Unbekannter Germanium-Transistor

Mar 05, 2020 18 Replies
Jump to replies (18)

Hier werkelt ein PNP Ge Transistor zufriedenstellend in einem Joule-Thiev. Bei 150 mV schwingt der noch, aber leuchten kann man es nicht mehr nennen, die LED glimmt nur noch.



Von dem Transistor weiss ich garnichts.



Er hat ein vernickeltes rundes Gehäuse. 5,8 mm Durchmesser, 15 mm lang. Auf der Stirnseite ist ein dunkelgelber oder hellbrauner Punkt. Der Kollektor ist mit einem grauen oder weissen Punkt markiert.Die Beinchen sind 40 mm lang. Das Metex meldet hFE = 120. Auf dem Gehäuse ist nichteinmal der Rest eines Aufdrucks sichtbar.



Kann jemand mit diesen Angaben was anfangen das vielleicht zur Identifizierung helfen könnte?



Vorab vielen Dank Martin


Ich hab mir so einen Joule-thief mit einem AC152 gebaut. Da glimmt die LED noch bei unter 100mV.

Gerrit

Das duerfte fast unmoeglich sein. Farbpunkte wurden damals oft zur Selektierung fuer Gruppen verwendet, z.B. Einteilung der Produktionschargen in Stromverstaerkungsbereiche.

Ich habe hier historische Zettel mit der Aufschrift: | | HF - gelber Punkt | NF - ohne Punkt

Die lagen bei Transistoren mit schwarz lackiertem Glasgehäuse (der farbige Punkt war dann oben, sofern vorhanden).

Vermutlich wird das aber sowieso nicht auf Typen mit Metallgehäuse übertragbar sein.

[...]

Beutel mit "Germanium-TUP"s von Nadler?

Meint sich zu erinnern

Reinhard

Die waren frueher gestempelt, bessere Versionen hatten gelegentlich eine Art Siebdruck. Stempelungen rieben sich rasch weg, wenn man die Transistoren oft in die Hand nahm. Im Jugendalter passierte mir das, weil ich besonders bei HF-Transistoren Sockel verwendete und das kostbare Stueck mitwanderte, wenn ein anderes Selbstbaugeraet benutzt werden sollte. Die Dinger kosteten ein Vermoegen.

An den Ausdruck "ungestempelt" kann ich mich noch gut erinnern, das war Code fuer Ausschuss. Die waren billig, aber man wusste nie, welcher Parameter aus dem Ruder gelaufen war und wie schlimm.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Ich bekam mal ein Kilo bei meinem Schrotthändler, Metallgehäuse aber ungestempelt, ohne Nase und matt statt glänzend. Kamen so ähnlich nicht auch die Transistoren in den Japan-Radios daher, 2S...?

Ich habe alle ausgemessen nach Ruhestrom und Stromverstärkung, und damit die Elektronik für meinen ersten Computer gestrickt.

DoDi

Hallo Joerg,

ich meine, mich sogar zu erinnern, dass ich damals(TM) (~40a) Germaniumtransistoren in so einer Art prismatischem Kunststoffgehäuse hatte, die sogar für den Sockelbetrieb gemacht waren. Die Beinchen waren gestanzt, ziemlich kurz und hatten so eine Art Rastnasen, mit denen sie dann sicher im Sockel saßen.

Viele Grüße

Dieter

Am 23.03.2020 um 11:57 schrieb Dieter Michel:

Eine derartige Bauform erinnert mich an BC148, BF194 und Co. Aber das war bereits Silentium...

Bernd

Am 23.03.20 um 12:39 schrieb Bernd Laengerich:

In meinem Fundus habe ich noch einen AF256, und der ist kein Sizilium, sondern Germanistenbumm. Ein Ge-PNP-Transistor für HF bis 330 MHz, 10 mA Kollektorstrom, 18 Volt Uce, beta 10-28. Aber das Gehäuse entspricht der Beschreibung hier.

SCNR, Holger

Am 05.03.2020 um 17:59 schrieb Martin Gaiß:

Echt d=6 und l=15mm? Schwierig, hab mal geschaut... Die alten Ge Typen mit länglichem Metallgehäuse die ich auf dem Zettel habe sind alle max. 10mm lang (HJ61, SFT316, GF122, GF125...)

O.J.

