Hitachi/Schneider-TV ist abgeraucht.

Sep 06, 2007 43 Replies

Joerg schrieb:

Ach was, erzähl mal lieber nichts über Dinge, die du nicht erlebt hast. Ich schrieb doch zuvor, dass der 1969 herausgebrachte erste DDR-Farbfernseher sehr wohl bereits volltransistorisiert war. Damit dürfte er damals durchaus den Stand der Technik mit angeführt haben. Woran es mangelte, waren die von der Bevölkerung benötigten Produktionsstückzahlen.

Dass die Russen es auch viel besser konnten, bewiesen die vielen privat importierten Koffer-Farbfernseher (Z430 und Nachfolger). Da bei denen der Preis üblicherweise ins Gehäuse mit eingegossen war, wusste man dann, dass er für 450 Rubel zu haben war. Das waren beim konstante Umrechnungskurs von 1:3,2 dann ca. 1500 DDR-Mark, was deutlich preiswerter war als DDR-Fernseher. Servicetechnisch war der Z430 vielleicht nicht ganz so gut gelungen wie die in dieser Hinsicht recht solide RFT-Technik (Fernseher galten als hochwertige Konsumgüter, und diese sollten generell gut reparierbar sein, damit man sie nicht vorzeitig wegschmeißen musste), aber er war auch nicht so'ne Krankheit wie vieles, was ich später im Westen erleben durfte. (Snap in -- and never snap out, sag' ich da nur...)

Im Osten wurde es überall dann eng, wenn Dinge nur für Devisen zu haben waren. So gab es einfache Computer zu Hauf am Ende, aber so gut wie keine für den normalen Endanwender erschwinglichen Floppylaufwerke

-- eine eigene Produktion dafür war nie nennenswert in die Gänge gekommen, sodass in den für die Industrie (und keinesfalls nur für die Rüstung) bestimmten Computern Teac-Laufwerke drin waren. (Von wem dann später die ,,Winchester''-Festplatten waren, weiß ich gerade nicht mehr, ich vermute von Seagate.)

cheers, J"org .-.-. --... ...-- -.. . DL8DTL http://www.sax.de/~joerg/ NIC: JW11-RIPE Never trust an operating system you don't have sources for. ;-)

Joerg Wunsch schrieb:

Dafür waren die Commodore Typenraddrucker bester Qualität 'Made in GDR', von Robotron.

Gruß Dieter

Hallo Joerg,

Nicht selbst, aber wir hatten etliches davon aus erster Hand erfahren, besonders nach dem Mauerfall. Die halbe Siedlung kam angerannt, als der erste Trabant vor unserem Haus hielt.

Das ist es ja gerade. Klar waren die Ingenieure dort sicher genauso helle wie im Westen, in Sachen Grundlagenkenntnissen IMHO eher sogar besser gewappnet. Doch was nutzt das, wenn die Produktionsplanung nichts taugt und vieles in eine dauerhafte Mangelwirtschaft geraet? O-Ton eines Besuchers, der in der ehemaligen DDR gelebt hat: "Wir fanden in einem Fliesenlager wunderschoene Fliesen fuer das Bad. Dann wurde uns gesagt, von denen da hinten koennen Sie keine haben, die sind fuer den Westen."

Ja, die Wegwerftechnik fing vor etwa 25 Jahren an. Von da ab weigerte ich mich, "mal eben" nach einem Fernseher zu sehen.

Mangelwirtschaft eben. Hat aber auch was gutes. Als ich zu Besuch drueben war, als Kind zu Ulbricht's Zeiten, fehlte es an allem. Aber die Leute waren erfinderisch, gut im "Organisieren" und irgendwie nachbarschaftlicher zueinander als im Westen. So manches Schwaetzchen beim Anstehen in den ueblichen Schlangen findet in Supermaerkten, wo es immer alles gibt, gar nicht erst statt. Uns wurde nur dezent angedeutet, dass man ein wenig aufpassen muss, was man dabei sagt.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Joerg schrieb: ...

So habe ich das auch erlebt.

Bei mir war's zwar schon Erich, aber die verschiedenen Schritte der "Kompensation" von ein paar Stangen 4116 (DRAMs) über 300 West-LEDs zu irgendwas, an das ich mich nicht mehr erinnern kann....

Umso besser erinnere mich an meine letzte Reise in die DDR, mit einem Sinclair Spectrum in der Lüftung eines Opel-Kadett versteckt. Das Netzteil war im Werkzeugkoffer (mit den unerkannten 4116). Der Grenzer fragte mich, wozu das diene und mir fiel nichts besseres als "Netzgerät für den Rasierapparat" zu sagen. Er glaubte es mir (Vollbart schon immer). Der Spectrum wurde nicht gefunden.

