Audioverstärker Ruhestrom

Oct 05, 2011 33 Replies

Hallo, ich habe ein paar Hama PC-Boxen der Sorte Brüllwürfel. Da die Dinger unangenehm brummen, habe ich sie einmal aufgemacht und rein gesehen.



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Der Ruhestrom beträgt 50mA pro Kanal. Das wird schon recht warm, wie kann ich das reduzieren?



Dann sind da noch die Lautsprecher...



ich dachte daran, sie gegen



VIS FRS 8-4



von Reichelt zu tauschen. Statt des eingebauten Netztrafos dachte ich an ein



12V1A Steckernetzteil, das sollte das Brummen reduzieren. Das derzeitige Netzteil besteht aus 12V Trafo, 4 Dioden und 470 uF, verbessert mit 2 nachgerüsteten 2200uF Elkos parallel. Aber es brummt trotzdem, teils aus dem Lautsprecher, teils direkt mechanisch vom Trafo ins Gehäuse.

Oder sollte ich mir doch lieber 2*LM386 (wenig Leistung, ok, sollte aber trotzdem eigentlich reichen) oder 1*TEA2025 (der hat wieder einen rel. hohen Ruhestrom) mitbestellen und den Verstärker neu aufbauen? Oder besser



2*TDA7235?
Wolfgang Horejsi www.gebrauchtemotorradersatzteile.de

Am 05.10.2011 09:18, schrieb Wolfgang Horejsi:

Hallo,

Rundablage und bessere System besorgen.

Das ist die primitivste Verstärkerschaltung die ich in Jahrzehnten gesehen habe!

Ein besserer Lautsprecher und ein externes Netzteil bringt nix weil das schwächste Glied die Qualität begrenzt.

Ein anderer Lautsprecher brummt dann halt in besserer Qualität.

Bernd Mayer

Am 05.10.2011 10:53, schrieb Bernd Mayer:

Primitiv ja, aber warum sollte sie Brummen? Die Schaltung wird den Brumm auf der Versorgungsschiene nicht wirksam unterdrücken, was sie eigentlich sollte. Aber Quelle wird schon eher das Netzteil sein.

Eric.

Weil es eine Rückwirkung vom Netz auf den Eingang der Schaltung gibt, welche dann den Netzbrumm verstärkt.

Du könntest den 22k Widerstand durch zwei mal 10k ersetzen, und dazwischen einen Elko (ca. 220uF) gegen Masse hängen. Das dürfte den Brumm stark reduzieren, aber den Klirrfaktor erhöhen weil die Gegenkopplung wegfällt.

Stefan

Den 100 Ohm Widerstand durch einen 220Ohm Trimmer ersetzen. Dann kannst Du den Ruhestrom einstellen. Weniger Ruhestrom wird bei dieser Primitivschaltung aber auch zu mehr Verzerrungen führen. 50mA bei 15V ist eigentlich noch harmlos.

Ev. reicht es schon, die Dioden thermisch mit den Transistoren zu koppeln. Das wäre sowieso besser, denn damit würde der Ruhestrom weniger temperaturabhängig.

Stefan

Ja, meine Rede - aber die Quelle des Brumms ist sicher das Netzteil.

Grüße

Eric.

Am 05.10.2011 11:17, schrieb E.-R. Bruecklmeier:

Hallo,

das Brummen kann mehrere Ursachen haben:

Magnetische Einstreuungen vom Trafo auf Eingänge kann man durch ein externes Netzteil beseitigen.

Ein größerer ELKO kann die Brummspannung auf der Versorgung vermindern es fließen aber höhere Nachladeströme in Trafo, Gleichrichter und den Stromversorgungsleitungen und bei ungünstiger Leiterbahnführung können diese Brummströme auf den Leitungen verstärkt werden.

Wenn die Brummunterdrückung der Schaltung schon schlecht ist dann hilft eine andere Schaltung falls man die Versorgungsspannung nicht stabilisieren möchte.

Ein externe s Netzteil kann man ja schnell mal anschließen zum Test. Das kann aber auch die für das Brummen wichtige Masseführung ändern!

