Billige Feinwaagen vom Chinesen

Jan 30, 2026 Last reply: 5 months ago 78 Replies

O tempora, o mores! Du hast da jetzt wohl die Büchse der Pandora geöffnet und es wird eine lebhafte, fast missionarische Diskussion über die Vor- und Nachteile von Glas-, Stein-, Mineralwolle, Hanf, Holzfasern, Kork, Perlite, EPS/XPS, PUR/PIR Kalziumsilikatplatten, Taupunkte, Dampfsperren, Kältebrücken, Niedrig- und Nullenergiehäuser, Wärmetauscher, U-/Ug-Werte und Dinge entbrennen, die Du schon immer wissen wolltest, Dich aber noch nie zu fragen wagtest.

Vol"Been there, done that!"ker

Braunkohle kenne ich aus meiner Jugend zur Genüge, auch die Briketts daraus und ich habe oft genug den Ofen unserer Heizung angefeuert und nachgeladen. Garstiges Zeugs, aber "wir hatten ja nichts (anderes)".

Wenn die Testbedingungen nicht zur Realität passen, dann sagt der Test halt nicht soviel aus, klar.

Heute wird auch weiter gerne nach finanziellen Aspekten verbaut. Das Wohnhaus, in dem wir leben, ist mit Steinwolle isoliert (ja, ich habe da sehr früh schon nachgesehen), das gegenüberliegende und sehr ähnliche gebaute andere Haus der 2-Mehrfamilienhäuser-Überbauung ist mit expandiertem Polystyrol isoliert - und auch ansonsten "preiswerter" ausgelegt, ich bin jedenfalls froh, nicht in diesem anderen Haus zu wohnen.

Wenn ich die Wahl hätte, würde ich für die Gebäudeisolation lieber Steinwolle haben wollen, schon einfach aus Brandsicherheitsgründen[0][1]. Den beliebt-weil-billig Polystyrolschaum sehe ich hingegen als klares Warnsignal.

Tja, flashover ist ein wohlbekannter und verteufelt gefährlicher Effekt. Es gibt da genug Videos davon, u.a. von Feuerwehrübungen.

Man liest sich, Alex. [0] Grenfell Tower, 'nuf said [1] Ok, Steinwolle kann auch brennen. Aber wenn jemand den dafür notwendigen Oxidator in hinreichenden Mengen einsetzt, dann ist "die Isolation brennt" eher ein kleineres Problem.

Glaswolle ist absolut widerwärtig in der Handhabung, ich "durfte" mal Reste von damit gemachter Rohrisolation ausbauen.

Brennt schonmal nicht, bzw. brennt nur unter Bedingungen, wo "die Stein- wolle brennt" das kleinere Problem ist.

Ist AFAIK der Sammelbegriff unter den auch Stein- und Glaswolle fallen?

Ausser Perlite: Schön brennbar. Gut, im Holzhaus ist die extra Brandlast vermutlich eh egal.

Das richtig zu machen (nachdem man geklärt hat, wie "richtig" in dem konkreten Falle definiert wird) ist durchaus eine halbe Wissenschaft für sich und man kann da einiges falsch machen, klar.

Schönes Beispiel für "prima Kältebrücke" aus eigener Erfahrung: Vor etlichen Jahren mal in einer Wohnung gewohnt, wo ein Fenster wohl irgendwann mal ersetzt wurde (war das einzige dieser Art in der Wohnung) und dieses hatte eine _durchgehende_ Aluminiumstruktur (also sowohl Fensterrahmen als auch Fensterkonstruktion um die Glasscheibe herum). Was haben wir im Winter da geflucht.

Hehe. No T-Shirt?

Man liest sich, Alex.

Wobei EPS/PES nur mit Hilfe von Flammhemmern irgendwie zulassbar ist. Holz (jedenfalls in dickeren Kalibern) und Kork brennen erstaunlich schlecht.

Thomas Prufer

Es wird trotzdem geschraubt: Die Schrauben laufen im Gurt in den Schrauber, geht ratzfatz. Denn Nägel arbeiten sich aus dem Holz, und zeichnen sich irgendwann (relativ bald) im Rigips ab. Ich mein auch die Schrauben machen beim Spachteln weniger arbeit.

