Standard Bluetooth Codec SBC

May 21, 2025 Last reply: 1 year ago 24 Replies

Hi,



wie ich erfahren habe ist der Standard Bluetooth Codec SBC qualitativ in der Übertragung besser als mp3 320 kbps.



Da ich Musik vom Tablet über Bluetooth zum Logitech BT-Empfänger an der Stereo-Anlage höre, dürfte nur der CD-Player eine bessere Qualität bieten.



Ist das richtig?



Grüße


Ich glaub das schenkt sich bei der Datenrate alles nicht viel, egal welcher korrekt implementierter Codec.

Da ist das begrenzende wohl der DA-Wandler im Logitech-Empfänger (falls du nicht per SPDIF reingehst), IMHO. Ich hab mal einen Logitech-BT-Empfänger gehabt, der analogseitig nicht so wirklich gut war, sogar hörbar verzerrt hat bei hohen Lautstärken. Deiner kann natürlich anders sein.

Solche Unterschiede im Analogteil hört man viel stärker als eher nur mehr theoretische Codecunterschiede.

/ralph

Es ist in erster Linie irrelevant.

Volker

Am 21.05.25 um 12:47 schrieb Leo Baumann:

Na dann muss es ja stimmen. ^_-

Grundsätzlich ist SBC auf minimale Hardwarekosten und nicht auf Qualität optimiert. Bei sehr hohen Bitraten (bis zu 345kbps sind möglich) ist der Frequenzgang theoretisch besser als MP3, aber du kannst diese Bitrate nicht erzwingen - sie wird automatisch je nach Empfangsqualität und Fähigkeiten der Geräte gewählt und oft deutlich unter dem theoretischen Maximum liegen, so das du die Nachteile eines LowEnd-Codes in vollen Zügen genießen darfst.

Stand der Technik bei Bluetooth-Audio sind "aptX Adaptive" oder Sonys "LDAC". Wenn du drahtlos willst und Wert auf optimale Qualität legst, solltest du beim Gerätekauf darauf achten.

wav ist ein antikes Containerformat aus den frühen 90er Jahren, hinter dem sich nahezu alles verbergen kann. Insbesondere auch MP3 und die ersten (grässlichen) Experimente mit verlustbehafteten Audio-Codes aus den 80er Jahren.

Vermutlich wolltest du "PCM" sagen und damit auf unkomprimierte Audiodaten verweisen. Dann stellt sich allerdings die Frage, warum du so etwas direkt verwendest (und damit Kompromisse zwischen Samplerate, Sampletiefe und Speicherbedarf erzwingst), statt einen verlustfreien Codec wie FLAC zu benutzen.

Am 21.05.2025 um 13:47 schrieb Hergen Lehmann:

Ich wollte 16 Bit PCM 44100 Hz Abtastrate sagen.-

Nun mein Samsung Galaxy s10 kann aptX, mein Logitech BT Bluetooth-Empfänger an der Anlage nicht, den muss ich wohl austauschen gegen eine Audioengine B1.

Grüße

Also bitte. In 99% der Fälle wird mit WAV das übliche CD-Format (44.1/16bit) gemeint sein. Was soll er sonst höeren? 8-Bit-WAVs woher genau?

/ralph

Am 21.05.2025 um 14:18 schrieb Leo Baumann:

Nachdem ich in meinem Sansung Galaxy s10 Phone und meinem Samsung Tab A6 Tablet jeweils den Entwicklermodus freigeschaltet habe, musste ich feststellen, dass sich auf beiden Geräten aptX nicht aktivieren läßt.

Am 21.05.25 um 07:18 schrieb Ralph Aichinger:

Sicher dass das nicht am Ende Loudness-War war? Ich meine, da wird ja auch schon verzerrt, wie ein Großer. Aber das wirklich Gemeine ist, dass die verlustbehaftete Kompression die Verzerrungen zum Teil entfernt, wodurch die Pegel dann bei der Decodierung oft deutlich über das Maximum steigen. Und das klingt natürlich noch schlechter als das Original. Ich erlebe nicht selten, dass der Pegel nach der Dekodierung von komprimiertem CD-Material bei bis zu 160% Vollaussteuerung landet, obwohl es vorher offenkundig noch irgendwie gepasst hat. Manche Dekoder können damit umgehen, weil sie mehr als 0dB FSR unterstützen, andere nicht. PC-Player bekommen es mittlerweile meistens hin, ReplayGain vor der 16 Bit Quantisierung anzuwenden. Hardwaredecoder verstehen davon nichts.

Die Codecunterschiede sind nicht nur theoretisch. Aber sie schwanken halt sehr, und sind deshalb womöglich irrelevant, wenn die Bitrate stabil groß ist.