Für den Aufwand an Material und Zeit für externes Netzteil und Lautsprecherchassis kann man wahrscheinlich auch bessere Boxen beschaffen und diese dann direkt nutzen.

Wenn es mehr um Erfahrungssammeln und Freude am Basteln geht und man die Teile ehe da hat dann spielt das allerdings keine so grosse Rolle.

Bernd Mayer

Ja, ist es, aber diese Quelle hat praktisch jede Endstufe. Gescheit aufgebaute Endstufen (mit Differenzverstärker am Eingang und starker Gegenkopplung) haben aber eine von der Versorgungsspannung unabhängige Ausgangsspannung, welche deshalb nicht brummt.

Jaha, schrieb ich in meinem ersten Beitrag ;-)

Am 05.10.2011 11:55, schrieb Bernd Mayer: schon eher das Netzteil sein.

Ja, danke ich weiß ;-)

Grüße

Eric.

Das ist in dieser Allgemeinheit nicht richtig. Mit einfacher Versorgung wie hier will man die Ruhespannung bei U_B/2 haben (also nix "von der Versorgungsspannung unabhängig"). Typischerweise gewonnen mit einem Spannungsteiler und Abblock-C gegen das Brummen. Aber in der Tat fehlt der Schaltung so etwas - sie verläßt sich da ausschließlich auf die Gegenkopplung. Auftrennen der DC- und AC-Gegenkopplung würde schon reichen.

XL

Weil das PSRR (power suply rejection ratio) der Schaltung unter aller Sau ist. Schmeiß den ganzen Verstärker weg, und baue einen TDA2004 rein. Der ist auch kein HiFi-Highlight, aber schon um mehrere Klassen besser. Vor allem mit kleiner 1 Euro wahrlich kein Kostenfaktor. Standard-Beschaltung laut Datenblatt sollte es tun. 1000µ in Ausgang reichen für Brüllwürfel dicke. Aufbau auf Lochraster reicht für die TDAs. Selbst ein Igel tut es. Vielleicht lässt sich noch das eine oder andere Bauteil aus dem alten Verstärker recyceln.

Ja, aber es ist halt einigermaßen unangebracht ein aufwändiges Netzteil mit wenigen Millivolt Ripple nur deshalb zu verwenden, weil die Verstärker-Schaltung nichts taugt. Mit der klassischen Lösung aus Vollweggleichrichter und Kondensator kommt man da jedenfalls nicht weit. Für 50mV Ripple bräuchte man schon bei Belastung nur mit den 100mA Ruhestrom 20000µF. Unter Last entsprechend mehr. Völlig daneben. Da kostet ja der Elko mehr als der ganze Verstärker.

Vor der Bastelaktion würde ich aber noch mal einen Blick auf den Trafo werfen. Nicht dass der bei 500mA Last sowieso am Ende ist. Bei der Preisklasse der Schaltung würde mich das nicht wundern. Das reicht dann ja gerade einmal für den Ruhestrom (wenn man die Degradierung der Belastbarkeit durch den Vollweggleichrichter mitrechnet). Für den TDA wäre ein Trafo in der Größenordnung 2A kein Fehler.

Falls das Netzteil auch nichts kann, wären wir aber dann doch wieder bei der Lösung mit der Rundablage, und bei "wer zu billig kauft, kauft zweimal".

Marcel

"Marcel Müller" schrieb im Newsbeitrag news:4e8c4041$0$6565$ snipped-for-privacy@newsspool3.arcor-online.net...

Hi, andererseits, wenn es auf der Welt überall ideal zuginge, gäbe es diese Gruppe nicht :-) manchmal kauft man eben "mutmaßlichen" Schrott in der Hoffnung, den verschlimmbessern zu können. Mach ich oft. Ist ja meist so, daß die fiesere Mistschaltung im gelungenen Dessingehäuse steckt. Wenn man das geschickt kombiniert, hat man hinterher ein Einzelstück mit Gold innen und Platin außen. Und auch wenn das Klischee nervt, wo sind in dieser Schaltung die LEDs? Unbedingt nachrüsten.

mfg, gUnther

E.-R. Bruecklmeier schrieb:

[...]

