Elektronikzangen

Oct 01, 2019 Last reply: 7 years ago 38 Replies
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Was sind denn eure wichtigsten Zangen beim Arbeiten mit bedrahtetem Zeug, Lochrasterplatinen etc. (also dem gröberen Zeug, keine SMD-Sachen unterm Mikroskop oder so)?



Ich hab mir jetzt einen Knipex Elektronikseitenschneider zugelegt, "Knips" oder so, der scheint ganz OK zu sein, auch eine Rundspitzzange ist im Zulauf. Auch zum Halten von Bauteilen, wenn die Pinzette zu labbrig ist, und/oder Halten mit der Hand zu heiß.



Was auffällt: Auch bei höherpreisigen Produkten (z.B. Schmitz) findet man bei Amazon etliche Leute die sich beschweren, daß das Ding nach 1-2 Jahren eingeht, was man a) als "wer so eine Zange nach einem Jahr vernichtet, der sollte sowieso keinen Schmuck oder keine Elektronik basteln oder b) teuer, aber trotzdem schlecht interpretieren kann. Bei einer Zange um 40 Euro (die Schmitz) erwarte ich mir eigentlich schon, daß sie länger lebt. Gut, ich kann mir vorstellen, daß echte Profis noch mal teurere Werkzeuge verwenden.



Und: Bei Rundspitzzangen gibt es solche mit einer Verzahnung und welche ohne. Die Knipex kriegt man leichter/nur ohne. Was sind da eure Präferenzen? Kann man auch ohne Drähte, etc. gut genug festhalten?



/ralph


Am 01.10.19 um 10:22 schrieb Ralph Aichinger:

- präziser Seitenschneider für Feines,

- grober Seitenschneider für dicke Drähte,

- Flachzangen in verschiedenen Größen,

- automatische Abisolierzange,

- verschiedene Crimpzangen (mindestens für Kabelschuhe und Aderendhülsen, je nach Bedarf ggf. Weitere)

Meist wird a) zutreffen. Wenn du dir einen Präzisions-Seitenschneider kaufst und damit dann dicken Stahldraht schneidest, musst du dich über eine kurze Lebensdauer nicht wundern.

Kommt drauf an, was du damit vorhast. In der Elektronik wird dieses Werkzeug eigentlich nur zum Biegen von Drahtösen verwendet, was man im Zeitalter von Crimp-Kabelschuhen aber nur noch höchst selten tut.

Hergen

Am 01.10.2019 um 10:22 schrieb Ralph Aichinger:

Es gibt Leute die bekommen alles kaputt. Gutes Werkzeug verzeiht ggf. auch mal unsachgemäße Nutzung, aber darauf würde ich mich nicht verlassen.

Ich habe einen Seitenschneider von Weller ohne Wate, den ich vor etwa 20a gebraucht auf dem Flohmarkt gekauft habe, der tut immer noch. Und ein Knipex ist auch schon nicht mehr neu, sieht aber noch so aus. Ich hätte keinerleit Bedenken mit einen von Schmitz zu kaufen, der überlebt mich vermutlich bei weitem.

So ein verchromter Baumarktseitenschneider hat bei mir auch schon eine Spitze verloren, das mind. 40a alte Exemplar von meinem Vater (ohne effekthaschende Verchromung) hält dagegen.

Bernd

Vornschneider oder Schrägschneider Und besser auch noch 'ne Zange für das ganz grobe, damit man nicht mit jenem guten Seitenschneider Nägel oder Bremszüge abzwickt.

Eine oder zwei Beißzangen, ausserdem habe ich einen für jene Bremszüge u.ä. Aber das geht über Elektronik heraus und hilft beim Fahrrad.

ebenso rund und halbrund - die klassiche "Telefonzange eben".

mag ich nicht

Für's Haus einen Dosenabmantler und die gute alte Kombizange

Ich missbrauche die ggf. auch für Federringe - noch ein sinnvolles Teil im Werkzeugkasten.