Bei der Ausreise war die hintere Sitzbank voller Lebensmittel, die nicht ausgeführt werden durften. Madame Grenzerin stolziert aber mit der oben erwähnten 3NF zu ihren Bossen und ließ uns nach zwei Minuten in der Baracke unbehelligt fahren ;-)

Falk

Ohja, die Thyris konnten da schon heftig Leistung hineinpumpen. Problematisch, wenn die Schwingkreisresonanz wegläuft und der Thyri versucht, die Amplitude zu halten...

Unser Prof damals[TM] zu SNT: Thyristoren werden erst weit oberhalb der kW-Grenze interessant, vorher lohnen die möglichen Probleme den Aufwand nicht. Das war so 1984.

Bernd

Joerg schrieb:

Neben den von dir genannten Dingen hat sie zu einer Art natürlichen Sparsamkeit geführt.

Ansonsten kann ich dir aus eigener Erfahrung nur sagen: wir sind von einer Warenmangel- in eine (öffentliche) Geldmangelgesellschaft gekommen. Nicht wirklich besser, sondern in erster Linie nur anders. (Das bezieht sich ausdrücklich auf den wirtschaftlichen Teil, *nicht* auf politische Freiheiten. Ich glaube, da herrscht allgemeiner Konsens bei ziemlich allen, dass es um diese in der DDR miserabel bestellt war, und eine Besserung selbst bei Beibehaltung des ökonomischen Systems unerlässlich war.)

Ziemliche Übertreibung. Auf der Straße haben sich die Leute allerlei erzählt. Meckern über die Missstände hat keinen interessiert, solange du keine Anstalten gemacht hast, daraus eine irgendwie geartete Protestbewegung zu formieren und/oder darüber etwas eigenständig zu veröffentlichen. Politische Witze hatten Hochkonjuktur.

Als Westbesucher war's natürlich gut möglich, dass du gezielt observiert worden bist. Ungefähr so, wie wenn bei euch jetzt jemand einreist, der ein arabisches Aussehen hat, oder so wie in Moskau jeder beargwöhnt wird, der einen kaukasischen Eindruck macht. Paranoia halt.

OK, hinreichend OT, das würde ich hier beenden.

cheers, J"org .-.-. --... ...-- -.. . DL8DTL http://www.sax.de/~joerg/ NIC: JW11-RIPE Never trust an operating system you don't have sources for. ;-)

Joerg Wunsch schrieb:

Hatte Westware auch und die ist nicht in Flammen aufgegangen. PD500 und so. Ja nicht wegwerfen. Idealer Dummy load für Hochspannungsnetzgeräte, hat mir viel geholfen.

Ich dachte, diese Röhre hätte eine Grafitanode, damit kämen allfällige Röntgenstrahlen nicht weit. Die Röntgenstrahlen kamen von der Gleichrichterröhre, obwohl mir noch niemand schlüssig erklären konnte, warum.

mfg Rolf Bombach

Soviel ich mich erinnere, waren die Platinen in "meinen" alten Fernsehern eher an den Leistungswiderständen als an den Röhren "verkohlt". Die Röhren sind dank den Sockeln recht weit weg von der Platine, ich glaub nicht, dass die einen Brand verursachen können.

Ohne das jetzt selbst gesehen zu haben: Ich vermute eher, dass Lichtbogen bei kalten Lötstellen einen Brand verursachen, als heisse Bauteile. Das Problem war wohl einerseits, dass die Baumaterialien nicht genug brandhemmend waren, und andererseits, dass allgemein mit höheren Leistungen gearbeitet wurde.

Und ja, auch in der Schweiz hat man immer wieder von brennenden Fernsehern gehört, und das waren sicher keine Radugas. Ob es europäische oder Japanische Geräte waren weiss ich nicht mehr.

Gruss, Stefan

Am 24.09.2007, 22:48 Uhr, schrieb Stefan Heimers :

Bei Saba war das eine typische Krankheit, dass sich die Hochlastwiderstände immer mal wieder selber ausgelötet haben.

Ansgar

Mails an die Adresse im Header erreichen mich - oder auch nicht. Nützliche Adresse gibt's bei Bedarf! Mails to the address given in the header may or may not reach me - useful address will be given when reqired!

Microcience HH10-50 und irgendeine Seagate Trommel.... VEB Robotron Elektronik Zella-Mehlis.

Gruß,

Holm

FreibergNet.de IT Systems, Ingo Liebscher Hauptstrasse 19, 09627 Bobritzsch Bereich Server & Technik: St. Niclas Schacht 13, 09599 Freiberg Holm Tiffe Administration & Development, www.freibergnet.de phone +49 3731 419010, mobile +49 172 8790 741, fax +49 3731 4196026

Die russische Röhre ist äquivalent zur ED500, soweit nichts neues.

Naja..., viel Legende. Ich weiß aber noch (hatte mal so ein Ding von Glotze) das der Fernsehreparaturdienst kostenlos die PVC Rückwand gegen eine aus grauem Plastik tauschte, die schwehr entflammbar war, auf Kosten der Staatlichen Versicherung.

