UV-LED

Sep 20, 2006 27 Replies

Hallo,



mich würde interessieren, ob es UV-LEDs/Schwarzlicht-LEDs gibt, die kein sichtbares Licht abstrahlen. Ich möchte, daß sich nur die durch Schwarzlicht angeregten Teile leuchtend hervorheben, alles andere aber nicht beleuchtet wird. Ich habe mal bei Konrad geschaut, dort steht in der Beschreibung zu UV-LEDs, daß sie Licht wie ein Geldscheinprüfer abgeben. Und wenn ich von dessen Licht ausgehe, leuchtet das auch andere Teile aus. Ich hoffe, ich hab das einigermassen verständlich ausgedrückt, mir fehlt hier leider das Wissen um korrekte Fachbegriffe.



Danke,



J-


Ich habe noch keine gesehen, da war immer ein bläulich-violettes Schimmern zu sehen. Allerdings habe ich nur eine Handvoll Exemplare begutachtet. Erschreckend waren auch die irren Toleranzen in Intensität und Farbe des sichtbaren Anteils bei LEDs des selben Typs. Mir kam das Ganze ein wenig unausgegoren vor...

Joerg Gerlach :

Bau doch einfach einen Filter davor.

M.

Bitte auf mwnews2@pentax.boerde.de antworten.

ne andere möglichkeit wäre indiregter lichtstrahl außerhalb des sichtbaren bereiches, etwas schwierig, aber hat schon mit ner uv-leuchtstoffröhre funktioniert, die an der decke hängt und von unten durch ne weiße mdf-platte verdeckt wird

=20

Fast :-). Mir ist nur nicht klar geworden, was Du mit dem Satz sagen willst, laut dem ein Geldscheinpr=FCfer auch andere Teile ausleuchtet.

Zun=E4chst einmal: Eine Leuchtdiode strahlt immer Licht einer bestimmten Farbe aus. Oder, wissenschaftlicher Ausgedr=FCckt, die von der LED ausgestrahlten Lichtwellenl=E4ngen sind in einem Intensit=E4ts-Wellenl=E4ngen-Diagramm gaussf=F6rmig um eine Peak-Wellenl=E4= nge verteilt, wobei die Breite bei halber H=F6he der Gausskurve so 10-20nm betr=E4gt. Konkret: Wenn Du UV LEDs bei Conrad suchst, findest Du vermutlich Exemplare mit 395nm+-10nm. Das ist ein reineres UV als Dir UV-Leuchtstoffr=F6hren bieten werden. Insbesondere strahlen UV-LEDs kein sichtbares Licht+UV aus, deshalb werden Filter hier nichts n=FCtzen.

Aber 395nm sind durchaus noch sichtbar. Das sieht dann so aus wie die Geldscheinpr=FCfer, die Du oben schon angesprochen hast. Zu meinem Erstaunen hat Roithner Laser neuerdings UV-Leds mit bis zu 250nm im Programm. Bezahlen willst Du sie vermutlich nicht, die kosten im dreistelligen Euro-Bereich. 360nm UV-LEDs sind vermutlich wesentlich unsichtbarer als 395nm LEDs (gesehen habe ich aber leider noch keine, ich bestell mal das n=E4chste Mal welche mit) und nicht so teuer wie die

255nm. Ich vermute mal, dass es das ist, wonach Du suchst.

Aber jetzt noch ein Wort der Warnung: Je kleiner die Wellenl=E4nge wird, desto mehr Energie haben die einzelnen Lichtquanten. Folglich werden sie umso bissiger. Das zeigt sich darin, dass sie chemische Rekationen ausl=F6sen k=F6nnen, insbesondere Radikalbildung. Das f=FChrt dann zu Sonnenbrand oder auch zur Erblindung und zu Hautkrebs. Die normalen UV-LEDs (395nm) k=F6nnen afaik eine leichte Hautbr=E4unung hervorrufen, ob es f=FCr Augensch=E4den schon reicht, bin ich mir nicht so sicher, besser nicht reinsehen. Hautkrebs werden sie eher nicht ausl=F6sen. Je n=E4her man an 300nm kommt desto h=F6her wird das Hautkrebsrisiko. 250 nm ist schon eine Wellenl=E4nge, die normalerweise auf der Erde nicht vorkommt. Also, nicht mit dem noch gesunden Auge reinsehen. Besser Vorsicht als hinterher gar keine Sicht.

Gruss,

Clemens

Joerg Gerlach schrieb:

Reichelt vertreibt UV-Leds von Kingbright (L-7113UVC). Die Peak-Wellenlänge liegt bei 400 nm. Es gibt ein Datenblatt bei Reichelt, schau es Dir an. Sie sind auch bezahlbar. Die Warnung, die ich noch schreiben wollte, hast Du schon von Clemens Waechter erhalten.