Für Gehäuse evtl. eine Blechschere.

Schönen Gruß Martin

Vielleicht ist Rundspitzzange auch der falsche Name: Das was man, wenn eventuell noch eine Schneidefläche integriert ist als Telefonzange bezeichnet, nur halt in kleiner. Also Backen die innen flach sind und außen Rund. Zum feineren Greifen, Biegen von Drahtbrücken, Drähte in eine bestimmte Form bringen, eventuell Festhalten am einen Ende während man was am anderen macht (z.B. Abisolieren) etc. Hab ich in einer billig-Version aus China immer gerne verwendet, aber die Billigversion hat immer die Gummiüberzüge verloren und derzeit finde ich die ganze Zange nicht.

Crimp-Kabelschuhe kann ich mir bei Fahrradbeleuchtung o.ä. vorstellen, bei Elektronik finde ich das eher unpraktisch, wenn man nicht dazu gezwungen wird (Erdungsanschlüsse an Patchpanels, Bleiakkus?). Wo verwendet man die?

/ralph

Da könnte ich mal nen Tip für was (dauer)taugliches gebrauchen. Ich hatte ein paar mal billige Dinger, die nach einer Weile nicht mehr taten (irgendwie ausgeleiert, griffen nicht mehr).

Hanno

- Großer Seitenschneider (Knipex 70 06 180), ich LIEBE das Ding.

- Kleiner Seitenschneider (Knipex 77 72 115), schick

- Kleine Flachrundzange (Knipex 32 22 115), extrem praktisch

Dann noch eine Gripzange für größeres.

Und ich habe mir diverse Gewichte zugelegt, an die ich Krokodilklemmen angeflanscht habe und die Krokodilbacken dann einzeln verschrumpfschlaucht. Die sind superpraktisch, kann man an ein Bauteil von unten dranklemmen und dann von oben löten, das fällt dann einfach raus. Gewicht ist so gering dass da nichts kaputtgeht, wenn man das von der Hand macht (z.B. mit Schraubenzieher hebeln oder so) passiert es sonst leicht, dass man zu viel Kraft aufwendet (wenn die Lötstelle noch nicht ganz flüssig war) und man das Bauteil beschädigt.

SMD hattest du zwar ausgeschlossen, aber ich habe auch eine sehr hübsche Titanpinzette (wg. nichtmagnetisch) die ich für filigrane Drahtarbeiten manchmal nehme. Also nicht nur für SMD.

Und wenn wir schon dabei sind: Knipex 86 05 150 ist MEGA praktisch. So ein geiles Ding. Ich verwende das *extrem* oft, absolut sein Geld wert.

Für die kleinen bevorzuge ich definitiv ohne. Die Knipex hält alles bombenfest, schließt wirklich genau.

Viele Grüße, Johannes

Am 01.10.2019 um 12:19 schrieb Hanno Foest:

Ich glaube einer der der Klassiker ist die KNIPEX 12 40 200. Dafür gibt es auch Ersatzmesser und -greifbacken (OK, der Messersatz kostet mehr als manch anderer für eine Billigzange ausgibt).

Sehr gut sieht auch die Weidmüller STRIP 6 aus, die habe ich aber nicht im Einsatz, wäre aber für einen Neukauf momentan mein Favorit.

Bernd

Da habe ich das Konkurrenzprodukt von Unior, ein guter Seiten- schneider ist einfach Pflicht. Aber Für Elektronik ist der zu klobig.

Die hab ich in anderer Griffvariante im Zulauf.

Warum ist da nichtmagnetisch so wichtig? Ich habe sowieso eine Abneigung gegen magnetische Dinge, weil meine Armbanduhr leider sehr leicht beleidigt auf Magnetisierung reagiert, aber worum geht es da? Um empfindliche Bauteile wie Hall-Sensoren, deren Umgebung man nicht unbedingt magnetisiert haben will?

