Tip Museum Dresden: Chipherstellung

Do you have a question? Post it now! No Registration Necessary

Translate This Thread From German to

Threaded View
Moin moin,

nur so am Rande...in den ,,Technischen Sammlungen'' in Dresden ist
gerade eine kleine Sonderausstellung zur Chipherstellung mit einigen
netten Original-Dokumenbten (Briefverkehr, Masken....) und einigen
Videos mit historischem Charakter (1M-Bit-Chip, Reverse Engineering???)...

Viele Grüße,

Olaf

Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung

Quoted text here. Click to load it

Da hätteste bei mir mal auf'n Tee vorbeischauen können. ;-)  Ich
wohne nur 1,5 km entfernt.  Hab's aber in die Sonderausstellung
bislang auch noch nicht geschafft.

Quoted text here. Click to load it

An einem Speicher gibt's nicht viel zu "reverse engineeren".  Die
Schaltung ist praktisch klar, das Problem beim Speicher ist die
Beherrschung der Technologie.  Das kann man nicht einfach von einem
existierenden Chip "kopieren", da muss man durch.

Prof. Junghans (seinerzeitiger Chef des ZMD) hatte mal dem MDR ein
Interview gegeben.  Ja, natürlich haben sie auch einen Toshiba-IC als
Vorbild gehabt, gegen den sie das dann alles auch gegengetestet haben,
und selbstverständlich haben sie sich den auch unterm Mikroskop
angesehen.

Kuriosum dabei: der 1-Mbit-dRAM war am Ende eher funktionsfähig als
der 256-kbit-dRAM, der immer wieder über irgendwelche Schwierigkeiten
gestolpert war.

(Was wirklich reverse engineert worden war sind CPUs.  Prominentestes
Beispiel dabei war die VAX-CPU.)
--
cheers, J"org               .-.-.   --... ...--   -.. .  DL8DTL

http://www.sax.de/~joerg/ NIC: JW11-RIPE
We've slightly trimmed the long signature. Click to see the full one.
Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung

"Joerg Wunsch" schrieb...
Quoted text here. Click to load it

Danke für den Tipp!
http://www.tsd.de/winzige-riesen---50-jahre-mikroelektronik-in-dresden1

Quoted text here. Click to load it

Der 256-kbit muss 1988/89 immerhin so stabil gelaufen sein, dass es
sich lohnte, jeweils 16 davon auf einem Keramikträger als Hybriden
zu 4Mbit "zusammenzukleben" und damit Messegold zu verdienen.
http://www.server-alpha.de/hybridspeicher /

W.


Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung

Quoted text here. Click to load it

1988 auf jeden Fall noch nicht.  Wir hatten uns Vergleichbares mit dem
Megabit-Chip vorgenommen, aber nicht auf Keramik, sondern auf PCB.
Bonden konnten wir ja an der Uni selbst.  Wir hätten gewissermaßen die
SIMMs damit erfunden. ;-)

Der Grund für diese Gedanken war, dass es um diese Zeit bereits
genügend Megabit-Chips gab, nur nicht genug Keramikgehäuse.  Damit
waren alle bereits verkappten Chips der Industrie versprochen, aber
unverkappte hätten wir für die Uni bekommen können.

--
cheers, J"org               .-.-.   --... ...--   -.. .  DL8DTL

http://www.sax.de/~joerg/ NIC: JW11-RIPE
We've slightly trimmed the long signature. Click to see the full one.
Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung

Quoted text here. Click to load it

Ja, irgendwann hatten wir ein ähnliches Thema schonmal.
In den 90ern (also nicht mehr DDR) hatte ich mal SIMMs mit dem
Schriftzug ZMD im Computerladen bekommen.
Das ZMD nahm ich erst gar nicht so richtig wahr.
Besonderes Auffällig war eher, dass die einzelnen Chips keine
Gehäuse hatten, sondern nur als Nacktchips mit Teerkleksen
versiegelt auf dem PCB klebten.
Auf meine Verwunderung hin sagte man mir damals, dies sei eine
Dresdner Erfindung, worauf es auch beim Lesen des Schriftzuges
ZMD bei mir endlich "Klingelte".

W.


Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung
Am 12.02.2012 21:59, schrieb Joerg Wunsch:
Quoted text here. Click to load it

Kopieren kann man sie sicher nicht, aber auch zur Beurteilung eines
Prozesses helfen die Methoden der Fremdmusteruntersuchung. Ich habe in
meinem früheren Leben sogar Dioden auf diese Weise untersucht und da war
uns auch vorher klar, wie sie funktionieren ;-)

Grüße

Eric.

Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung

Quoted text here. Click to load it

Das Problem dabei ist, das man schon seit langem mit dem
Lichtmikroskop nichts mehr erkennen kann, da die Strukturen
zu klein sind. Und mit dem RKM sieht man bestenfalls die
Verdrahtung der obersten Lage.
Gruss
Harald

Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung


Joerg Wunsch schrieb:

Quoted text here. Click to load it
Hallo,

war der Chip für das 1 MBit DRAM nicht grösser als der westliche
Industriestandard?

Bye


Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung
Und so sprach Uwe Hercksen:

Quoted text here. Click to load it

Nein. http://de.wikipedia.org/wiki/U61000

Ein normales kleines DIL-Gehäuse.

Roland

Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung
snipped-for-privacy@uriah.heep.sax.de (Joerg Wunsch):

Quoted text here. Click to load it

Sowie Z80 und Z8?

