Meister Jambo repariert Grundig Zauberspiegel

Feb 22, 2020 Last reply: 6 years ago 443 Replies

Hallo Joerg,

Du schriebst am Wed, 26 Feb 2020 10:19:48 -0800:

Hat damit zwar zu tun, indem sie dadurch bestimmt wird, heißt zu Deutsch aber "Rückwärtserholzeit" (Erholzeit in Rückwärts-Richtung, für Leute, die die traditionelle deutsche Zusammenschreibweise nicht mehr beherrschen und alles einzeln getrennt geschrieben lesen wollen müssen.)

Wie kann man das sicher ausschließen?

Dieser "spochtliche" Aspekt bringt auch Lerneffekte. Ich haette als NAS-Ersatz einfach eines kaufen koennen oder einen alten Laptop dafuer nehmen. Stattdessen hackte ich einen rund 10 Jahre alten Pogoplug und pferchte ein frisches Arch Linux hinein. Nicht um Geld zu sparen, sondern um zu lernen und der Umwelt zuliebe. Es war nicht einfach, aber ich habe einiges dabei gelernt und habe jetzt ein NAS, das im Leerlauf nur 1W aus der Steckdose nuckelt. Es funktioniert, obwohl das Dingen "nur" 128MB RAM hat (von denen mehr 80MB noch frei sind).

Dann ist da der Gewohnheitseffekt. Ich benutze nach wie vor einen HP-11C Taschenrechner aus den 80ern. Inzwischen habe ich ein Smart Phone und auf dieses einen Emulator dafuer gepackt. So muss ich keine zusaetzliche Hardware mitschleppen, habe aber immer einen RPN-Rechner mit dem gewohnten User Interface zur Verfuegung.

Heute finden die Leute den kuerzeren Weg auch, viele aber nur noch ueber eine Stimme, die ihnen sagt, wo sie abbiegen muessen. Ohne GPS-Kaeschtle oder Smart Phone waeren diese Leute voll aufgeschmissen. Leute, die schon fuer einen Reifenwechsel den Pannendienst rufen muessen.

[...]

Echt? Wieder ein deutsches Wort gelernt. Ich habe nur selten in deutscher Sprache Engineering betrieben, aber an einer deutschen Uni studiert. An das Wort "Rueckwaertserholzeit" kann ich mich ueberhaupt nicht erinnern. Mit diesem Wort habe ich jetzt ein weiteres gefunden, "Sperrverzögerungszeit" und daran kann ich mich ganz dunkel erinnern.

Man wird ja normalerweise darauf achten, dass das Messignal im Rahmen der Grenzen liegt. D.h. abgefangen werden muesste hauptsaechlich ESD-Schuesse, die beim Hantieren geschehen, etwa beim Anstoepseln eines Kabels oder beim Ansetzen einer Krokodilklemme.

Die einzige Ausnahme bei mir sind Puls-Echo Messungen. Da hat der Spectrum Analyzer schonmal minutenlang geschrieen und die rote Input Overload Lampe machte Dauerfeuer. Musste er durch und hat er auch ausgehalten.

Moeglich waere bei einem Frequenzzaehler ein Begrenzerbetrieb, wo man ein Signal von fast stets zu hoher Amplitude draufbraet, damit auch immer eine Frequenz angezeigt wird. Ginge nur mit Widerstand davor und ist bis 1GHz wegen Tiefpasseffekt nicht so der Hit, also macht man sowas besser mit einer entsprechend ausgelegten Vorstufe.

Ist mir passiert. Es kam ein hübsches junges Mädchen in ADAC-Uniform. Als sie ankam war das Rad schon mit dem Wagenheber aufgebockt und das Ersatzrad stand griffbereit daneben. Nur den Schraubenschlüssel hatte ich irgendwann verloren. Ich wußte das sogar und der rheinische Imperativ ("müßte mal einer einen neuen in den Kofferraum legen") schon länger aktiviert. Danach habe ich es dann endlich wirklich erledigt.