OK danke! Ich hab mir jetzt eh eine gerade ohne Zacken bestellt, mal schauen.

/ralph

Jup. Das rettet den Tag. Ich lege mir meist noch eine Art "Knetgummi" hin, verhindert daß irgendwelche etwas sperrigeren Tru-Hole-Gerätschaften rausfallen. Die Biegelehre fürs Rastermaß 7,5-10-12,5-15-17,5mm

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auch nicht viel und ist praktisch. Die Platinen sehen damit einfach sauberer aus.

Ach ja: Ein einigermaßen zuverlässiges/hochwertiges Laborsteckbrett:

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auch nicht schaden, erleichtert die Iterationen bis man die Bauteildimensionierung in Epoxy und Kupfer gießt.

Meine Knipex hält schon mehr als ein Jahrzehnt, dito die automatische Abisolierzange. Ich bestücke aber auch nicht 7/24 irgendwelche Platinen.

Volker

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Du baust aber komische Platinen. SCNR. Nachdem das jetzt eh schon in einen Werkzeugthread ausgeartet ist:

- Knipex Cobra, mittlere Größe, z. B. 87 02 300

- Knipex Kraft-Seitenschneider: 74 02 200

- Wera 900 Big Pack Schraubendreher-/Schraubmeißel-Set

- Wera Zyklop 1/4" Knarrensatz (unterschiedliche Varianten, ich finde den 8100 SA 8 ganz praktisch)

- Zumindest Langnüsse in SW 8-10-13

- 1/2" Knarrensatz Deines geringsten Mißtrauens mit mindestens SW 10-12-13-15-17-21, die Sets von Wera haben da ein recht gutes Preis-/Leistungsverhältnis

- Gabel-Ringschlüsselsatz (ich nutze Hoffmann/Stahlwille, weil die recht schlank sind)

- Hazet 9012SPC 1/2" Druckluft-Schlagschrauber

- Vernünftiger Hammer mittlerer Größe

- Lötstation (die Marke "Weller" hats auch schon langsam hinter sich, es gibt durchaus brauchbare Alternativen)

- Lötbrater "fürs Grobe", z. B. Weißblechabschirmungen

- Entlötsaugpumpe (Entlötstationen sind doch sehr teuer)

Oder eine Knabberzange.

Volker

Am 01.10.2019 um 10:22 schrieb Ralph Aichinger:

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Ist nur eine Spitzzange (ohne rund), innen geriffelt, damit lassen sich Drähte wunderbar festhalten. Durch die kleine Breite vorne (nur 1,3 mm) kommt man auch an beengten Stellen ganz gut hin. Auch die Beinchen von TO92-Bauteilen (Linearregler, Transistor) lassen sich damit ganz gut auf Lochrasterabstand biegen.

Eine (billige) Flachzange hier ohne Riffelung taugt nicht so ganz zum Drähte festhalten.

Holger

Neben vielen anderen Zangen habe ich eine _gebogene_ Telefonzange.

Ich habe als Besonderheit einen Distanzschneider+Abwinkler. Der ist von Belzer und schneidet Draht auf 1,8 mm ab und winkelt gleichzeitig den Draht um etwa 40 Grad ab.

Ich habe damit mal für einen Verwandten eine Wersi-Orgel gebaut.

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Von EREM gibt es viele Distanzschneider. Aber nicht mit Abwinkeln. Einstellbare Distanz für knapp 200 €.

Du musst mal mit einer Stahlpinzette ein SMD-MLCC anfassen. Aber auch stinknormale LEDs sind manchmal zickig.

MfG hjs

Batteriehalter sind die ganz große Gemeinheit. Wenn der Federstahldraht als Anschluss herausgeführt ist. Da kann die Kneifzange kosten was sie will.

Bernstein?

