Varta Batterie AA

Oct 30, 2023 Last reply: 2 years ago 158 Replies

Also mal zusammengefaßt: Du hast Anwendungen, bei denen ein Satz Batterien nach unter einem Jahr ausgetauscht werden muß? Das würde mich fertigmachen. Aber so hat jeder seine eigene Wohlfühlgrenze.

Volker

Die Sachlage ist - so man die Entladekurven von Eneloops kennt - doch einfach:

  1. Ein Gerät "funktioniert nicht" mit Akkus, d. h. zeigt viel zu früh "Batterie leer an". Dann ist das Gerät scheiße designt und nutzt nur einen viel zu kleinen Bruchteil der Kapazität von Primärzellen.
  2. Ein Gerät entädt Primärzellen bis zur Entladeschlußspannung. Dann funktioniert es zwangsläufig auch mit Akkus, egal, was in der Anleitung steht. Die Strombelastbarkeit jedes noch so schrabbeligen NiMH-Akku und erst recht die von Eneloops ist um eine Zehnerpotenz höher als die von Primärzellen, auch wenn es alkalische sind.

Volker

snipped-for-privacy@j-jaenicke.de (Jürgen Jänicke) schrieb:

In jahrzehntelanger Praxis vorrangig mit Varta, Ansmann und den Billigprodukten vom Aldi herausgefunden, dass letzere die mit Abstand zuverlaessigsten und langlebigsten waren.

Am 31.10.2023 um 19:24 schrieb Volker Bartheld:

Ack.

Das allerdings halte ich für ein Gerücht. Frische Alkaline AA können um die

15A Kurzschlußstrom liefern. Da sind die Eneloop nicht groß besser. Allerdings sinkt die Stromlieferfähigkeit der Alkaline mit fortschreitender Entladung schneller.

Bernd

Ja, weil man bei solchen Schaltungen noch halbvolle Batterien wegwirft. Eine Alkaline-Batterie gilt erst bei 0,9V pro Zelle als leer. Wenn die Schaltung also schon bei 1.2V nicht mehr will verschenkt man Geld.

Gerrit

Hallo Kay,

Von wegen "auslaufsicher" ist hier ja schon die Rede gewesen. Gerade aktuell wieder eine Fernbedienung von JVC und ein Heizkörperthermostat von Honywell, die noch munter spielen und ausgelaufene Batterien drin liegen. Kein Ahnung, welches MHD da drauf stehen wird. Ich mach’ da nur noch Zink-Kohle rein. Die laufen zwar auch irgendwann aus, aber die gehen vorher leer. Bei Alkalinezellen ist ddas wohl mittlerweile Mode, dass sie auslaufen, solange sie noch klaglos funktionieren, zumindest in Geräten mit kleiner Stromaufnahme. Oder eben LiMH-Ready to use. Die Norma-Zellen taugen bisher ganz gut. Eneready und Varta hab ich schon aussortiert. Die haben nur wenige Jahre überlebt.

Irgendwo im Netz ist ein Vergleichstest mit recht geringer Stückzahl, der die Entladekapazität verschiedener Zellen gemessen und verglichen hatte. Fazit: Alles, was Alkaline war, lag in etwa gleich, völlig unabhängig vom Preis. Die billigsten im Test (AFAIR von IKEA) waren die besten, weil vermutlich die frischesten Zellen wegen hohem Umschlagssatz.

Bei Batterien scheint das duchaus so zu sein. Ich hab mal wieder ein paar Minuten nach Datenblättern von alkalinen AA gesucht. Ich finde es erschreckend, was einem Verbraucher da geboten wird. Wenn Du eine Milchtüte kaufst, ist klar geregelt, was und wieviel da drin zu sein hat. Bei Batterien kaufst Du die Katze im Sack.

So siehts aus, mit tendenziell abnehmender Qualität.

Solange Du nicht aus Versehen Zink-Kohle kaufst, dürftest Du ganz passabel damit fahren.

Dass mit den Eigenmarken nicht zwingend die Qualität leidet, liest an bei Stiftung Warentest regelmäßig. Nicht selten liegen die NoNames im guten Bereich vor den etablierten Marken.

Marte

NiMH haben eine flachere Entladekurve als Alkaline, d.h. letztere liefern bald weniger Spannung, lange bevor sie leer sind.

Illustration:

formatting link

... dann vergeudet sie auch Alkaline.

Also ganz schlecht bei Geräten, die in der Schublade liegen und nur alle Jahr mal benutzt werden.

(_Ni_MH ready to use.)

Alternativ noch Energizer Ultimate Lithium (Lithium-Eisensulfid- Primärzellen), bei denen sich der Hersteller auch im Kleingedruckten zuversichtlich zeigt, dass sie nicht auslaufen - ganz im Gegensatz zum Kleingedruckten bei den Alkalinen aus gleichem Haus. Diese Lithium-Batterien kosten aber etwa genauso viel wie Eneloops.

