Akkupack löten

Feb 28, 2005 18 Replies

Hallo NG,



ich hätt gern mal ein Problem...:-)



Ich habe nun mittlerweile 4 identische Akkus von Akkuschraubern hier rumliegen, alle nicht mehr funktionsfähig. Also, nach allgemeiner Erfahrung ist da meist nur 1 oder 2 Akkus defekt, meist der schwächste durch Umpolen bei Tiefentladung. Alle Akkupachs geöffnet, durchgemessen, defekte Akkus gekennzeichnet, ein Pack zum schlachten festgelegt und begonnen die Akkus entsprechend zu tauschen. Dazu die angepunkteten Blechstreifen in der Mitte getrennt um sie in der neuen Position wieder zu verlöten.



Und nun kommt das Problem: Es ist mir trotz jahrelanger Löterfahrung und unter Zuhilfenahme aller möglichen Hilfsmittel wie Sandpapier, Feile und aggressives Lötfett nicht gelungen, den kleinsten Klecks Lötzinn an diesem Metall zu befestigen :-( Was, zum Teufel, ist das für ein Metall? Wie kann ich das löten? Oder eine andere Verbindungsidee ohne Patzbedarf? Lötstelle war heiß genug, sonst hätte das Lötfett nicht noch weiter in Richtung Akku gebrodelt.



Irgend eine Idee?



Vielen Dank im voraus.



Reinhard


Reinhard Richter schrieb:

Das Problem kenne ich... Mit einem sehr heißen Lötkolben kann man schon eine Verbindung hinbekommen, aber die hält kaum mechanische Belastung aus. Habe schon drüber nachgedacht, ob man nicht mit ein paar fetten Kondesatoren ein Punktschweißgerät selbstbauen könnte - ein solches braucht man nämlich...

Johannes

Johannes Raschke schrieb:

Hm, mal eine ganz abwegige Idee: kleine Schraubzwinge mit 2 Elektroden, dicke Leitungen dran und mal über die Pole einer 12V Autobatterie streichen ;-) Gruß Andy

"Reinhard Richter" schrieb im Newsbeitrag news:4223755f$0$26547$ snipped-for-privacy@newsread4.arcor-online.net...

Vernickeltes Blech. Muss auch die Loettemperatur erreichen, aber das ist bei dem Blech zumindest noch viel einfacher als wenn man am Akkuboden selbst anloeten muss. Dann muss das Loetzinn unter Luftabschluss, also eingedeckt mit Flussmittel, ausreichend lange drauf rumbraten, da verdampft meist dein Flussmittel vorher, also waehrend des Loetvorgangs immer reichlich nachschieben. Mit einem ausreichend dicken Loetkolben geht das also sogar mit normalem Loetzinn ohne extra Loetfett. Das vernickelte Blech ist viel freundlicher zu verloeten als Alu oder Edelstahl. Wenn du keinen dicken Loetkolben hast, empfiehlt sich das Spezialloetzinn aus der FAQ, Alu-Sol. Das ist aber so teuer, das man sich lieber einen 9.95 EUR 100W Loetkolben kauft :-) Der geht dann auch um so ein Blech am Boden anzuloeten :-)

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at despammed.com homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

Hallo MaWin (und auch die anderen Poster),

danke für die schnelle Antwort.

MaWin schrieb:

wenn VERnickelt, heißt das nicht, das sich darunter ein anderes leichter lötbares Metall befindet? habe ich nur nicht genug gefeilt oder sollte ich meine Proxxon mit Schleischeibe anwerfen?

Am Akkuboden löten, da hätte ich Sorge, das ich die Zelle kochen könnte und diese dann gleich im Eimer ist.

Also, viiiiiiel Wärme nötig, ich werde es probieren und hier berichten.

Dicker Lötkolben ist vorhanden. Speziallötzinn ist sicher auch ein guter Tip, ich will aber nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen :-)

Gruß Reinhard

Reinhard Richter schrieb:

Und vor Allem reiben! Also Boden mit Schmirgel säubern und aufrauen. Dann ev. mit etwas Kolphonium bedecken. Dann mit (sehr)heißem Lötkolben REIBEND eine Stelle am Boden verzinnen. Auf der läßt sich danach schnell ein Blechstreifen löten. Diese Vorgänge sollten möglichst schnell ablaufen ;-)

gruss horst-dieter

Sollte es sich um rostträgen Szahl handlen, gibt es dafür eine Spezialflußmittel. Ich habe meines von einer Firma erhalten, die mit sochem Material arbeitet. Allerdings war das keine Orginalflasche, so daß ich den Inhalt nicht weiß.

P.Prucker

Sieh´ mal dort:

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Siese Seite habe ich kürzlich gefunden, als ich Informationen zu Akkus suchte. Vielleicht funktionierts ja.

Es gibt auch Firmen, die Akkupacks nach Kundenwunsch zusammenstellen und auch schweißen. Teilweise zu erstaunlich günstigen Preisen. Z.B. eine Rasiererfachgeschäft-Kette (Name auf Anfrage), bei denen ich im Laden ein Punktschweißgerät gesehen habe.

Ich habe allerdings noch keinen Akku dort oder anderswo anfertigen lassen, weil ich einfach noch keinen benötigt habe.

Grüße aus dem Nordwesten, Axel

"Reinhard Richter" schrieb im Newsbeitrag news:4223755f$0$26547$ snipped-for-privacy@newsread4.arcor-online.net...

Mail mir deine Adresse, ich schick dir ein Stück ALUSOL. Das ist der Lötdraht, mit dem man Alu und Edelstahl verlöten kann. Du brauchst nur ein winziges Stück, um eine Stelle zu verzinnen, und dazu brauchst du einen ganz heissen Lötkolben. Die Lötstelle ist damit in Sekunden verzinnt. Anschliessend kannst du mit normalem Lot einen Draht o.ä. anlöten.