MfG hjs

Hmm, naja kommt drauf an. Wenn ich dicke Dioden habe, z.B. 1N5822, dann sind da die Beinchen so dick (IIRC 1.3mm?) dass ich die mit dem großen Seitenschneider mache, den kleinen nehme ich wirklich nur für filigranes Zeugs.

Nein, ganz banal: SMD-Teilchen (sogar schon leichte/kleine bedrahtete Teilchen) LIEBEN es an der Pinzette kleben zu bleiben und das ist so nervig. Sogar die Edelstahl-Pinzetten sind da offenbar noch magnetisch genug (?), dass die Teilchen dran kleben bleiben. Seit Titan ist da Ruhl im Karton :)

Viele Grüße und viel Spaß mit dem neuen Werkzeug! Johannes

Ralph Aichinger schrieb:

Für das Halten von Bauteilen hab ich eine Kreuzpinzette schätzen gelernt.

Guido

Am 01.10.19 um 10:22 schrieb Ralph Aichinger:

Hallo,

Rundspitzzange benütze ich für Elektronik so gut wie gar nicht, das ist eher was für Schmuckherstellung.

Die 3 wichtigsten Zangen die hier am Tisch parat liegen sind ein Super Knips, das gibt es ähnlich auch von diversen anderen Firmen (Weller-Tools XCelite, Garant usw.).

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Dann noch ein mittlerer Elektronikseitenschneider
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Und dazu recht universell verwendbar (auch zum Abisolieren, Schneiden von Drähten und auch zum Quetschen und Crimpen geeignet) eine Verdrahtungszange von Knippex 13 01 160

Zuvor hatte ich stattdessen eine Telefonzange/Langbeckzange genutzt.

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Zum Abisolieren verwende ich eine automatische von Bernstein, die finde ich da nicht mehr auf der Webseite.

Sehr froh bin ich auch an einem Schrägvornschneider von Bernstein zum Kürzen der Drähte auf einer bestückten Platine. Der sieht ähnlich aus wie:

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Bernd Mayer

Am 01.10.19 um 23:28 schrieb Bernd Mayer:

Nachtrag:

hier habe ich noch ein Bild dazu gefunden: Abisolierzange "Rekord", 160 mm, von 0,5 - 5 mm Ø

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Bernd Mayer

Am 01.10.19 um 10:22 schrieb Ralph Aichinger:

Knippex Seitenschneider ohne Vignettierung und noch eine einfache, kleine Flachzange. Der Rest ist Standard Modell Opa's Grabbelkiste - also eher grobes Zeug, wie Kombizange, Schraubendreher etc.

Die schimmelt hier nur rum. Ich kann sie nicht gebrauchen. War halt dabei.

Dann muss man eben schneller löten. ;-)

Die Knippex ist schon älter. Bestimmt 15 Jahre. Irgendwann habe ich es tatsächlich mal geschafft, vorne auf einer Seite ein paar Zehntel abzubrechen. Ich weiß gar nicht mehr wie. Dann habe ich sie am Schleiftein auf der anderen Seite passend auch etwas gekürzt, und weiter geht's.

Es kommt halt auch darauf an, was man damit macht. Ich meine Werkzeug muss für den Einsatzzweck /angemessen/ sein. Wenn ich nur gelegentlich mal etwas bastle, dann brauche ich kein Werkzeug mit beliebig hoher Standzeit. Das hält auch so Jahrzehnte. Billigplunder, der sich bei der ersten, sachgemäßen Verwendung verbiegt, hilft natürlich nicht.

Ich mag die runden Dinger nicht. Ich nehme immer nur die Flache. Und die meisten Sachen stecke ich so, dass sie von alleine halbwegs halten. Oder aber ich halte sie kurz mit der Fingerspitze und löte dann erst mal die andere Seite fest. Da muss man halt schnell sein. Mit einer Zange halten, ist für mich kein Vorteil. Dazu braucht es wesentlich mehr als einen Finger, und man rutscht auch leicht mal ab. Das mache ich nur im Notfall.

Marcel

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