Flash-Speicher im magnetfeld

Aug 19, 2012 25 Replies

Tag liebe Leute,



aus gegebenem Anlaß:



Sind die heute benutzen MLC-FLash-Speicher sensibel gegenüber starken Magnetfeldern?



Mir geht es hauptsächlich um kräftige Permanentmagnete, mit denen ich öfter zu tun habe.



Bisher ist "eigentlich nix passiert" [tm], bis auf eine unerklärlich zerstörte Datei, die aber durchaus auch auf gewöhnlichen Ausfall oder Fehler im Dateisystem zurückzuführen sein könnte - Ich kann es nicht mehr nachvollziehen.



Gespannte Grüße, Marc


Am Sun, 19 Aug 2012 14:28:34 +0000 schrieb Marc Santhoff:

Weiß das denn wirklich niemand?

Elektronen dürften magnetisch beeinflußbar sein, wie man - wenn es sich nicht um einen Sekundäreffekt handelt - an einer Braun'schen Röhre beobachten kann.

Die Magnete haben im Nahbereich Flußdichten bis zu ca. 100 mT.

Fragt sich also, kann ein solches Magnetfeld statisch oder bei langsamer Änderung, z.B. beim Vorbeilaufen, den Tunneleffekt bei Flash-Zellen auslösen oder sonstwie eine Änderung des Speicherinhalts bewirken...

Marc

"Who cares if it doesn't do anything? It was made with our new Triple-Iso-Bifurcated-Krypton-Gate-MOS process ..."

Marc Santhoff :

Glaub nicht, da sind die Dimensionen zu klein, hab da auch noch nicht davon gehört. Selbst bei die neueren FRAMs (ferroelectric RAM) von TI sind magnetisch nicht beeinflussbar. Anders als der Name vermuten lässt, reagieren die nur auf elektrostatische Felder. Ist ein wenig weitab Deiner Frage, aber hier

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steht zumindest im Text, dass die immun gegen magnetische Felder sind. Bei Flashbausteinen steht sowas ja gar nicht in den Sheets. Und 100mT sind ja wirklich poplig, wenn Du jetzt 10 Tesla gesagt hättest ... :-).

M.

Am 21.08.2012 09:28, schrieb Marc Santhoff:

Das kann durchaus möglich sein. Man könnte jetzt daraus schlussfolgern, dass dies also kein auftretendes Problem darstellt.

Die kommen auf der Oberfläche sogar bis ~600 mT

Getestet haben wir in der Firma mal ein Gerät mit Atmega64 bei 200 mT. Das hat dem nichts feststellbares ausgemacht.

Thorsten

Thorsten Just schrieb:

Hallo,

vielleicht ist ja nicht nur die Feldstärke von Bedeutung sondern auch die Feldrichtung.

Bye

Am 21.08.2012 11:53, schrieb Uwe Hercksen:

Ein weiterer Punkt wäre noch, ob nicht die bei Bewegung des ICs entstehende Induktionsspannung bei hohen Felder auf kritische Werte kommen kann.

Thorsten

Am Tue, 21 Aug 2012 08:05:51 +0000 schrieb Matthias Weingart:

Speicherinhalts

OK

Stimmt Datenblätter und Hersteller müßte ich nochmal begucek.

Nun ja, wie Thorsten schrieb, direkt am Magnet ist das wesentlich mehr, alles ohne Polschuhe o.ä., also noch Potential zur Bündelung vorhanden.

Einem Röhrenmonitor konnte man mit einer unverpackten Stange von den Dingern aus >1m ordentliche Bildverzerrungen entlocken. Und meine Finger halte ich beim Zusammenschnappen auch nicht dazwischen ... alles relativ eben. ;)

Marc

Am Tue, 21 Aug 2012 11:35:21 +0200 schrieb Thorsten Just:

Imm Prinzip schon.

Etwa, genau.

Das paßt, danke für die praktische Information. :)

Marc

Marc Santhoff schrieb:

Man kann auch schon mit kleineren Magneten die Lochmaske so magnetisieren, dass das dauerhaft Bild verfälscht wird, z.B. farbige Flecken.

Ach ja, ich habe mal einen Monitor mit farbigen Flecken am Rand "repariert", indem ich das Gehäuse entmagnetisiert habe, in dem der stand. War aber ein bisschen Kopfkratzen nötig, bis ich darauf kam, warum der Fehler immer weg war, wenn man den Monitor herausgenommen hatte. ;o)

Am Tue, 21 Aug 2012 14:51:06 +0200 schrieb Edzard Egberts:

Bei s/w-Bildröhren keine Problem, aber ich erinnere mich trotzdem es Jahrzehnte her ist noch lebhaft an den Schrecken, als ich das erste mal einen Magneten an einen Farbfernseher gehalten habe. Die Flecken blieben da!

Aua, das war mir als junger Mensch sehr peinlich, ich hätte auch keinen neuen Fernseher aus meinem Sparschwein finanzieren können - naja, nach ein paar Stunden Betriebsruhe war dann alles wieder normal. Puh! ;)

Marc

Marc Santhoff schrieb:

Vielleicht eine eingebaute Entmagnetisierung? Ich hatte mal so einen Monitor, der hatte das. Machte immer laut "SPRONG" und flackerte wild, das war recht spaßig. ;o)

"Edzard Egberts" schrieb...