Erich

Erich Werner schrieb:

400 nm würde ich nicht als UV bezeichnen. Das ist normales sichtbares Violett. Echte UV-LEDs gibt's wie bereits von Clemens erwähnt bei Roithner:
formatting link

MFG, Andy

Dieser Artikel stellt meine unmaßgebliche und möglicherweise falsche Privatmeinung dar. Das Lesen und die Nutzung des Textes erfolgt auf eigene Gefahr. Bei ungewollten Auswirkungen auf Mitbewohner, Haustiere oder Computer-Festplatten kann keine Haftung übernommen werden.

Das wird schwierig.

Äh, ja, es gibt rote, gelbe, grüne.... Bei weissen wirds schwieriger.

So ungefähr. Allerdings haben Gausskurven die Unsitte, auf logarithmischem Papier parabelförmig auszusehen. Da das Auge auch ungefähr logarithmisch sehen (kann), haben alle nicht-roten LED unangenehme Ausläufer Richtung rot. Auch blaue/UV LED. Das vereitelt viele interessante LED-Anwendungen, resp macht teure Filter notwendig.

formatting link
Betrachten von "UV"-LED durch gelb/rot-Filter bringt einem wieder auf den Teppich. Mit einer CDROM kann man improvisiert das Spektrum anschauen, auch sehr lehrreich. UV-durchlässige Filter, insbesondere solche, die kein Rot durchlassen, sind selten und/oder teuer.

Eben leider doch. Schwarzlicht-LL haben bessere Unterdrückung der sichtbaren Strahlung.

formatting link

Für Fluoreszenz der Markierfarben in Geldscheinen ist 365nm wesentlich besser als 405nm (wurde auch schon als "UV" verkauft) oder 395nm. Die Fluoreszenz ist viel stärker und die Abtrennung zur Anregungsstrahlung ist einfacher.

Naja, Schwarzlicht-LL sind ziemlich verbreitet, unmittelbare Todesgefahr besteht wohl nicht. Auch längere Wellenlängen verursachen Photochemie, sonst könntest du dies nicht lesen ;-)

Vorallem Linsentrübung/grauer Star scheint ein Problem zu sein, schon bei Schwarzlicht-LL.

mfg Rolf Bombach

Offenbar ausreichend UV, um damit einen Platinenbelichter zu bauen: "UV-LEDs statt R=F6hren", Elektor Mai 2006.

Wenn's (wegen der LEDs) nur nicht so teuer w=E4re.

bis dann,

Martin

Schau doch mal bei eBay nach, da gibt es grosse Mengen f=FCr wenig Geld.

Gruss,

Clemens

"Joerg Gerlach"

sichtbares Licht abstrahlen. Ich möchte, daß sich nur die

nicht beleuchtet wird. Ich habe mal bei Konrad

Geldscheinprüfer abgeben. Und wenn ich von dessen Licht

einigermassen verständlich ausgedrückt, mir fehlt hier leider

Hallo Herr Gerlach,

Wenn es billig sein soll, würde ich die Wellenlängen per Miniprisma einfach trennen und die ungewünschten auf ne schwarze Pappe oder so lenken. Der Vorschlag Filter zu benutzen ist zwar ok, aber die verschlucken viel des Lichts.

MfG,

Markus

Das sind dann aber wahlweise mehrere Chips mit den Grundfarben, die im Gemisch weiss ergeben oder ein monochromer Chip mit einem Leuchtstoff, der dann ein Kontinuum daraus macht. Was meine Aussage in meinen Augen rettet.

Hm dann mache ich irgendetwas falsch. Auch Dein Diagramm spricht da gegen Dich: Linear aufgetragen ist bei 440nm Schluss. Das ist violett, noch nichtmal blau. Dass Du da noch rot raussehen willst, bezweifel ich. Mit meinen blauen LEDs und einer CD sehe ich auch kein Gr=FCn. Extrapoliert man=20 die logarithmische Kurve w=E4re der Nulldurchgang irgendwo bei 470nm. Jetzt ist die Preisfrage: sieht das Auge noch etwas, was 1/3500stel des Peaks ist? Dann w=FCrde man noch blau sehen, aber gr=FCn oder gar rot?

Kann es sein, dass Du eine 365nm Schwarzlich-LL gegen eine 400nm LED im Sichtbarkeitstest antreten l=E4sst? In dem Diagramm hat die LED eine FWHM von grob 10nm, die Schwarzlich-LL etwa 20nm. Also m=FCsste zwangsl=E4ufig die LL schlechter abschneiden und somit auch deutlich mehr rot erzeugen.

