Plattform für Midi-Lösung?

Feb 08, 2010 56 Replies

David Kastrup :

Kapazitiv wäre eventuell ein Ansatz. Musst nur sehen, wie Du grosse Flächen hinkriegst, die von aussen durch Annäherung einer leitenden Masse nicht beeinflusst werden; z.B. koaxial: grosses Aussenröhrchen und innen der Stift wird von der Taste reingeschoben und damit ändert sich die kapazitive Kopplung zwischen Röhrchen und Stift, das Aussenröhrchen ist 50/50 geteilt: unterer Teil an Masse, oberer Teil an Vcc, der leitende Teil des Stiftes kommt nie aus dem Röhrchen raus bzw. läuft über Koaxkabel zur Platine. Denkbar wäre ja auch, das Du die gut geschirmte Leiterplattenlösung für die kapazitiven Tasten aus der App-Note verwendest und dann da anstatt mit dem Finger mit einem Metallschieber drüberschiebst. Die Platine wird dann ziemlich lang (oder es werden mehrere).

Applikationotes von ti.com slaa379 und slaa363a Das bezieht sich zwar auf Leiterplatten"tasten" aber in der mechanischen Ausführung kannst Du da sicherlich ziemlich Deine Fantasie spielen lassen. Gute Schirmung und Isolation ist hier wichtig. Du bekommst pro Taste einen analogen Messwert (Zeitdauer zum Aufladen/Entladen der Kapazität), über den Du Deinen Auslösepunkt kalibrieren kannst. Der uC braucht keinen ADC, sondern nur einen Timer und einen Komparator und viele viele Ausgänge (Chips im

100pin Gehäuse sind heutzutage gängig). Abtastzeiten liegen im us-Bereich.

Vorteil: sehr geringer Strombedarf und keine Kosten für spezielle Hallchips. Nachteil: recht hochohmig (5MegOhm), wenn es feucht wird (vom Kalten ins Warme), spielts von alleine, sollte man aber mit Leiterplattentauchlack hinkriegen.

Ähnlicher Ansatz wäre: du baust unter jede Taste eine Spule mit Kern und die Taste verschiebt den Kern. Ausmessen der Änderung dann wieder ähnlich wie oben (besser ist je Taste eine Spule mit 2 Windungen, das ist dann schon fast ein LVDT :-). Gute Schirmung ist auch hier das A & O. Die Lösung braucht aber mehr Strom (schätze so 10mA Spulenstrom sollte man sich schon gönnen) ist dafür störsicherer.

M.

David Kastrup schrieb:

Die Dynamik (Velocity) kommt doch beim Akkordeon nicht aus den Tasten/Knöpfen sondern aus dem Balg. Dafür braucht's dann ganz andere Sensorik, würde ich mal meinen.

Hajü

"Velocity" braucht man beim Livespiel. Wenn dabei mein Instrument genauso klingen soll wie ein Akkordeon, brauche ich kein Midi.

Gerade wenn man Schlagzeug und ähnliches bedient, ist der Balg nicht das intuitivste Dosierelement. Drucksensor da kommt auch noch irgendwann (geht wohl midimäßig Richtung "Expression") aber momentan bin ich in der Designphase. Ein noch fehlender Sensor kostet mich nicht Schweiß und Geld (von Flash-Zyklen mal abgesehen, die ein inkrementelles Weiterkommen kostet). Ein Sensor, den ich wieder rausreiße, schon.

David Kastrup

X-post und F'up2 de.rec.musik.machen

Für die Leser aus de.rec.musik.machen:

Es geht um ein Midi-Akkordeon und ursprünglich dessen technische Realisierung.

David Kastrup schrieb:

Das ist schon klar. Mir ginge es darum einen bestimmten Sound mit dem "touch and feel" eines real existierenden Instrumentes rüber zu bringen. So wie mit Midi-Gitarren oder Breathcontrollern.

Das verstehe ich jetzt nicht. Aber Schlagzeug mit einem Midi-Akkordeon zu bedienen halte ich für ziemlichen Quatsch. Der Kompromiß zwischen technich Machbarem und musikalisch sinnvollen liegt IMHO woanders. Da würde ich mir doch nicht unnötigen Ballast ans Bein binden. Sowas wie 'Future Man' von Bela Fleck mit seinem 'Drumitar' ist zwar originell aber gerade noch an der Grenze des Sinnvollen.