Hallo Bernd und Holger,

Kunststoffgehäuse hatte, die sogar für den Sockelbetrieb>>> gemacht waren. Die Beinchen waren gestanzt, ziemlich kurz>>> und hatten so eine Art Rastnasen, [...]

wenn ich mir die Datenblätter und Fotos so anschaue, weiß ich selbst nicht mehr so genau. Die Beinchen entsprechen meiner Erinnerung - sind ja auch beim AF256 und BC148 etc. praktisch identisch. In meiner Erinnerung war das Gehäuse eher so ein SOT-25, also wie beim BC148 - der war's aber nicht.

Ich meine, ich hätte die damals für irgendeine Empfängerschaltung aus den damals nicht unüblichen Radio-Bastelbüchern (Heinz Richter & Co) gekauft. Daraus kann man aber natürlich auch kaum was ableiten, es sei denn, man hätte das betreffende Buch.

Möglicherweise hatte ich ja beide Typen (Ge und Si) und habe die in der Erinnerung auf demselben Speicherplatz abgespeichert...

Danke und viele Grüße

Dieter

Am 23.03.20 um 16:48 schrieb Dieter Michel:

Ich verbaute damals einen AF... Ge Transistor mit aufgestecktem Kühlblock in einem 40,68 MHz Sender als Endstufe. Die HF Leistung brachte eine kleine Glühlampe zum Glühen.

Das Ding produzierte derart Oberwellen, dass ich im TV Apparat bis zum UHF Bereich alle ~40 MHz einen Träger fand.

Fritz schrieb:

Wundert mich nicht. Ich habe dumpf aus Kindheitstagen in Erinnerung, dass der AF139, später AF239S mit F_t > 700 MHz in der SBZ so was wie Schwarzwährung waren. Diese "Kristallverstärker" haben wir rübergeschmuggelt. Das waren aber Kleinstleistungsdinger für Antennenverstärker. Endstufe kann ich mir da nicht vorstellen, jedenfalls nicht mit AFnnn. OK, die AF200er Serie konnte bissl mehr, vielleicht die AFYnn?

Am 29.03.20 um 18:37 schrieb Rolf Bombach:

Kann auch ein AFY... gewesen sein - ich weiß nur mehr eines noch, der steckte von Haus aus in einem kleinen Metall-Quader mit einem Befestigungsloch. Mit Eintakt Class-B brachte er eine kleine Glühlampe (2,5 ... 3,5V) zu hellem Glühen.

Class-B mit Pi Filter am Ausgang und ohne Metallgehäuse war sich sicherlich ein ordentlicher Störsender. :-))

Sollte mir mal das Buch mit der Bauanleitung in die Hände fallen, mach ich vielleicht einen Scan und poste es.

Aus anderen Gründen legte ich damals den Bau einer Fernsteuerung auf Eis. Wenn man die heutigen (meist made in China) Fernsteuerung kennt, dann sieht man wie rasch sich die Entwicklung weiter bewegt hat. Und ich kenne diese modernen LowCost Mehrkanal Fernsteuerungen aus nächster Nähe und im Einsatz! Alleine wie klein die Empfänger sind! Kaputt - wegwerfen - reparieren lohnt nicht!

Fritz schrieb:

[...]

Der Beschreibung nach könnte es ein AFY14 von TFK gewesen sein: Ptotmax = 200 mW, fTtyp = 60 MHz.

Ciao

Reinhard

Reinhard Zwirner schrieb:

Hätte ich jetzt auch getippt, das war weit und breit der einzige HF-Transistor der AF/AFY Serie mit diesem Gehäuse. Bei NF gab es wesentlich stärkere, AC153K, mit über 1 W Verlustleistung, Wahnsinn ;-]. Diese gab es auch wahlweise ohne den Klotz, AC153 halt.

Ja die waren knapp, weil die aus der SBZ in die BBZ,ABZ und FBZ exportiert wurden. Bei Geburt hießen die übrigens GF145/147

Gruß, Holm

Nunja, man sagt, es gab auch sozialistische einheitsparteipolitische Gründe dafür, dass man diese Teile nicht gern in Volkes Hand sah. Irgendwas mit Zuschütten von Tälern der Ahnungslosen oder so was.

Join the Discussion

Have something to add? Share your thoughts — no account required.

Didn't find your answer?

Ask the community — no account required