Marcel

Am 21.05.25 um 03:07 schrieb Leo Baumann:

Wenn man das MP3 vorher aus einem 96 kbps WMA erzeugt hat, dürfte das stimmen. ;-)

In der Praxis ist es würfeln und fast immer schlechter. Vor allem braucht SBC für gute Qualität hohe Datenraten, weshalb er sehr leicht einbricht, wenn sich noch mehr um das 2,4 GHz Band prügelt. SBC ist primär für Telefonie und geringen Stromverbrauch optimiert, nicht für Qualität.

Nein.

Aber es gibt andere Codecs, die über Bluetooth durchaus gute Audioqualität liefern. Der Klassiker aptX (kostet Lizenz), dann AAC, vor allem im Apple-Universum, und neuerdings auch LC3.

Marcel

Am 21.05.2025 um 19:53 schrieb Marcel Mueller:

Die Lizenzgebühren sparen sich Samsung Phones u. Tablets seit einiger Zeit - kein aptX - das ist scheiße!

Nein, der hat einfach bei jeder Musik verzerrt, die ich drüber abgespielt hab. Halt so der damals übliche Brüllwürfel-Computerboxen-Sound (schon wieder länger her), wie man ihn von schlechten analogen integrierten Verstärkern gekannt hat.

Ja, aber bei so hohen Bitraten macht es nicht mehr viel aus.

Was aber schon was ausmacht ist, ob die einen integrierten Verstärker für 5 Cent, 50 Cent oder 5 Euro einbauen, und womöglich noch irgendwelche Kondensatoren einsparen, die der Hersteller des IC vorschlägt oder so. Oder das Netzteil unterdimensionieren, oder was auch immer die verbrochen haben.

/ralph

Am 21.05.25 um 15:54 schrieb Ralph Aichinger:

Das möchte ich bestreiten, denn das "übliche CD-Format" ist billige, >40Jahre alte Consumertechnik und fast tot.

Jeder Hobbymusiker kann in seinem Heimstudio schon seit vielen Jahren deutlich höhere Sampletiefen und -raten produzieren, und kann diese über Streaming- und Downloadplattformen auch an seine Hörer verteilen. FLAC zum Beispiel unterstützt bis 192kHz/24Bit.

Versuche, kommerzielle Audio-Formate jenseits von CD zu etablieren (etwa SACD) existierten ebenfalls, und wer High-ending veranlagt ist, hatte das vielleicht auch gekauft und später als Datei archiviert.

Blu-ray unterstützt in Form von "Dolby TrueHD" bis zu 192kHz/24Bit in 6 Kanälen bei einer Datenrate von stolzen 18Mbit/sek. Eine weitere, weit verbreitete Quelle von Audio weit jenseits CD.

Auch 8Bit war zur Blütezeit von WAV gar nicht sooo selten, etwa in Game-Soundtracks.

Und natürlich nahm so mancher vor dem Siegeszug der MP3-Tauschbörsen auch noch fleißig selbst aus dem Radio auf und beschränkte sich in Anbetracht von knappem und teurem Speicher dabei auf nicht ganz so üppige Bitraten.

Die Spannbreite von Audioqualitäten, die in einer wav-Datei gespeichert sein kann, ist immens...

In der heute üblichsten Form Musik zu kaufen&konsumieren ist das immer noch verbreitet, eventuell dominant (Spotify&Co).

Nur kommt es so kaum zum Konsumenten (ich hab Tidal, da kann man solche Soundfiles auch hören, aber ich mach mir nie die Mühe, ich höre schlicht keinen Unterschied zu CD-Qualität).

Ja, bei Tidal kann man das alles haben, derzeit wird Dolby Atmos sehr gepusht, brauch ich nicht, auch sonst fast niemand, glaub ich.

Die im Alltag niemand verwendet, außer eventuell Opernfilmfreunde.

Also das bezweifel ich.

/ralph

Am 22.05.25 um 07:11 schrieb Ralph Aichinger:

Hmm, ich sehe da für die Musiker-Seite keine Festlegung auf CD-Audio als präferiertes oder überhaupt nur erwähntes Format:

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... und von der Konsumentenseite her ist Spotify reines Streaming. Ein Export in eine Datei ist nicht vorgesehen und führte durch die Hintertür zu AAC oder OGG, aber nicht zu einem wav mit CD-Audio.

Meine fast 60Jahre alten Ohren hören da auch keinen Unterschied mehr, auch der MP3-Cutoff liegt längst jenseits meiner Hörschwelle.