Hajü

Jetzt wird es wirklich albern. Ich diskutiere darüber, welche Sensorik ich weswegen wie verschalten will, und das ganze wird als Crosspost in eine Musikgruppe geschoben, um mir dort sagen zu lassen, daß ich bestimmt etwas anderes damit vorhabe als ich denke?

Das ist doch Quatsch. Die Diskussion war in einer Elektronikgruppe, und es ging um Elektronik, um bestimmte Zielsetzungen umzusetzen. Wenn ich deren musikalischen Gehalt diskutieren will, gehe ich schon selbst in eine Musikgruppe.

Die will ich aber nicht diskutieren.

David Kastrup

Ralph A. Schmid, dk5ras schrieb:

Ein Akkordeon ist kein Leierkasten sondern ein Heimwehkompressor.

mfg Rolf Bombach

Am Tue, 09 Feb 2010 02:42:45 +0100 schrieb David Kastrup:

Vielleicht wären wegen des Stromverbrauchs kleine Spulen an jedem Hebel eine bessere Lösung? Die Induktivität sollte sich ja mit Annäherung ändern, Auswertung mit dem MC und etwas Hardware auch nicht ein unlösbares Problem sein.

Lutz

Mit unseren Sensoren ist der Administrator informiert, bevor es Probleme im Serverraum gibt: preiswerte Monitoring Hard- und Software-kostenloses Plugin auch für Nagios - Nachricht per e-mail,SMS und SNMP: http://www.messpc.de Neu: Ethernetbox jetzt auch im 19 Zoll Gehäuse mit 12 Ports für Sensoren

Naja, es geht auch um eine möglichst preiswerte Lösung (handelsübliches Midi geht ab 800EUR los, und bei meinem Instrument würde sofort die "das ist aber nicht mehr Standard"-Bremse gezogen und Aufschläge fällig). Mit Spulen _gegenüber_ der Hebel würde man sich die Magnetkleberei sparen. Ich bin allerdings skeptisch, daß die Hebel ferromagnetisch sind.

Sollen die Spulen klein bleiben, müßte ich die schon mit HF abfragen.

Und die Multiplexerei bliebe mir dann auch nicht erspart.

David Kastrup

Am Wed, 10 Feb 2010 07:58:06 +0100 schrieb David Kastrup:

In der Tat, aber ganz ohne Aufwand wird es nicht gehen.

Mir fiel noch folgendes ein: Elektroden auf einer geätzten Platine, deren kapazitive Kopplung durch die Hebel verändert wird. Das müsste man mal testen, könnte auch funktionieren.

Lutz

Mit unseren Sensoren ist der Administrator informiert, bevor es Probleme im Serverraum gibt: preiswerte Monitoring Hard- und Software-kostenloses Plugin auch für Nagios - Nachricht per e-mail,SMS und SNMP: http://www.messpc.de Neu: Ethernetbox jetzt auch im 19 Zoll Gehäuse mit 12 Ports für Sensoren

Wenn mal wieder der Hajek in der Fußgängerzone spielt, dann erkennt man das schon drei Straßen weiter!

-ras

Ralph A. Schmid http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/ http://www.bclog.de/

Rolf Bombach schrieb:

Hallo,

hast Du für einen Dudelsack auch so einen schönen treffenden Spruch?

Bye

Lutz Schulze schrieb:

Hallo,

na ja, Kapazitätsänderungen von wenigen pF, das klingt nicht nach einigermassen betriebs- und störsicher.

Bye

Das hört sich wieder nach einer Lösung an, die zuviel abstrahlt um serientauglich zu sein. Nebenbei böte sich vermutlich an, die Hebel selbst als Gegenelektrode zu nehmen. Allerdings ist der Kontakt zur Achse, um die sie sich ja drehen können, vermutlich nicht verläßlich, mindestens nicht kratzfrei.

Um mal zu verdeutlichen, wie das ganze aussieht: . Ich habe drei Knöpfe in verschiedenen Reihen gedrückt. Speziell der Knopfhebel für die unterste Klappe, der über einen Umlenkhebel mehr Klappenweg rausholt (die unterste Klappe, am Umlenkhebel statt wie anderen direkt am Knopfhebel), bewegt sich um eine Achse am Kopf des Instruments statt um die Tastaturachse am Fuß) bewegt sich auf der Höhe, wo man alle drei Hebelgruppen abgreifen kann, nicht so beeindruckend weit.