Ich hatte einer Chinesin mit plattem Hintereifen geholfen, von einer sehr belebten vielspurigen in eine Ausfahrt links (!) zu kommen. Dann den Radmutternschluessel angesetzt. Eine ruehrte sich natuerlich ueberhaupt nicht, auch nicht, als ich auf dem Schluessel stand. So mussten wir doch den Pannendienst rufen, die haben groesseres Kaliber. Damit hatten wir Zeit, unsere Einwanderungs-Stories auszutauschen.

Die meisten Faelle der Pannenhilfe passieren jedoch, wenn ich auf dem Fahrrad langkomme. Kurz anhalten, ob ich helfen koenne. Auf Koelsch uebersetzt kommt dann oft "Aeh, ja, dat hier is en janz jrussen Driss". Danach wundern sich die Leute, wenn ich mein Bordwerkzeug auspacke.

Die haben oft nichtmal einen Schraubenzieher dabei. Frueher wurde zumindest einfaches Werkzeug mitgeliefert. Ich habe noch die alte rostige einstellbare Kombi-Rohrzange aus dem Ford 12m meiner Eltern,

60er Jahre.

snipped-for-privacy@analogconsultants.com (Joerg) am 26.02.20 um 14:09:

Die kenne ich!!!elf

Mein Alter Herr fuhr auch mal 12M, die Zange war noch Jahrzehnte nachdem der Ford durchgerostet verschrottet war, in Betrieb.

Rainer

Für Jason Bourne wäre das alles garkein Problem gewesen :-).

Der Meister Jambo ist ja ganz in Ordnung. Aber für meinen Geschmack ist für ihn zuvieles "räudig".

Grüße, H.

Am 25.02.20 um 19:00 schrieb Holger:

LOL

Holgerlein wieder mal am Schwafeln ........

Ich leits mal weiter wo das on topic ist °°°°°

Das ging damals nur mit löten, ich hatte Bedenken das Metallgehäuse eines Germaniumtransistors so stark zu erhitzen - aber e klappte, das ohne den Tuner neu abstimmen zu müssen.

Einen billigen 24" NoName, den ich als temporären Ersatz für den Philips benutzen wollte, gab just in dem Moment Rauchzeichen - ein Blick ins Innere zeigte geplatzte Elkos, aus Frust war ich den auch gleich beim Bauhof weg.

Mein Bedarf an SD mit Röhren hält sich mittlerweile in Grenzen. Einen Technisat Receiver mit passenden Schnittstellen hätte ich ja noch übrig.

Beim Deutschlandfunk zahlen sie mir dafür Honorar:

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Holger

Hallo Joerg,

Du schriebst am Wed, 26 Feb 2020 13:32:05 -0800:

AFAIK. "Sperrerholzeit" habe ich dafür auch schon gesehen, kommt halt auf die Kreativität des Artikelschreibers bzw. -Übersetzers an.

Das kann dann aber keine Übersetzung sein...

Ja, normalerweise. Aber sicher ausschließen kann man das eben nicht, und deswegen werden eben Schutzmaßnahmen benötigt.

Und das sind beides Beispiele für Aktivitäten, die ganz normal vorkommen.

Hat er dabei dann sogar noch plausible Ergebnisse geliefert? Wenn, wie da anzunehmen ist, schon die Eingangsstufen überfahren wurden, kann das resultierende Spektrum aufgrund derVerzerrungen doch kaum noch Relevanz besitzen?

Da ist AFAIK der Begrenzerbetrieb sogar der Normalfall, wobei da aber nicht gleich der Zählereingang mit zig-facher Signalspannung überfallen wird, sondern in mehreren Vorverstärkerstufen das Signal, ggfs. mehrfach, geklippt wird. Pro Stufe ist da die Übersteuerung "überschaubar", und auf die Signalform kommt's hier ja sowieso nicht an.

Eben.

Ich habe auch mal das Wort "Viertaktzerknalltreibling" fuer Motor gehoert, weil es unbedingt germanisch klingen musste :-)

Gestern bei einem Meeting war es lustig. Ich kann kein Mandarin und die anderen konnten nicht alle Englisch. Also wurde hin und her uebersetzt und jedes Mal, wenn die Sprache auf Buffer vor dem AD-Wandler kam, hoerte ich "Boffah" und "Adesseh" raus.