Aber es gibt Leute, die behaupten, solche diffizilen Unterschiede zu hören, und es wurde hier ja gerade danach gefragt, welche Codecs in diesen Grenzbereichen die bessere Qualität versprechen.

Du willst also sagen, die hätten alle brav CDs gekauft und wären auf dieses Format festgelegt gewesen? Das bezweifle ich nun wieder :-P

Hallo Leo,

In einer solchen Allgemeinheit kann man nur "nein" sagen. Das schwächste Glied in der Audiokette dürften die Lautsprecher sein.

Tendenziell noch schlechter ist der Raum zwischen den Lautsprechern und den Ohren.

Was sehr störend sein kann, sind Rauschgeräusche, bei CD-Playern eher selten von der Elektronik, aber sehr häufig mechanisch, selbst in nicht mehr so kleinen Preislagen. Das hat die Teile bei mir sehr schnell in Misskredit gebracht.

Noch schlechter als die Lautsprecher dürften die allermeisten Ohren sein … Nein, ich weiß, das ist so fair verteilt, wie Fußball- und Autofahrkompetenz.

Marte

In welchem Format streamt Spotify? Achtung, das gibt jetzt eine Diskussion über psychoakustische Kompression und so.

Ich habe in den 1990ern sehr viel aus dem Radio aufgenommen, anfänglich wegen der längeren Laufzeien auf Super VHS Hifi (diese Kopfumschaltgeräusche!!!), schließlich direkt digital. Aber da das dann alles auf Audio-CD geschrieben wurde, gleich "nur" in 44 kHz 16 Bit.

DAT-Recorder konnte man damals von ihrem nativen Format 48 kHz auf 44 kHz umschalten damit man ohne Resampling auf von und auf CD hin und her kopieren konnte.

Und inzwischen ist das alles egal :-( weil ich eh keine Zeit mehr für Musik habe. Und niemand mehr hat eine Anlage.

Grüße Marc

Nein, natürlich nicht. Weil es niemand interessiert. Wobei "CD-Audio" hier meine Verballhornung von 44.1/16bit ist.

Wenn man bei solchen Services quer durch den Gemüsegarten hört, dann ist 44.1/16b immer noch dominant. Bei neuen Releases eventuell wird per default irgendwelches "High Quality"-Zeugs ausgespielt, aber bei 20 Jahre alten Backcatalog-Sachen macht sich niemand die Mühe, ha hat mal irgendwer die CD digitalisiert und hochgeladen, fertig, außer es handelt sich um irgendwelche Jubiläums-Reissues etc.

Kaum mal wird grundlos das Master-Band neu eingespielt/digitalisiert/wasauchimmer.

Ja, aber das AAC (typisch) kommt eben meistens mit 44.1/16bit daher. Zumindest wenn man nicht nur Releases der letzten 2-3 Jahre abspielt, sondern auch älteres Zeug.

Eben. Und bei mir ist der Unterschied zwischen AAC 320kbps (oder so), was auch immer Tidal als default ausliefert, und Flac,

192kHz/24bit oder was auch immer irrelevant, zumindest solange ich das Zeug nicht weiterbearbeiten möchte. Was ich nicht will.

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Ich halte das für reinen Placebo-Effekt, und natürlich greift das die Industrie (ebenso wie bei den angeblich besser klingenden Kabeln aus kiloweise sauerstoffreiem Kupfer mit Goldbeschichtung und Silbereinlage dankbar auf.

Natürlich haben im Tonstudio solche Formate ihre volle Berechtigung, wenn man mehr Dynamik für die Weiterbearbeitung haben will.

Nein, ich bezweifle, dass Radio-Mitschnitte eine nenneswerte Anzahl dessen was gehört wird, ausmachen. Natürlich gibt es viel viel illegal rumschwirrendes MP3 teilweise wüstester Herkunft, aber Hörfunkmitschnitte halte ich für eine Nischenerscheinung.

/ralph

Vor allen Dingen weil man das sofort in der Wellenform erkennt. UKW Stereo ist übleres Flickwerk als psychoakustische Kompression.

Grüße Marc

Die krummen 44100Hz sind tatsächlich ganz explizit CD-Audio.

Im Studio wurde schon damals mit Vielfachen von 48kHz gearbeitet und auch recht bald mit mehr als 16Bit, sobald es die AD-Wandler her gaben.

Ja. Und resampled. Ich habe keine Idee warum man das damals gemacht hat. Die 2 kHz höhere obere Endfrequenz wird's nicht sein.

Bei der Bearbeitung mit mehr Auflösung zu arbeiten als im Ausgabeformat ist ja auch sehr sinnvoll.

Grüße Marc

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