M.

Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung
"Matthias Weingart" schrieb...
Quoted text here. Click to load it

Z80 --> U880
Wobei die U880 bei den undokumentierten Befehlen des
Befehlssatzes andere Reaktionen (Registerbelegungen) zeigte,
wie die originale Z80-CPU.
Die U880 war also keine direkte 1:1 Kopie der Z80.
Wie das bei der Peripherie (PIO SIO CTC) aussah, weis
ich nicht.

W.

Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung

Quoted text here. Click to load it

Ähnlich.  Ich war mal über eine Ungereimtheit bei der Interruptannahme
der CTC gestolpert.  Habe darüber mal einen Beitrag im Funkbummi
geschrieben, den man dort auch noch in der Inhaltsverzeichnissuche
findet:

Fehler beim CTC-Interrupt im U 880-System
J. Wunsch, Y43TL
FA 8/1990, S. 390

Genau kann ich mich aus dem Kopf auch nicht mehr erinnern, irgendwie
musste man beim U857 ein Signal mehr in den Adressdekoder einbeziehen
als beim Z80-CTC, damit er nicht bei der Interruptannahme den Baustein
versehentlich auswählt.  Da dieses Signal in keiner der
veröffentlichten Anleitungen mit dekodiert worden war, schlussfolgere
ich daraus, dass alle diese auf den Original-Zilog-Teilen aufsetzten
(die es in Forschung und Industrie reichlich gab) und nicht auf dem
U857.

Ist aber ein Beleg, dass die Teile keine exakten 1:1-Kopien waren.

--
cheers, J"org               .-.-.   --... ...--   -.. .  DL8DTL

http://www.sax.de/~joerg/ NIC: JW11-RIPE
We've slightly trimmed the long signature. Click to see the full one.
Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung
Quoted text here. Click to load it

Gabs da nicht auch mal Probleme, weil die Ost-ICs
ein RastermaDF% von 2.5mm haten, die West-ICs aber
1/10" ? Bei Bausteinen mit wenigen Pins merkt man
den Unterschied nicht; bei den langen Z80 o.E4%. schon.
Gruss
Harald

Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung

Quoted text here. Click to load it

Yup. Den U880 konnte ich aber noch so draufquetschen, sah ein wenig unschön
aus. ;-) Auch so eine unsinnige Eindeutschung. Passiert aber immer wieder,
z.B. Tabellenfunktionen in Excel, warum muss das SUMME() heissen und nicht
SUM()? Programmiersprachen werden ja auch nicht eingedeutscht.

M.

Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung
Quoted text here. Click to load it

Also ich fand (und finde) das metrische Rastermaß deutlich angenehmer.
Zum Glück gehts dann nicht mit 1/2, 1/4, 3/8 etc. Zoll weiter, sondern
zehnerbasiert in mil. Trotzdem sind mm meine primäre Maßeinheit.

Im SMD-Bereich kommen metrische Rastermaße ja auch wieder.


XL

Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung
Die "geradegebogenen" Maße waren wimre im gesamten Ostblock gängig. Wozu
soll man sich auch mit "krummen" Maßen rumschlagen, wenn man die
entsprechenden Produkte sowieso nicht laufen darf?

Die bereinigten Größen sind aber vor allem bei Anreihklemmen (5mm; 2,5mm
usw) durchaus noch oder wieder gängig.

Und so sprach Axel Schwenke:

Quoted text here. Click to load it

Man könnte jetzt böse sagen:

Ist ja auch zu erwarten. Die letzten, die sich gegen das metrische
System stemmen, sind nun mal die Amis. Und die produzieren doch seit
bald Jahrzehnten nichts im Low-Cost-Bereich (Hühnerfutter etc.) mehr.

Was liegt also näher, als die Maße zu nehmen, die am Verarbeitungsort
gängig (und seit >30 Jahren quasi weltweit genormt ) sind?

Ihre Dies können die US-Fabs ja gern weiter in milZoll machen, aber die
Gehäuse aus China sind dann metrisch...

Roland

Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung
Quoted text here. Click to load it

Russland war m.W. auch eines der ersten LE4%nder,
die den metrischen SDtandard von Frankreich
FC%bernommen haben.
Gruss
Harald

Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung


Axel Schwenke schrieb:

Quoted text here. Click to load it

Hallo,

besonders lustig wird es beim Layout wenn man Teile im metrischen Raster
und im Zoll Raster auf der gleichen Platine hat und dann die Leitungen
dazwischen schön ordentlich unter 0, 45 und 90 ° verlegen will.

Bye


Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung
Quoted text here. Click to load it

Ich glaube das ist der wahre Grund für Vierlagen-Platinen.
Da legt man außen hypsch GND und Vcc auf und versteckt die
Sauereien auf den Innenlagen :)


XL


Re: Tip Museum Dresden: Chipherstellung

Quoted text here. Click to load it

Ist doch mittlerweile gang und gäbe.  1,27 mm war so ziemlich das
letzte zöllige Rastermaß, alles darunter ist metrisch.

Siliziumscheiben sind meines Wissens seit 100 mm metrisch.

Offenbar haben aber auch die Zilog-Importe ohne große Probleme in
die robotron-Leiterplatten gepasst. ;-)
--
cheers, J"org               .-.-.   --... ...--   -.. .  DL8DTL

http://www.sax.de/~joerg/ NIC: JW11-RIPE
We've slightly trimmed the long signature. Click to see the full one.

Site Timeline