Man kann dazu auch eine sogenannte Löschdrossel nehmen. Ursprünglich war das Gerät dazu gedacht, um Magnetbandkassetten von Diktiergeräten schnell zu löschen. So ein Computermausgroßes Ding, 230V~ Stecker dran und ein Tipptaster. Das erzeugt ein so kräftiges Magnetfeld mit 50Hz, da kann man kopfüber eine Kombizange daran zappeln lassen. Sehr Geräuschvoll!!! Man kann damit aber auch Disketten löschen bzw. wiederbeleben und Schraubendreher entmagnetisieren. ...oder eben bunte Flecke aus der Monitor-Rohre "radieren".

W.

Wolfgang P u f f e schrieb:

Na ja, wenn man zufällig nur einen Magneten dabei hat, geht das aber auch mit magischen Handbewegungen. Man sollte allerdings darauf achten, dass kein Scheiterhaufen in der Nähe ist. ;o)

Am Tue, 21 Aug 2012 15:34:49 +0200 schrieb Edzard Egberts:

Bestimmt nicht, war in den 70ern ...

Marc

Es hatte doch jedes Bildröhrengerät mit einer Farbbildröhre eine Entmagnetisierung? Meistens liegt die Spule halt über einen PTC-Thermistor "gesteuert" direkt am Netz, das Ergebnis ist mehr oder weniger hörbar (je nachdem wie gut die Spule befestigt ist) beim Anschalten. Bessere Monitore hatten das dann über ein Relais zusätzlich geschaltet, konnte man dann meist auch manuell auslösen. Ohne die (bzw. wenn die defekt war, ein kaputtgehender PTC war häufig) gibt es schon nach einmaligem Umstellen des Geräts Probleme mit den Farben.

Man konnte allerdings die Lochmaske oder andere Metallteile durchaus wesentlich stärker magnetisieren, als es die eingebaute Spule beheben könnte. Da half dann nur noch eine sehr viel leistungsstärkere Entmagnetisierungsspule in der Werkstatt, oder ein ca. 150VA Trafo mit aufgesägtem U-Kern und einer vorgeschalteten 300W-Lampe ;)

Gruss, Robert

Am Wed, 22 Aug 2012 00:08:36 +0200 schrieb Robert Obermayer:

Intressant, das wußte ich noch nicht.

Ich kenne allerdings schon den Auslöser für die Entmagnetisierung bei Monitoren, wie Edzard sie beschreibt. Aber erst bei Modellen um die Jahrhundertwende, Belinea 1060xx IIRC. Ich meine, deutlich ältere hatten sowas (als manuelle Funktion) nicht, da kann ich natürlich irren.

Das erklärt, was mit damals den Hintern gerettet hat. :)

Marc

nicht stärker als der Rest der Elektronik. Es gibt Effekte. Die Leitfähigkeit der Materialien leidet z.B. etwas. Aber das ist nicht tragisch. Letztlich entscheidend ist, wie nah sich die beiden kommen. Da Magnete durchweg Dipolfelder oder sogar höhere Multpolordnungen erzeugen, fällt die Feldstärke mit der Entfernung sehr schnell ab.

Permanentmagnete sind prinzipsbedingt nicht /sehr/ stark. Selbst bei Neodym ist in der Praxis etwas über ein Tesla schluss.

Die PC-Komponenten neben unserem supraleitenden 7 Tesla Magnet im Labor haben jedenfalls funktioniert. Das gilt sogar für die magnetische Festplatte. Einzig der CRT-Monitor hatte bei maximaler Feldstärke kein sonderlich erkennbares Bild mehr.

Aber ich würde einen Neodymmagnet nicht unbedingt auf einen aktiv betriebenen USB-Stick legen.

Das ist so. Gerade Flash-Sticks haben öfter mal Alzheimer. Wobei das nicht unbedingt immer nur der Hardware zuzuschreiben ist.

Marcel

Ja, aber in elektrischen Leitern kommen sie sozusagen nicht aus ihrer Haut. Es gibt lediglich eine leichte seitliche Verschiebung bei Stromfluss (Hall-Effekt).

0,1 T? Das ist ja Spielzeug. Jeder klassische Lautsprechermagnet (AlNiCo) hat mehr.

Nope. Stillstehende Elektronen koppeln nicht an statische Magnetfelder. Und falls Du nicht extrem schnelle Bewegungen in geringstem Abstand vor hattest, bleibt es auch dabei.

Marcel

das ist gar nicht so einfach hinzubekommen. dPhi/dt muss schon ordentlich werden. Praktisch sind die Masseflächen in den Platinen zwar keine Supraleiter, die jegliches Magnetfeld verdrängen, aber zumindest gute Leiter, die das Feld in ihrer nähe stark bedämpfen. Und der Kopplungsgrad bei dieser Geometrie ist reichlich schlecht, kurzum das Verdrängen klappt auch ganz gut. Anfällig sind am ehesten noch Kabel, bei denen die Leiterschleife nicht sonderlich klein ist.

Marcel

Am Wed, 22 Aug 2012 00:48:58 +0200 schrieb Marcel Müller:

Ich mag mich falsch erinnern, aber der Wert sollte etwa stimmen ... Zylindermagnete aus NdFeB ohne Polschuhe. Ein Lautsprechermagnet hat die vielleicht im Luftspalt oder an der offenen Seite. Sind auch recht klein, so ca. Ø20mm.

Das schlimmste in Sachen Geschwindigkeit wäre, wenn z.B. ein USB-Stöpsel durch übersehene Magnete die Flucht nach vorn antritt, aber da nicht viel magnetisierbares Material enthalten ist, ist das recht unwahrscheinlich und die Beschleunigung sicher nicht so stark. Wenn man die Magnete separat auf dem Tisch hat ist das anders, die mögen eineander sehr. ;)

Marc

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