Oktalsockel Spannungsfestigkeit

Apr 30, 2020 Last reply: 6 years ago 21 Replies
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Hallo,



ich bin gerade auf der Suche nach Oktalsockeln für Röhren und dabei über folgendes Angebot gestolpert:



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Spannungsfestigkeit 380 V AC. Offenbar sind das Sockel für Relais.



Nun bin ich etwas verunsichert. Woran erkenne ich, ob ein Oktal-Sockel für Röhren geeignet ist? Meist steht ja keine Spannungsfestigkeit dabei und auch kein Verwendungszweck.



Bisher hatte ich darauf auch nie geachtet, weil ich dachte, Oktalsockel seien immer auch für Röhren und die dabei üblichen Spannungen geeignet.



Oder kann ich davon ausgehen, wenn nichts dabei steht, ist der Sockel auch für Röhren geeignet, ansonsten steht so etwas dabei wie oben?



Ich bräuchte 450 V Spannungsfestigkeit, besser 600 V.



Danke Martin


Neben der Spannungsfestigkeit ist die Art des Materials wichtig. Ich habe Oktalsockel gesehen, die aus Weichplastic waren und das ist fuer Hitze und damit fuer Roehren ungeeignet. Es sollte mindestens Bakelit oder Phenolic sein. Ich habe immer Keramik bevorzugt.

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Ich habe solche Sockel, 7|9-polig, die sind alle für Röhren.

380Vac entspricht sicher wesentlich mehr als 380Vdc. Dürfte etwa 600V= sein.

Relaissockel waren normalerweise oktal, die gleiche Art wie fuer Roehren. Nur eben nicht immer temperaturfest.

Heathkit hat eiskalt >800VDC druebergeschickt. Wenn es einem dabei mulmig wird, kann man Schrumpfschlauch ueber den betreffenden Anschluss ziehen. Bei mir immer zwei uebereinander. Manchmal habe ich Vergussmasse genommen.

Unter den Links steht ausdrücklich die Eignung für Röhren.

Meine Sockel bestehen aus einer mittelbraunen Preßmasse. Mit einem Lötkolben lassen die sich nicht anschmelzen.

Am 30.04.20 um 20:24 schrieb Martin Klaiber:

Ich hatte Oktalsockel aus Keramik bis 500_V_DC verbaut. Allerdings bei dieser Spannung einen Pin daneben freigelassen.

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Update: Ich habe inzwischen eine Tabelle im web gefunden, aus der die Spannungsfestigkeit hervorgeht:

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Material: HP: Hartpapier, K: Keramik, KH: Kunstharz, Ph: Phillte.

Phillte? Nie gehört. Ich finde im web auch nichts darüber.

Die Geometrie scheint bei Oktal jedenfalls für 800 V gut zu sein. Die konkrete Spannungsfestigkeit wird dann vom Material bestimmt.

Die Tabelle stammt von der Webseite:

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Und dann habe ich noch folgende Broschüre von Valvo gefunden:

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Da werden Prüfspannungen genannt. Bei Formstoff-Oktal-Fassungen 3900 V, bei Keramik-Oktal-Fassungen 2800 V (S. 85 und 86).

Auch das spricht dafür, dass die Geometrie absolut unproblematisch ist. Selbst Noval-Fassungen werden mit bis zu 2100 V geprüft.

Grüße Martin

Am 01.05.2020 um 13:37 schrieb Martin Klaiber:

Wegen des Schreibfehlers: Philite. Und das ist nichts weiter als Bakelit unter anderem Markennamen, einem von Philips.

Martin Klaiber schrieb:

Scheiss-OCR.

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mfg Rolf Bombach

Joerg schrieb:

Das sind die für Relais mit zwei Umschaltern. Ebenso populär sind die elfpoligen für drei Umschalter.

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Die gibt es aus verschiedenen Materialien, obiges ist sicher nicht temperaturfest. Amphenol und ähnliche Anbieter haben Oktalsockel selbst für Kupplungen. Nach wie vor gibt es z.B. Vakuumsonden mit Oktalstecker, und da will man dann af Kabel übergehen. Die sind aus Bakelit wie die Röhrensockel.