"Siding" (Vinyl-Platten auf der Außenseite des Hauses), OSB (Aussteifung der Ecken, Dachfläche, usw.) wird genagelt.

Dem Interessierten sei auf "Paslode" verwiesen: die haben (auch) Nagler ohne Druckluft, auch für die richtig fetten strukturellen Nägel (aka Ringankernägel u. ä.). Energiequelle ist Propan/Butan, plus ein kleiner Akku für Zündfunken und einen Lüfter zur Zylinderbelüftung.

Thomas Prufer

Ja toll, dann werden die Brandgase halt nochmal eine Runde giftiger (Brom, Antimon, Phosphor sind gängige Inhaltsstoffe von Flammschutz- mittel). Bekanntlich sind die meisten Todesfälle bei Gebäudebränden nicht durch "von den Flammen zu Tode geröstet" sondern tödliche Vergiftung durch Rauchgasinhalation.

Klar, mit einem Streichholz kann man am dicken Balken rumkokeln solange man will, da passiert nicht viel, ausser ein paar Schmauchspuren. Aber die üblichen Gebäudebrände beginnen gerne mit besser entflammbarem Material und wenn das Feuer dann anfängt, die Balken zu rösten, ist oft genug Energie dahinter, dass die sich letzlich am Feuer beteiligen.

Man liest sich, Alex.

Ok, über das Aussehen kann man sich streiten. Aber wenn die Hütte je brennt, dann wird das nicht lustig. Und mit Erschaffungszeitpunkt aus den 1960ern gibt es da garantiert noch andere nette Sauereien.

Man liest sich, Alex.

Ich wollte vermeiden, das Wort "Asbest" zu erwähnen. Ja, die guten Eternitplatten. Und was teilweise hinter Öfen zum Vorschein gekommen ist...

Darauf wollte ich hinaus. Wir haben damals Kalziumsilikatplatten verwendet, mit denen lässt sich recht schön arbeiten, Montage will aber auch gelernt sein. Z. B. nicht einfach ein paar Batzen dieses Spezialklebers nehmen, sondern eher wie Fliesen verlegen.

Auf dem steht "Das kannste schon so machen, aber dann isses halt kacke", s. auch:

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Volker

Am Tue, 03 Feb 2026 11:27:09 +0100 schrieb Volker Bartheld

Wenns nur Platten wären... wir hatten das "Vergnügen" mit einem alten PVC-Boden. Offenar war es in den 70ern nicht unüblich, in den Belagrücken Asbestfasern zu verarbeiten.

Also mit einer Zahnspachtel? Ich kenne diese Platten als Mittel zur Innendämmung. Nur dass man sie dann tunlichst nicht zutapezieren und auch nicht mit der üblichen Dispersionsfarbe zukleistern sollte. So man sie überhaupt streichen darf.

cu. Juergen

Gibt immer so Phasen. Eine Zeit lang waren Röntgenstrahlen der Hammer, bei dem alles wie ein Nagel aussah:

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. So ganz über den Trend weg, aus Erdöl alles Erdenkliche machen zu wollen, sind wir wohl auch für die fernere Zukunft noch nicht. Und jetzt scheint KI die Lösung für Probleme zu sein, die niemand hat. Oder nimm Nahrungsergänzungsmittel, Probiotika und die mehrmals auf den Kopf gestellte Nahrungspyramide.

Genau. Spezieller Klebemörtel, ggfs. Grundierung des Untergrundes, nicht drüber tapazieren, fliesen oder mit Rigips abdecken. Nicht mit Dispersionsfarbe streichen.

Genau. War in meinem Fall eine abgehängte Zwischendecke wo Zugluft und Kältebrücken vermieden werden sollten. Machte aber der Trockenbauer, weil ich weder die Expertise noch die ganzen Werkzeuge und Materialien hatte.

