Folientaste austauschen?

Feb 17, 2005 6 Replies

Meine Digitalknipse Minolta Dimage hat im Urlaub leider ein bisschen Salzwasser abbekommen. Ich habe natürlich sofort den Akku rausgenommen und das Ding in die Sonne gelegt. Im Prinzip funktioniert sie wieder, aber der Auslöser hat einen Kurzschluss: sobald ich die Kamera einschalte, macht sie ein Bild nach dem anderen. :( Nun habe ich es endlich geschafft, die Kamera aufzumachen und sehe den Auslöser vor mir: ein zweistufiger Folien- Taster (Auslöser antippen = scharf stellen, Auslöser voll durchdrücken = knipsen).



Ich frage mich nun, ob man so etwas auseinander nehmen und reinigen/trocknen kann oder ob man so etwas Exotisches als Ersatzteil bekommen kann oder ob die Kamera praktisch irreparabel ist. Irgendwelche Ideen?


Paul Lenz


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"Paul Lenz" schrieb:

Da er dir ja in seiner jetzigen Form sowieso nüscht mehr nützt, warum probierst du's nicht einfach?

Jörg Wunsch "Verwende Perl. Shell will man können, dann aber nicht verwenden." Kristian Köhntopp, de.comp.os.unix.misc

Also ich würde erst mal versuchen den Folientaster irgendwie so zu spearieren, dass man da ein paar 100ml entionisiertes (destiliertes) Wasser drüberspülen kann. Das was den "Kurzschluss" verursacht ist ein wenig Restfeuchtigkeit mit Ionen drin (Salz). Aufgrund der hohen Impendanz der Eingänge von Mikrocontrollern reicht das bisserl Strom das da durchkommt um auszulösen. Wenn man das Teil sauberspült, d.h. die hauchdünne Salzkruste entfernt, dann sollte auch das der Auslöser Ruhe geben. Wenn Du es schaffen solltest die ganze Elektronik zu separieren und alles was noch Spannung hat vorher zu entladen, dann würde ich der Elektronik sogar ein paar Bäder im entionisierten Wasser gönnen (nach jedem Bad austauschen, da sich danach die Ionen in eben diesem Befinden). Salz hat nämlich die unangenehme Eigenschaft korrosiv zu sein und das mögen elektrische Kontakte gar nicht gern. Destilliertes Wasser dagegen ist neutral (naja fast, siehe Autoprotolyse) und verdunstet vollständig. Also ein paar mal gründlich in dest. Wasser baden und danach _gut_ abtrocknen (Haarfön). Keine Ahnung wie's mit der Mechanik aussieht, aber die sollte etwas Fett haben, was auch vor Korrosion schützt.

Wolfgang Draxinger

Was auch gut gehen soll, ist erst mit destiliertem Wasser Salze (weg)reinigen und danach gut mit Isopropanol spülen. Das soll die Feuchtigkeit noch aus den letzten Ritzen zuverlässig entfernen. Probiert habe ich es noch nicht, hatte noch keinen passenden Wasserschaden...

"Wolfgang Draxinger" schrieb:

Hab ich nun endlich gemacht (ich kam erst heute dazu, Wasser zu kaufen). Ich habe den Schalter so separiert, dass ich ihn ein paar Stunden in das Wasser hängen konnte. Resultat: die Arbeit war völlig nutzlos gewesen :(

Guter Hinweis! Wenn ich die Salzkristalle nicht wegkriege, dann könnte ich versuchen, die Anschlüsse des Schalters über Widerstände auf das entgegengesetzte Potential zu legen. Gar nicht so einfach, eine geeignete Stelle zu finden, wo ich etwas anlöten kann... Dazu musste ich noch einen winzigen Folienstecker aus seiner Steckerleiste ziehen, der mit dem Auslöser verbunden ist. Und was sehe ich da? Starke Korrosionen auf gerade den Kontakten, die die Auslöser-Leitungen verbinden! Und nachdem ich diese beseitigt hatte, funktionierte auch der Auslöser wieder so, wie er zu funktionieren hat...

Also besten Dank für Deinen Input, er hat mich zwar auf die falsche Fährte geführt, aber an die richtige Stelle :)

Paul Lenz

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Da Dein erster Spuelversuch negativ war: Liegt's wirklich an dem Schalter (mal ausloeten) oder ist noch Feuchtigkeit/Salz auf einem hochohmigen Schaltungsteil auf einer Leiterplatte?

Wenn die das zusammengebaut haben, sollte es auch wieder auseinandergehen - und viell. auch wieder zusammen... :) Evtl. hilft, kleine Loecher (1 mm) reinbohren und hierdurch spuelen, evtl. mit Spritze+Kanuele oder Spray, z. B. Spezial-Spruehwaesche KONTAKT WL?

Gruss, Albrecht

"Albrecht Ihlenfeld" schrieb:

Nein - siehe meine Antwort von gestern.

Paul Lenz

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