie von ihrem Handelsüberschuß halt deine Firma. Oder haben sie das etwa schon getan? :-( Erstaunlich eigentlich, daß solch ein Land sich ohne größere Hilfe von außen von einer ausgebeuteten Kolonie und Agrarstaat in eine Industrienation gewandelt hat. Und das ohne besonders rohstoffreich zu sein. Ban Apricale, Italy

Ulkig F. Heidenarm:

Träumer.

Aha.

Unsicherer ist schlechter.

Das ist klar, genauso wie klar ist, daß man für ein konventionelles (Trafo-)Steckernetzteil (darum ging es doch?) kein reverse-engineering betreibt.

Ich sehe keine Veranlassung, daran zu zweifeln.

Das ist auch gut so.

Naja, ich weiss nicht, ob Dir das klar ist. Für mich als Endverbraucher ist vor allem wichtig, daß Geräte sicher funktionieren, dann mit grossem Abstand, daß sie auch halbwegs die angegebenen Leistungsdaten bringen (bei Steckernetzteilen entfällt letzterer Punkt weitreichend).

Markenrecht u.ä. braucht Endkunden nicht zu interessieren, und auch die erfahreneren Leser dieser Gruppe wären sicherlich mehrheitlich eher an der Zuverlässigkeit der für sie verfügbaren Fertigungsstätten interessiert, als an der irgendeiner unbekannt gebliebenen Distribution.

Überzeugender/interessanter wäre für mich jedenfalls ein Vortrag mit Inhalten nach folgendem Muster gewesen:

- Primärtrafo kleiner, als nach $Norm möglich

- Elko getestet, zerfetzt bei $Spannung, was für Elkos mit einer Nennspannung $U_nenn üblich ist. In dem gerät hätte man vernünftigerweise einen Elko mit der Nennspannung $U_soll verwendet.

Gruss

Jan Bruns

Ein paar Fotos: http://abnuto.de/gal/

Jan Bruns schrieb:

Normalerweise ist der Aufdruck in Ordnung. Es sei denn, der wurde gefälscht. Der Hersteller dieses Netzteils wurde also betrogen. Dass man so eine Fälschung erkennen kann, hast Du ja hier gesehen. Der Chinese hätte die Lieferung kontrollieren müssen. Vielleicht weiß er aber nicht, worauf er dabei hätte achten sollen.

Eigentlich ist das nicht witzig. Vielleicht kannst Du ja die Leute auslachen, die viel zu viel für zuverlässige Produkte bezahlen, weil dort mit beinahe paranoidem Misstrauen alles wieder und immer wieder kontrolliert, zertifiziert und plakettiert werden muss.

MfG hjs

"Bernd Laengerich" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@mid.individual.net...

Ich denk auch, da hat Elna halt mal Kondensatoren 680uF/10V hergestellt, und beim Nachmessen hat ein Händler dann festgestellt, daß die doch viel besser sind, glatt 1000uF/16V bringen und so gut wie Rubycons sind, und die nur korrekt umbeschriftet...

(Daß sich solche Fälschungsarbeit lohnt, so ein Elko kostet doch höchstens 2ct, und die werden ausgelötete (denn die innere Hülle sieht ziemlich malträtiert aus) umgestempelt haben).

Manfred Winterhoff

Hans-Jürgen Schneider:

Wie hast Du denn so schnell die Möglichkeit ausgeschlossen, daß der Gerätehersteller sich zwar sorgsam darum gekümmert hat, daß technisch eiwandfreie Bauteile verwendet wurden, es aber mit Aufdrucken und Labels nicht so eng gesehen hat?

Ja, stimmt schon. Mir wäre wegen so'nem Steckernetzteil möglicherweise auch schonmal die Wohnung abgebrannt, wenn ich nicht zufällig daneben gesessen hätte, als das Ding abgeraucht ist. War 'nen Netzteil von einer Fritz-Box, und so wie das Gehäuse hinterher aussah hätte das zweifellos 'nen Brand verursachen können, wenn das noch etwas länger am Netz geblieben wäre.

???

Gruss

Jan Bruns

Ein paar Fotos: http://abnuto.de/gal/

Jan Bruns schrieb:

Ach?

Ach?

Ach?

Ach?

Ach?

So So

Warum zweifelst du schon wieder an jemand?

Für mich als Endverbraucher, Servicetechniker, Verkäufer, Hersteller(!) ist das noch viel wichtiger! Ich hafte nämlich bei den letzten drei Punkten.

Ach?

Dein Postung war Marke "hyperfluid"

Jan Bruns schrieb:

Weil es andersrum läuft: Wenn was getürkt aussieht, dann ist es das auch. Und was einwandfrei aussieht, kann immernoch getürkt sein.

Was gibt's da nicht zu verstehen? Solche Maßnahmen kosten eben richtig Geld. Und wären (zumindest in diesem Umfang) nicht nötig, wenn es keine Betrüger gäbe.

MfG hjs

Das machen Japaner normalerweise nicht, da einfach einen zweiten Schlumpfschlauch drueberzuziehen. Die haben fuer alles ihre Standard Operating Procedures. Andererseits, manche Autofirmen im QA Bereich offensichtlich nicht ...

10V Elkos an einem 12V Ausgang ist allerdings schon echt herbe.
Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/ "gmail" domain blocked because of excessive spam. Use another domain or send PM.

Nicht rohstoffreich? Aehm ... etwas Lesestoff:

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Ulkig F. Heidenarm schrieb:

***PING*** pattern matches.... GERBER ALERT....
mfg Rolf Bombach

Jan Bruns schrieb:

Und wie soll der Hersteller das gemacht haben? Er ist auf die Datenblätter der Zulieferer angewiesen. Gerade bei Elkos ist eine Eingangskontrolle gar nicht möglich. Man kann allenfalls Stichproben für die Kapazität machen. Aber Zuverlässigkeit? Da müsste er schon 1000 Stück in die Klimakammer stellen und ESR/Leckstrom/Wasauchimmer registrieren. Und die Ripplefestig- keit? Alles schwer zu bestimmen. Nicht einmal die Hersteller der Elkos können alles kontrollieren, wie man vor einigen Jahren schon mal merken musste. Die Verwendung von 10V-Elkos für 12V verstösst eh gegen alle Regeln der Kunst. Würdest du mit 180 auf der Autobahn fahren mit Winterreifen, die nur bis 150 zugelassen sind, nur weil du gehört hast, dass das schon mal funktioniert hat?

mfg Rolf Bombach

1000uF/16V in einem viel zu kleinen Becher sollte bereits den Entwicklungsingenieuren auffallen. If it sounds too good to be true, it usually is :-)

Damals wurde Berichten zufolge Industriespionage betrieben, man hatte aber nicht das ganze Rezept geklaut und es ging voll in die Hosen.

Im uebrigen sollte eine doppelte Aufschrumpfung irgendwie auffallen.

Auf dem Reifen unserer Schubkarre steht "Not for Highway Use". Da muss wohl mal jemand ...

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Rolf Bombach schrieb:

Hast du Idiot nichts Besseres zu tun als dumm rumzuprollen? Also ab in die Tonne zum anderen Müll -> *

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