Volker

Natürlich. Aber dicke Balken brennen erstaunlich langsam. Vor allem behalten sie sehr lange ihre Festigkeit und verlieren sie nur allmählich, ganz im Gegensatz zu Metallen, wo es über einen recht schmalen Temperaturbereich schnell und plötzlich passiert.

Asbest ist damals in allen möglichen Ecken gelandet, es gab sogar mal Zigarettenfilter aus Asbest, des gesünderen Rauchens wegen ...

Die Liste auf

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liest sich auch eher erschreckend. Immerhin seit 1990 hier (.ch) verboten, aber es gibt natürlich noch jede Menge Altlasten, leider.

Ich nehme an, das "nicht zuschmieren!" soll verhindern, das die Diffusions- offenheit des Materials sabotiert wird.

Man liest sich, Alex.

Am 04.02.2026 um 13:26 schrieb Axel Berger:

Schöne Wortschöpfung - Freud?

Am Wed, 4 Feb 2026 12:27:38 +0100 schrieb Alexander Schreiber

Natürlich. Das ist bei einer Innendämmung ja sehr wichtig, auch wenn ich den Grund gerade nicht zusammen kriege.

cu. Juergen

"Eine diffusionsoffene und kapillaraktive Innendämmung reguliert die Feuchtigkeit im Raum und verhindert, dass sich Feuchtigkeit in der Wand staut. Sie ermöglicht es, dass Feuchtigkeit im Winter in die Wand diffundiert und im Sommer nach innen abgegeben wird. Dadurch bleibt die Bausubstanz trocken und die Wand kann „atmen“." laut

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Man liest sich, Alex.

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das Gegenteil. TLDR: Innendämmung diffusionsoffen damit Wand die "atmet" und trocken bleibt.

Normalerweise kommt die Dämmung aussen hin, klar. Aber das geht halt nicht immer, und wenn es nur um das Erhalten des äusseren Erscheinungsbildes des Gebäudes geht (Denkmalschutz?).

Man liest sich, Alex.

Da habe ich Probleme mit. Das setzt nämlich ein erhebliches Speicher- vermögen der Wand voraus ("reguliert"). Es ist auch fraglich, ob, wieviel und wie schnell Feuchte wieder aus der Wand in den Raum abgegeben werden kann - besonders, wenn sie dort schon kondensiert ist. Meiner Meinung nach ist nur wichtig, dass die Wand, wo Raumluft Zutritt zu ihr hat, in ihrer Temperatur über deren Taupunkt liegt. Die Isolierung muss also außerhalb der Wand liegen und ihren Zweck erfüllen. Alles andere ist wohl ziemlich wurscht.

Grüße, H.

Da verlasse ich mich dann doch lieber auf mein eigenes Fachwissen als auf die "Experten". Eine Wärmedämmung hat den Zweck, daß es auf der einen Seite warm ist und auf der anderen deutlich kühler. Wenn Feuchtigkeit die kühle Seite erreicht kondensiert sie und wird mit der Zeit die ganze Wand durchfeuchten. Das sind die katastrophalen Feuchtigkeits- und Schimmelschäden aus falscher Dämmung, die eine ganze Bausubstanz zerstören können.

Am Sat, 31 Jan 2026 01:38:31 +0100 schrieb Heiner Hass snipped-for-privacy@hhass.de zum Thema "Re: Billige Feinwaagen vom Chinesen":

Die hab ich mir auch gegönnt, mit Messbereich bis 200 g. Reicht mir, ich weiss jetzt, wie ich die "Messlöffel" für Taurin und Koffein einzuschätzen hab.

Das Kalibriergewicht habe ich auch mal auf unsere Küchenwaagen gestellt und war erstaunt: Beide zeigen genau 100 g an, auch die gefühlt uralte mit kaputter Folienabdeckung über dem Einschalttaster.

Die Feinwaage selbst zeigt kalibriert minimale Abweichungen im Bereich

0,02 g wenn man das Gewicht nicht in die Mitte sondern die Ecken stellt. Sofern man sie vor dem Kalibrieren schon lange genug an eine Stelle gelegt und danach liegen gelassen hat damit sie die Temperatur usw. annimmt.

cu. Juergen

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