LL erzeugen =FCbrigens haupts=E4chlich Licht mit einer Wellenl=E4nge von

405nm. Das wird =FCber den Leuchtstoff erst in das "weisse" Licht umgewandelt. Ansonsten g=E4be es da nicht viel zu sehen, es muss also kaum sichtbare Strahlung gefiltert werden. Im Diagramm sind die Quecksilber-Peaks bei 365nm und 405nm auch sehr gut zu sehen. Dabei habe ich jetzt mal 405nm zum unsichtbaren UV gez=E4hlt, das ist so nat=FCrlich nicht ganz korrekt, aber irgendwo muss man eine Trennung machen. F=FCr mich momentan: 410nm sichtbar.

Der Satz von mir, dass LEDs ein reineres UV erzeugen ist so =FCbrigens L=F6tzinn. Sie haben laut den Diagrammen eine geringere Halbwertsbreite, "reines UV" erzeugen aber sowohl die LL als auch die LEDs.

Da hast Du nat=FCrlich Recht. Was ich meinte aber nicht schrieb ist, dass UV-Strahlen auch chemische Prozesse anregen k=F6nnen, die=20 sichtbares Licht nicht anregt. Z.B. Zerst=F6rung des Erbgutes oder Hornhauttr=FCbung.

MfG Clemens

Hallo an alle Antworter,

vielen Dank für die Erklärungen und Hinweise. Geplant ist ein Tachometerumbau (besser gesagt ein Kombiinstrumentumbau). Ich baue mir ein Spaßauto auf, einen Golf 2, und möchte in diesem Plasmatachoscheiben (selbstleuchtende Scheiben) einbauen. Da man in diesen Instrumenten allerdings nur unter enormen Aufwand und mit zweifelhaftem Ergebnis leuchtende Zeiger einbauen kann, schwebte mir die Idee vor, die Zeiger mittels UV-LEDs anzustrahlen. Die Zeiger selbst sind eingefärbt und reagieren auf UV-Licht. Aufgrund der Platzverhältnisse ist die Idee mit Prismen leider nicht umsetzbar, mit Filtern wäre zwar möglich, allerdings müsste ich dann die Lichtausbeute erst einmal testen. Danke auch für die Sicherheitshinweise. Die LEDs sind verdeckt eingebaut und leuchten vom Körper weg. Ich denke, das sollte ausreichen, oder? Was mit dem Geldscheinprüfer gemeint war, ist folgendes: ich habe früher mal im Einzelhandel gearbeitet. Dort gab es an der Kasse ein kleines Gerät mit 1 Schwarzlichtleuchtstoffröhre. Die brachte allerdings nicht nur diese Fäden im Geldschein zum leuchten, sondern tauchte alles in ein bläulich-violettes Licht. Das wollte ich nach Möglichkeit umgehen, da es die von mir angestrebte Optik zerstört.

LEDs im 3stelligen Eurobereich sind für meinen Zweck wirklich überdimensioniert, die Angaben von Wellenlängen, auf die man achten sollte, helfen mir allerdings schon sehr viel weiter. Danke für die Hinweise, dann kann ich jetzt auf die Suche nach passenden LEDs gehen. =)

J-

"Joerg Gerlach" schrieb im Newsbeitrag news:eesjf2$nut$ snipped-for-privacy@anderson.hrz.tu-chemnitz.de...

hi, eine moeglichkeit gibt es mit der lichteinkoppelung vom rand der plexi-scheiben her. den sonstigen rand schwarz einfaerben, ev. aufrauhen und mit mattem ofenschwarz alles licht am rand schlucken lassen. die zeiger kommen dann nahe an der "lichtleitscheibe" in geringes streulicht. ich wuerde garkeine zeiger nehmen, sondern gleich eine ganze scheibe drehen, den zeiger dabei in die scheibe reinfraesen/gravieren. dann koennte es auch spass machen, die scheibe am rand irgendwo einzukoppeln, und die farben zu wechseln. je nach tempo andere farben, oder regenbogeneffekt. mit der richtigen randgestanlung kann man beides machen, licht "fressen" und einkoppeln, etwa mit einem kragen. oder gleich ueber die achse, kann man ja auch das letzte stueck als lichtleiter ausfuehren. moderne e-tachos muessen ja nicht mehr vom mitnehmer mitgepustet werden, da koennen die zeiger schon gewicht vertragen. wenn du den gesamten innenbereich des tachos mattschwarz machst, ist sogar die uv-blaue led moeglich. die stelle, wo der enge lichtkegel den schatten des zeigers hinwirft, koenne ja eine fuer den fahrer unsichtbare hinterschneidung sein. dann kaeme nur der zeiger in den strahlbereich. eine andere moeglichkeit waere ein nachleuchtendes material, dass du mit ganz kurzen uv-impulsen anregst. die led kann dabei ueberlastet werden, sofern du unterhalb der "seh-zeit" des auges bleibst. das zeigermaterial dagegen erinnert sich laenger und leuchtet dann durchaus sichtbar.

mfg, gUnther

Am Thu, 21 Sep 2006 01:39:14 +0200 schrieb Joerg Gerlach :

Das ist eher eine Frage der "weiß" Farbe. Manche leuchten bläulich, manche schlucken das UV. Die weiße Dispersion in meinem Wohnzimmer leuchtet nichtmal dirkt über der 36W Schwarzlicht-LL nennenswert auf.