Achso, der Test auf Ferromagnetismus per Kühlschrankmagnet: die Knopfhebel sind nicht magnetisch. Die Umlenkhebel schon. Da würde wohl der Effekt der Knopfhebel bei der Abnahme mit Spulen von den Umlenkhebeln geplättet.

David Kastrup

Am Wed, 10 Feb 2010 14:28:49 +0100 schrieb Uwe Hercksen:

Versuch macht kluch ...

Lutz

-- Mit unseren Sensoren ist der Administrator informiert, bevor es Probleme im Serverraum gibt: preiswerte Monitoring Hard- und Software-kostenloses Plugin auch für Nagios - Nachricht per e-mail,SMS und SNMP:

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Neu: Ethernetbox jetzt auch im 19 Zoll Gehäuse mit 12 Ports für Sensoren

Am 10.02.2010 15:17 schrieb David Kastrup:

Die Gehäuseplatte als eine Kondensatorelektrode benutzen und aufgeklabte Metallstreifen auf den Rückseiten der Tasten-Holzplättchen als Gegenelektrode (Filz und Holz wären dann das Dielektrikum). Geht zwar auch nicht ohne Multiplexen aber würde exakt die Drucktiefe der Tasten erfassen. Da es dann quasi ein und der selbe 'Multielektroden-Kondensator' ist, dürften sich die Tasten auch nicht gegenseitig stören (aber wohl beeinflussen, was man software-seitig rausrechnen müsste). Hat was von 'ner Schnapsidee, liegt aber anhand des Fotos irgendwie nahe, finde ich.

Grüße, Niko

Kabelbruch, ick hör Dir trapsen. Du mußt ja die Metallstreifen anschließen. Die ganzen Klappen sieht man übrigens auf dem Bild nur, weil das Diskantverdeck gerade abmontiert ist. Das Diskantverdeck ist zelluloidbeschichtetes Aluminium. Kapazitiv dürfte das in der Summe dann eher schlecht werden.

David Kastrup

Dann kleine Spiegel auf die Tastenplättchen kleben und pro Taste eine per Mux aktivierte Reflexlichtschranke einschalten und die Laufzeit von Lichtpulsen messen. Komplizierteres fällt mir jetzt erstmal nicht mehr ein... ;-)

Grüße, Niko

Wenn ich schon Laufzeiten messe, dann würde ich mir eine Glasfaser nehmen und eine Metallstange mit einem Radius etwas über Biegeradius der Glasfaser (und einem Umfang größer als der Klappenhebelhub). Auf die Metallstange klebe ich an der Seite gegenüber den Klappen noch eine kleine Stange mit Radius ganz knapp unterhalb des Biegeradius, so daß nur Promille des Lichts austreten. Dann wickele ich die Glasfaser in einer Spirale auf die verbundenen Stangen, die Windungen im Abstand der Klappenhebel. Dann richte ich das ganze so aus, daß die Aus/Eintrittstellen des Lichts aus der Glasfaser gegen die Klappenhebel gerichtet sind.

Ein Lichtblitz in die Glasfaser kriegt dann Echos von allen Klappenhebeln, die gesamte Sensorik ist superleicht und kompakt. Nur justieren und auswerten muß man den Klumpatsch...

David Kastrup

Am 10.02.2010 20:30 schrieb David Kastrup:

Ich hatte tatsächlich noch kurz die Idee mit eine Laser-Scanner-Mimik im Kopf, die entweder Klappenhebel oder Klappen selbst abtastet. Da würde aber die Optik, den Laser jeweils auszurichten, wohl überdimensional kompliziert (obwohl, mit einem DLP-Chip ginge das ja sogar noch). Bliebe noch periodisch Diracs in den Raum zwischen Diskantklappe und Tastenabdeckung zu schießen und aus den Impulsantworten die jeweiligen Hebelstellung zu berechnen. Einziger Nachteil: "Warum knattert Ihr Akkordeon so?" - "Es hat MIDI".

Grüße, Niko

Ultraschall existiert. Aber bei bildgebenden Verfahren wird man mit einem (IR?)-Bildsensor und passender LED als Beleuchtung wohl eher zu einem Ergebnis kommen.

David Kastrup

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