Ich habe gerade das Datenbuch "Halbleiterdioden 1985" von Valvo rausgeholt, m.W. das letzte, was noch in Deutsch rauskam. Da heisst es Sperrverzoegerungszeit. Technisches Deutsch lesen funktioniert noch problemlos, schreiben hingegen ... aehm ...

Die muessen aber meist waehrend der Ausloesung keine fortgefuehrte Signalverarbeitung garantieren und dann koennen langsame Dioden sinnvoller sein als schnelle, die dafuer einen kernigeren Schuss aushalten.

Sollten sie in einem gut gefuehrten Labor nicht.

Das tat er. Die angezeigten spektralen Spitzen waren compressed (komprimiert?), also etwas geringere Amplitude und es entstanden Oberwellen, neue Spitzen, die in Wirklichkeit nicht da waren. Doch da ich das wusste, konnte ich es im Kopf rausrechnen. Ging nicht anders, jedenfalls nicht ohne erheblichen Mehraufwand. Ich fand die Stoerquellen auf diese Art und, wie man manchmal sagt, heiligt der Zweck die Mittel, oder so.

Ich musste nur vorher mit der Firma absprechen, dass wir dabei einen $2000 Front End Schaden riskieren.

Ja, wie beim FM-Demodulator, das ist normal. Doch man sollte nicht unbedingt hart in die Schutzdioden der ersten Stufe ballern.

[...]

Das war, genau wie die geflügelte Jahresendfigur, keine Erfindung der jeweiligen Obrigkeit sondern des Volkes, um sich über deren Sprachreglemetierung lustig zu machen.

Holger schrieb:

So nach ca. der fünften Antwort sollte es auch Langsamdenkern klar werden...

Wers glaubt.

Reden ist Blech.

Joerg schrieb:

Damit dieser Elko vom Motorradhersteller Ducati kommen könnte, müsste er über 70 Jahre alt sein.

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Die Bude ist nicht wirklich winzig und die sind auch innovativ. Insbesondere deren Folienkondensatoren sind sehr fortschrittlich, die halten mittlerweile weniger lang als die Elkos.

Radioreportagen sind toll.

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Holger

Am 29.02.20 um 19:57 schrieb Rolf Bombach:

Vielleicht solte ich wirklich intoleranter werden.

Ich habe dem Typen viele Chancen gegeben und mit Engelszungen geschrieben, aber nur seltsame Antworten erhalten. Also habe ich ihn jetzt im Filter und lese ihn nicht mehr. Wie man elektronische Bauelemente, die in meiner Welt den Rang von seelenlosen Gegenständen haben, in Gut und Böse einteilen kann, muß ich außerdem nicht verstehen. In meiner Welt ist der µA741 nur ein preisgünstiger Operationsverstärker, den ich für Audioschaltungen allerdings nicht verwende. Das es dieses Bauteil seit 1978 bis heute allerdings zu kaufen gibt, erstaunt mich denn doch.

Holger

Ich habe Elkos mit der Aufschrift SHOEI. Stellen die nicht inzwischen Motorradhelme her?

Gerrit

Am 29.02.2020 um 20:31 schrieb Holger:

Eine deiner Wahnvorstellungen.

Koennte beim Alter des Geraetes durchaus der Fall sein. Die diversen Roehrenradios datieren zurueck bis Mitte 20er. Bis auf das aelteste (mit der Loewe 3NF Roehre) habe ich sie alle einem Museum gegeben.

Gute Elkos hielten frueher fast ewig, obwohl Ingenieure herbe Schnitzer hinlegten. Bei unserer Hammond-Orgel von 1961 hatte sie den dicken Becher unmittelbar neben (!) die knallheisse Gleichrichterroehre gesetzt. Trotzdem tut er es heute noch und das sind immerhin 59 Jahre, in denen die Orgel beim Vorbesitzer oft tagelang durchgelaufen ist.

Der Dukati-Elko war allerdings plattissimo, da war nix mehr mit los.

Wow. Erstaunlich.

Ich habe mal welche von "Panasonc" gesehen. Die kamen aber nicht aus Japan :-)

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