Da würde ich nicht drauf schwören wollen. Da wäre z. B. noch das Layout der Leiterplatte!

Ich selbst habe mal brummende Brüllwürfel gebändigt, indem ich auf der LP ein oder zwei Leiterbahnen aufgekratzt und über Drähtchen woanders angebunden habe. Seitdem ist (bis auf das bißchen Rauschen bei voll aufgedrehtem Poti) Stille :-)!

Ciao

Reinhard

Am 05.10.2011 20:49, schrieb Reinhard Zwirner:

Das kann man testen indem man im Betrieb das Netzteil aussteckt. Ist der Brumm sofort weg aber die Musik erst einen Augenblick später -> das Netzteil ist schuld. Wenn Brumm und Musik gleichzeitig wegfaden ->

woanders suchen.

Auch mal kleine Kondensatoren über den Gleichrichterdioden probieren...

-ras

Ralph A. Schmid http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/ http://www.bclog.de/

"Marcel Müller" schrieb im Newsbeitrag news:4e8c4041$0$6565$ snipped-for-privacy@newsspool3.arcor-online.net...

Viel traue ich dem EL42 mit 25mm Paketdicke nicht zu. Ich hätte hier noch ein altes Notebook Netzteil, 20V 3A, das könnte ich gut verwenden. Allerdings scheinen mir die winzigen Transistoren des Verstärkers überfordert. Deswegen auch meine Frage, welche IC am besten geeignet wäre. Reichelt hat ja eine große Auswahl an Audio Amplifier IC. Als Stichwort ins Suchfeld eingegeben liefert mir Reichelt immerhin 65 Treffer. Da dachte ich, bevor ich 65 Datenblätter durcharbeite, frage ich einmal nach Erfahrungen, welches IC nur geringen Aufwand erfordert, mit 20V zurecht kommt und bei Reichelt lieferbar ist.

Wolfgang Horejsi www.gebrauchtemotorradersatzteile.de

"Stefan Heimers" schrieb im Newsbeitrag news:j6h8e7$rom$ snipped-for-privacy@news.albasani.net...

Das sind sie in dem engen Gehäuse eh schon, der Ruhestrom ist beim Einschalten im Keller bei 80mA und stabilisiert sich dann bei 100mA (Stereo).

Wolfgang Horejsi www.gebrauchtemotorradersatzteile.de

"Thomas Meier" schrieb im Newsbeitrag news:j6ibnl$7qc$ snipped-for-privacy@news.albasani.net...

Ein externes Netzteil würde sicher helfen, da ich dann gleich ein gesiebtes und stabilisiertes Netzteil verwenden kann.

Wolfgang Horejsi www.gebrauchtemotorradersatzteile.de

Ca. 10VA. Mit Siebelko wie gesagt deutlich weniger.

Der würde bei 70% Überspannung mutmaßlich schnell Indianer Spielen (Rauchzeichen). Oder waren die 12V die AC Nennspannung des Trafos und nicht die Gleichspannung an der Schaltung?

Naja, die TDA-Serien sind schon Klassiker. Für Versorgungsspannungen zwischen 12V und 15V sind die Autoradio-Chips, wie TDA2004 keine schlechte Wahl.

Wenn Du mehr Bumms willst (mit welchen Lautsprechern überhaupt), dann wäre als allererstes eine symmetrische Versorgungsspannung angesagt. Und dann bieten sich TV-Verstärkerchips wie z.B. 2*TDA2040 und Konsorten an. In Stereo bekommt man z.B. die deutlich neuere TDA 729x-Serie mit MOS-FET Endstufen. Alles Cent-Artikel. Aber wie gesagt, symmetrische Versorgung ist bei mehr Power kein Fehler.

Für 20V asymmetrisch kenne ich jetzt auf die schnelle keinen Chip. Im Prinzip kann man die aber alle auch bei bis zu 50% reduzierter Spannung betreiben. Gibt halt weniger Leistung, aber dafür sind sie dann völlig unverwüstlich (die sind so schon hart im nehmen). Und Mit einem Ausgangselko bekommt man es immer auch asymmetrisch hin. Nur will der Bursche halt auch geladen werden - ich sage nur Plopp!

Marcel

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