Wolfgang Horejsi

Die löten sich schlecht, aber die Blechstreifen einfach abreissen und einen Kupferdraht direkt anlöten. Geht problemlos und ist niederohmiger als die Blechverbinder.

Bernd

Das geht sehr gut, der Kolben sollte hauptsächlich genügend Wärmekapazität haben. Ich rauhe mit einem Glasfaserradierer an, dann Kolben ansetzen, normales Lötzinn zugeben -> verzinnt. Abkühlen lassen, Verbinder konfektionieren. Zellen zusammenstellen, Verbinder anlöten.

Dauert insgesamt nur wenige Sekunden. Man kann die Zellen auch inline verlöten, wenn man eine Stange braucht.

Bernd

Bernd Laengerich schrieb:

Unsin! Mit einem richtigen Kolben sind die in 5 Sekunden verlötet! Hundertfach praktiziert!

Unsinn! Und wenn man Pech hat, reisst man sich das Akkublech kaputt.

von wegen!

Das mag sein - spielt aber keine Rolle.

Gruss Wolfgang

No reply to "From"! - Keine Antworten an das "From" Keine privaten Mails! Ich lese die NGs, in denen ich schreibe. Und wenn es doch sein muss, dann muss das Subjekt das Wort NGANTWORT enthalten.

Reinhard Richter schrieb:

Und warum nicht einfach ein verbogenes (Federelement) Kupferblech dazwischen klemmen? Die Flächen sind gross genug für sicheren Kontakt und das Kupferblech kann leicht am Gehäuse fest geklebt werden.

lin

Hallo NG,

es ist vollbracht :-)

Vielen Dank an alle für die guten Tips, danke besonders an Wolfgang für sein großzügiges Angebot.

Ich habe mich Gestern noch einmal mit der Löterei beschäftigt, habe an einem defekten Akku alle Ratschläge ausprobiert (außer mit dem Spezialmittel, da nicht vorhanden), den 80W Lötkolben sehr heiß werden lassen, mit Kolophonium und Lötfett probiert, es ist mir nicht gelungen an diese Blechstreifen einen haltbaren Zinnklecks zu verewigen :-(

Was aber sehr gut und auch ausreichend schnell funktioniert hat, war das Löten direkt auf dem Boden der Akkus. Vorher noch angekratzt und den richtig heißen Lötkolben gleichzeitig mit dem kolophoniumhaltigen Lötdraht drauf und fertig, dauert max. 2 Sekunden und sollte die Zelle nicht übermäßig thermisch belasten. Die aufgepunkteten Blechstreifen habe ich nicht abgerissen sondern nur auf ein unschädliches Maß gekürzt, es war drumrum noch genug Platz zum Löten.

Die Aktion "aus 4 defekten Akkupacks mach 3 funktionierende" wurde jedenfalls mit Erfolg abgeschlossen.

Gruß Reinhard

PS: Und was ich hier noch mal loswerden wollte, diese NG mit den vielen fachkompetenten Postern finde ich GROSSE KLASSE

Nur mit Speziallot, wenn das Edelstahlverbinder sind. Gerade bei fertig konfektionierten geschweißten kommt das vor, bei Einzellzellen mit Fahnen ist das i.d.R nicht der Fall, die löten sich sogar ausgesprochen gut. Die Zellen löte ich aber in der gleichen Zeit locker inline aneinander.

Ist mir noch nie passiert, die Punktschweißungen halten wenig. Rundzange, den Verbinder aufrollend gegen den Akkuboden abstützen, dann reissen die Schweißpunkte ab. Die Zellen nehmen bei mir keinen Schaden. Glasfaserradierer ansetzen, Kolben drauf und Zinn hinzu, verzinnt. Dauert etwa eine knappe Sekunde. Für Akkupacks kaufe ich ohnehin nur Zellen ohne Fahnen.

Gut, wenn man die Akkuleistung in den Zellenverbindern verbraten will statt im Verbraucher. Aber das ist natürlich eine prima Überstromsicherung :-)

Bernd

Am Wed, 02 Mar 2005 10:54:59 +0100 hat Bernd Laengerich geschrieben:

Das Risiko, die Zellen (insbesondere das Sicherheitsventil am Pluspol) durch direktes Löten zu beschädigen wäre mir bei weitem zu groß. Die breiten Bleche der Lötfahnen haben sicher keinen Nennswerten Anteil am Gesamtwiderstand, wenn man Zuleitungen und Stecker mitrechnet. Ich meine, bei üblichen Anwendungen (Strömen) wie Modellauto oder Akkusauger ist das egal. Abgesehen davon, daß dort oft keine Inline-Anordnung vorgesehen ist/hineinpasst.

Martin

Am Wed, 02 Mar 2005 04:03:21 +0100 hat lin8080 geschrieben:

Soviel Übergangswiderstand will man sicher nicht haben (max. 3 Punktkontakte, die oxidieren), wenn schon diskutiert wird, ob nicht die Lötfahnen zuviel Widerstand haben.

Martin

Bernd Laengerich schrieb:

Dann hatte ich wohl immer Glück und kein Edelstahl erwischt. Waren aber immer fertige Sets mit Punktschweissungen.

Genau mit dieser Methode habe ich schon Punktschweissungen samt Blech aus der Zelle rausgerissen. Seither flexe ich die lieber weg.

Gruss Wolfgang

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So eine Sub-C-Zelle hat Innenwiderstände im Bereich einiger milliOhm. Bei Entnahmeströmen von 30A und darüber (Flugodellbau) macht sich das durchaus bemerkbar. Beim Akkuschrauber brennt wahrscheinlich die billige Bürste zuerst ab...

Bernd

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