BTW: Die Mimik mit GLeichrichterröhre und Ballasttriode gab es nur im gaanz alten Raduga 706. Der verbreitetere Nachfolger 726 und der 730 hatten zwar eine Zeilenendpenthode (6P45S äquivalent zur EL519 nur robuster) aber einen Zeilentrafo mit nachfolgender Hochspannungskaskade und einen Regelkreis ohne Ballaströhre.

Nein, Anode war Blech.

Daniel Finger (Fingers elektrische Welt) hat wohl damit eine Röntgenapparatur gebaut.... Die Webseite muß man lesen...

Gruß, Holm

FreibergNet.de IT Systems, Ingo Liebscher Hauptstrasse 19, 09627 Bobritzsch Bereich Server & Technik: St. Niclas Schacht 13, 09599 Freiberg Holm Tiffe Administration & Development, www.freibergnet.de phone +49 3731 419010, mobile +49 172 8790 741, fax +49 3731 4196026

Am 28 Sep 2007 05:43:18 GMT schrieb Holm Tiffe:

Der Aufkleber von Zella-Mehlis war drauf ;-)

Die gab es 1987 beim Einbau in die PCs nur einzeln und gegen Unterschrift ...

Lutz

Mit unseren Sensoren ist der Administrator informiert, bevor es Probleme im Serverraum gibt: preiswerte Monitoring Hard- und Software-kostenloses Plugin auch für Nagios - Nachricht per e-mail,SMS und SNMP: http://www.messpc.de Neu: Ethernetbox jetzt auch im 19 Zoll Gehäuse mit 12 Ports für Sensoren

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Georg Acher, acher@in.tum.de http://www.lrr.in.tum.de/~acher "Oh no, not again !" The bowl of petunias

Holm Tiffe schrieb:

Glotze)

aus

Ja, weil die urspr=FCnglichen Plastikr=FCckw=E4nde wohl wie Zunder gebran= nt=20 haben sollen. Au=DFerden d=FCrften doch noch weitere Modifikationen=20 durchgef=FChrt worden sein, oder? An "Zimmerbrand aus Freundesland" ist=20 jedenalls etwas dran gewesen. Aber auch ein Colormat, in dem aufgrund=20 einer fast serienm=E4=DFig auftretenden kalten L=F6tstelle ein faustgro=DF= es=20 Loch in der der Platine klaffe, hat wohl mal 'ne Pappschrankwand=20 abgefackelt.

Guido

Holm Tiffe schrieb:

[ED500]

Nach genannter Webseite her, ja. Wundert mich etwas, so vom Glühverhalten her ;-).

Naja, er hat die Spannung auf 40 bis 50 kV erhöht, was man ja explizit nicht machen soll (steht sogar auf dem Fernseher drauf :-]). Da nimmt sowohl die Menge wie die durchschnittliche Energie der Strahlung extrem zu.

mfg Rolf Bombach

Stefan Heimers schrieb:

Es soll eine Serie mit irgendwelchen Kondensatoren gegeben haben, die Brände ausgelöst haben. Häufigstes Problem waren Überhitzungen, da Oma noch eine Häkeldecke drüber gelegt hat. Und 10 Jahre nicht die Lüftungsschlitze staubsaugen.

mfg Rolf Bombach

Rolf_Bombach schrieb:

So wie bei dem Schneider/Hitachi aus meinem Ursprungsposting. Der Brand bliebt Gott sei Dank klein, nur das Platinenmaterial weggebrannt, da meine Frau das Gerät in voller Panik sofort vom Netz trennte und auf den Balkon geschleppt hat.

Mit freundlichen Grüßen | /"\ ASCII RIBBON CAMPAIGN | Andreas Bockelmann | \ / KEIN HTML IN E-MAIL | F/V +49-3221-1143516 | X UND USENET-GRUPPEN | | / \ |

In article , Rolf_Bombach writes: |> Es soll eine Serie mit irgendwelchen Kondensatoren gegeben haben, |> die Brände ausgelöst haben.

Ein runder gelber Kondensator von ITT, Mitte der 70iger, ca. 30mm hoch, 15mm Durchmesser, inneres Keramik, irgendwas unter 1uF, als Funkentstörung oder so direkt an Netzspannung. Die Teile wurden im Laufe der Zeit immer niederohmiger und dann langsam heiss.

Ich weiss das deshalb so gut, weil ich genau so einen ahnungslos aus einem ausgeschlachteten Grundig-TV als Vorschalt-C für einen kleinen

110V-Asynchronmotor benutzt habe. Der Motor wurde nach 10min Betrieb immer schneller, der C immer heisser ;-) "Gelb" dachte er...
Georg Acher, acher@in.tum.de http://www.lrr.in.tum.de/~acher "Oh no, not again !" The bowl of petunias

Am Thu, 11 Oct 2007 20:16:30 +0200 schrieb Andreas Bockelmann:

Die Variante fiel beim Raduga aus wenn nicht gerade vier Frauen im Haus waren ;-)

Lutz

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Lutz Schulze schrieb:

d=20

den=20

:=3D=3DD 4 Frauen - 4 Ecken.

Guido

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