Martin

Ich kann mir nicht vorstellen dass eine UV-A LL rot erzeugt, ausser es gibt eine rote Quecksilberlinie, wenn nur UV-A Leuchtstoff aufgetragen ist kann ich mir nicht vorstellen dass der noch rot emitiert.

Das ist falsch, es sind 254nm

Ernst

Was ist TOFU? Wieso finden die anderen meine Artikel schwer zu lesen? TOFU steht für "Text Oben, Fullquote Unten". Das ist eine Unart, die einen nicht nur in dieser Newsgroup, sondern im ganzen Netz unbeliebt macht. Lies "Wie zitiere ich im Usenet?": http://www.afaik.de/usenet/faq/zitieren/.

Das liegt aber nicht an der Röhre sondern an der (Acryl?)Abdeckung, die scheint angeregt zu werden.

Ernst

Was ist TOFU? Wieso finden die anderen meine Artikel schwer zu lesen? TOFU steht für "Text Oben, Fullquote Unten". Das ist eine Unart, die einen nicht nur in dieser Newsgroup, sondern im ganzen Netz unbeliebt macht. Lies "Wie zitiere ich im Usenet?": http://www.afaik.de/usenet/faq/zitieren/.

Naja ich meinte auch nur "mehr als eine UV-Led". Ich kanns mir bei beiden nicht vorstellen, dass rot rauskommt - wenn man mal davon absieht dass statistisch mal ein rotes Photon mit rauskommt. Wenn ich mal einen Monochromator in die Finger bekomme kann ich das mal ausmessen - wird aber vermutlich nicht so schnell passieren.

Ui. Du hast Recht - Danke f=FCr die Korrektur!

Gruss,

Clemens

Clemens Waechter schrieb:

=E4nge

Hallo Clemens, wie kommt es eigentlich, das diese "Geldscheinpr=FCfer-LEDs" mit Peak bei 395nm f=FCr meine Augen deutlich blau aussehen, nicht aber, wie erwartet violett? Bei welcher Wellenl=E4nge erkennt man eigentlich "violett"? Oder liegt das an meinen Augen? Gruss Harald

Es gibt keinen Nulldurchgang bei der linearen Kurve. Bei grünen Led und vernünftiger Spektralauftrennung sieht man gut Emission bis rot. Ein einfaches Geradsichtprisma reich da. Das mit dem 1/3500stel ist nicht eindeutig beantwortbar. Kommt drauf an. Wenn dein Bildschirm plötzlich nur blau leuchtet, warum auch immer ;-], er- kennst du das Restleuchten der grünen Pixel auch nicht mehr. (Dass man in diesem Moment eher Rot sieht, ist was ganz anderes). Spektral aufgeteilt mit etwas räum- lichem Abstand sieht man so was. Und wenn man mit einem Filter den hellen Teil wegfiltert, geht der dynamische Bereich noch viel weiter. Die UV-Led sieht man jedenfalls noch durch ein RG695, auch wenn das dann schon sehr funzlich ist. Durch ein Orangeglas wär mir sogar, dass die UV-Led heller scheint als eine blaue LED.

Die Weitabselektion (rot ist am andern spektralen Ende) kann durchaus bei der LL besser sein. Die LED emittiert prinzip- bedingt bis ins Rote.

Die UV-Leuchtschicht ist sicher so gewählt, dass die Quecksilberlinien in diesem Bereich mit ausgenutzt werden.

405nm wird nicht gut weggefiltert, 436nm schon. Bei den Insektenkillerlampen wird das nicht gefiltert, die leuchten dann so nervtötend blauviolett. Die heissen eventuell auch blacklight, damit man das besser verwechselt. Dann gibt es noch "superaktinische", welche ähnlich sind.

Die LL erzeugt halt _relativ_ zum Sichtbaren viel mehr UV. Ausserdem ist es deutlich kurzwelliger und regt mehr Farbstoffe zur Fluoreszenz an. Der Geldscheintest unter Schwarzlicht-LL sieht _ganz_ anders aus als mit "UV" LED.

mfg Rolf Bombach

Join the Discussion

Have something to add? Share your thoughts — no account required.

Didn't find your answer?

Ask the community — no account required