Es gibt Endröhren und PMT, da ist der Pin/die Pins nebendran entweder nicht angeschlossen oder fehlen sogar ganz. Pentoden mit intern verdrahtetem Bremsgitter und mit Anodenhütchen brauchen nur fünf Anschlüsse am Sockel, ausserdem fällt das Problem mit der hohen Spannung an der Anode meist weg wegen des extra Anschlusses.

Joerg schrieb:

Keramik ist bei hoher Temperatur sicher besser. Bei Oktalsockel ist das nicht so wichtig, da der Röhrensockel ja auch aus Bakelit besteht.

Bei PMT kann das noch anders aussehen, dort wird nichts heiss und das Hauptproblem sind Leckströme. Da sind PMT mit Bakelitsockel meist besser als die mit Pressglas-Stiftsockel, und einfache Keramik kann bei feuchter Luft ebenfalls mehr Probleme machen als Bakelit. Da hab ich teures Lehrgeld durch den Steuerzahler bezahlen lassen :-]

Ja, aber das war noch das gute alte Bakelit, aus der guten alten Zeit :-)

Im Ernst, ich habe frueher Fernseher gesehen, bei denen in der Zeilenendstufe der braune Pertinax-Sockel deutlich angesengt und rissig geworden war, waehrend der schwarze Bakelitkragen der PL36 noch frisch aussah und auch nicht besonders sproede war. Vielleicht liegt es daran, dass die Pins eine weit laengere Strecke hindurchgehen. Besserer Fernseher hatte Keramiksockel, aber eben nicht alle.

Vermutlich wenn die Keramik nicht oder nicht komplett glasiert ist. Mich wundert aber, dass Pressglas schlechter ist. PMT kenne ich nur wenig, ich habe immer die Elektronik dazu entwickelt, den Rest machten Physiker. Fuer die stand ganz fett drauf "Peligro - Alto Voltaje!" :-)

Danke, erstaunlich, nie gesehen.

Ich hatte welche, wo das nicht so war, aber war Kundenvorgabe. Einer der vielen Gruende, warum mein Vertrag einen Haftungsausschluss enthaelt.

Am 30.04.20 um 20:24 schrieb Martin Klaiber:

Keramiksockeln verwenden!

Z.B. von

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Am 03.05.2020 um 19:02 schrieb Fritz:

Besser noch Fassungen, die Röhren selbst sind normalerweise schon gesockelt...

Einlötröhren sind eher selten.

--> 1 SH 24 B

Butzo

Am 03.05.2020 um 19:18 schrieb Klaus Butzmann:

Nicht als VFD! ;-)

Viele der Miniaturröhren waren zum Einlöten.

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Gerrit

<nitpick> Du hzeigst da aber _Sub_Miniaturröhren. Als Miniaturröhren kenne ich E8x und E9x

Joerg schrieb:

Der PMT ist ja 1.5" oder gar 2" und unten sind 16 Pins oder noch mehr in einem flachen Glasboden. Und die Pins tragen dann noch den PMT. Das _kann_ mechanisch gar nicht gut gehen, insbesondere bei Temperaturwechsel, wie er eben im gekühlten Gehäuse passieren kann. Vakuumfehler sind da vorgeplant. Bei den Bakelitsockeln ist Mechanik und elektrische Durchführung sozusagen entkoppelt. Da hab ich einen XP2072 auf dem Gewissen, der Händler hatte mir zwar dringend den Bakelitsockel empfohlen, aber ich hatte es besser gewusst, damals... Aber so lernt man :-]

Mit Reststrom scheint es auch so eine Sache zu sein. Ich hatte zuerst auch Bakelit als schlechter eingestuft, aber allein schon die Kriechstrecken sind viel länger. Mir wär zwar, einige PMT wären irgendwie mit Silikon behandelt, aber eine Verbesserung habe ich nicht gesehen.

Ob glasierte Keramik wirklich so viel besser ist? Ich hatte in gewittrigen Sommern mit feuchter Luft _immer_ Reststromprobleme, selbst bei Durchführungen mit 20 mm Kriechstrecke auf Keramik. (OK, 3.5 kV). Das einzige, was half, war sanftes Heizen auf ca. 10 K über Raumtemperatur. Zum Glück hatte die Apparatur Heizbänder für das Ausheizen (Vakuum), die hab ich dann permanent mit 40 V statt 220 V betrieben, da war der Spuk rasch vorbei.

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