Ich habe hier vor wenigen Jahren, bevor ich noch von Eneloops wusste, in alle Fernbedienungen im Haus Lithium-Batterien eingesetzt, weil es maßlos ärgerlich ist, wenn auslaufende Batterien mit der Fernbedienung auch das damit gesteuerte Gerät nutzlos machen und nach zehn Jahren keine gleichwertige Ersatzfernbedienung mehr zu beschaffen ist.

Eben nicht. Nicht kaufen. Das ist das, was ich geradezu gebetsmühlenartig predige. Bei manchen Dingen hast Du keine Wahl, weil das Angebot ein kartellartig organisiertes Monopol ist oder sich alle Anbieter auf den gleichen Grad an Scheißigkeit herunterverständigt haben. Wenn Du da ein defektes Teil ersetzen willst, bist Du natürlich gekniffen und mußt überlegen, ob Du _wirklich_ Ersatz brauchst.

Bei Batterien vs. Akkus ist das anders. Es gibt mindestens einen Hersteller (Panasonic/Eneloop), der seit zwei Jahrzehnten ein vollkommen akzeptables Produkt liefert, welches jegliche Anwendungen von Primärzellen substituieren kann. Zumindest in vernünftig designten Geräten, von denen es (immer noch) reichlich gibt.

Dann nimmt man als Konsument halt die, anstatt pfennigfuchsig sein Glück herauszufordern und damit den qualitativen Niedergang von Primärzellen noch weiter zu bedienen.

Ich bin gerade ein wenig ratlos darüber, wieviele Geräte bei der werten Leserschaft offenbar noch in Betrieb sind, bei denen Primärzellen ein Vorteil wären. Wanduhren vielleicht? Irgendwelche Notfalltaschenlampen in Handschuhfächern, Garagen und Kellerregalen? Smarte Heizungsthermostate? Fernbedienungen? Das war's dann doch schon. Das Thema "Fernbedienung" ist für unter 20€ aber sicher unter 40€ lösbar [1], die Zahl der Wanduhren hoffentlich sehr niedrig einstellig. Und bei einem Heizungsthermostat sollte es doch wohl möglich sein, 5% des Anschaffungspreises für die Energieversorgung auszugeben.

Volker

[1]
formatting link

Wenn dein Zweiradzeugs nicht von Annozwieback waere dann haettest du jeweils eine in deinen Reifen. :-D

Olaf

Es gibt keine Reifendruckkontrollsysteme mit passivem Sensor? Da bin ich jetzt aber schon erstaunt. Nein, eine Reifenpannenanzeige (mit Quernutzung der Raddrehzahlsensoren) ist kein Reifendruckkontrollsystem und ja, ich kann einen platten Reifen auch ohne Schischielektronik erkennen. Im laufenden Betrieb.

Außerdem sprachen wir gerade noch über auslaufende Alkalizellen. Würde mich schwer wundern, wenn die carbonfaserausgewuchteten Leichtmetallfelgen aus der Weltraumforschung solch Teufelszeugs drinnen hätten. Aber möglich ist alles und man muß zur Uhrzeitumstellung halbjährlich den Reifen von der Felge puhlen.

Volker

Für die Verwendung in Fernbedienungen sind die brauchbar. Und wenn sie auslaufen tun sie das am Pluspol wo eine leichter zu reinigende Elektrode zu finde ist.

Gerrit

Im Auto war ich ganz froh, daß die Warnung schon vorher kam. Blöderweise lag die Schadensstelle so ungünstig, daß eine Reparatur doch unmöglich war, da hätte ich ihn auch kaputtwalken dürfen -- aber zum Glück ist das ja nicht die Regel.

Am 31.10.23 um 12:29 schrieb Gerrit Heitsch:

[...]

Und echte Eneloops kriegt man bei Ikea als "LADDA Made in Japan" :-)

Am 31.10.23 um 23:08 schrieb Christian Weisgerber:

Batteriekontakte lassen sich nach ausgelaufenen Batterien mühelos mit Glasfaserstift

formatting link
und Kontakt 60 reinigen. Kein Grund, deswegen ein Gerät wegzuwerfen.

Nur welche die total S***ty sind weil sie erst eine lange Strecke brauchen bis sie funktionieren. Da ist dein Popometer zuverlaessiger.

Ueber 200km/h nicht mehr oder zu spaet. Glaub mir, ich weiss das. .-)

Olaf

Gerald Eіscher schrieb:

Sorry, bei AAA-Größe habe ich mit EBL von Amazon bessere Erfahrungen gemacht als mit Eneloop, was Kapazität und LAdeverhalten anbelangt. Zur Lebensdauer kann ich noch nichts sagen. Anwendungsfall: Blutdruckmessgerät Beurer BM81.

Ach, auch die weggeeätzten Leiterbahnen?

So etwas schlägt dann bei Messinstrumenten zu, nicht bei Fernbedienungen.

Auch diese konischen Federn am Minuspol? Wenn sie nicht schon soweit zerfressen sind, dass sie gleich abbrechen...

Join the Discussion

Have something to add? Share your thoughts — no account required.

Didn't find your answer?

Ask the community — no account required