Multimeter "Uni 12e" instandsetzen

Sep 10, 2007 19 Replies

Hallo!



Aus der Bucht lief mir k=FCrzlich ein Mellenbach "Uni 12e" zu. Das Teil i= st soweit gut erhalten (freundlicherweise ohne auslaufende Batterien), war b= illig und hat nur einen kleinen Nachteil: es misst Mist.



Vorgehensweise:


- frische Batterien eingesetzt



- mechanischen Nullpunkt justiert (problemlos)



- eingeschalten (im "leer"-Bereich des Drehschalters)



- elektrischen Nullpunkt justieren (ging problemlos)



- Spannung einer neuen 1.5V-Batterie im 3V-Bereich messen


Letzter Punkt ging schief. Die Batterie hat rund 1.6V Leerlaufspannung, das Uni hat ca. 1V (sinkend) angezeigt, die sich innerhalb von 10s auf



0.8V eingependelt haben :-( Eingangsklemmen mit Me=DFkabel (Bananenstecke= r an beiden Enden) kurzgeschlossen, diverse Nullpunktabweichungen in den=20 mV- und V-Me=DFbereichen beim durchdrehen des Me=DFbereichsw=E4hlers.

Soweit Stand der Dinge. Ich werde jetzt als erstes den Spannungswandler f=FCr den eingebauten OP und die FET-Vorstufe anschauen, ich vermute mal,= =20 da=DF da jedenfalls keine sch=F6n symmetrische, saubere Speisespannung=20 rauskommt. Zwanzig Jahre alte DDR-Elkos sind m=F6glicherweise nicht mehr = so=20 toll...



Weitere Ideen/Vorschl=E4ge?



Martin


"Martin J" schrieb im Newsbeitrag news:fc2teb$1452$ snipped-for-privacy@pinserv2.p-i-n.com...

Deine Batterie ist leer, was bei 10MOhm Digitalmultimeter nicht auffiel, aber beim Mellenbach mit seinem niedrigen Eingangswiderstand. Halte dein Digitales parallel wahrend du misst, nicht vorher.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

,

Naja, das Uni 12e hat (laut Anleitung) auch 10 MOhm||150pF Eingangswiders= tand, sonst w=FCrde man ja keine Batterie mit Spannungswandler f=FCr die FET-St= ufe und den folgenden OP brauchen...

Martin

Hallo Martin,

Elkos koennen das verursachen. Doch nach meiner Erfahrung passiert das meist, wenn beim dem oft drinsitzenden JFET am Eingang das Gate zum Teil zerschossen ist. Z.B. wenn man im falschen Messbereich pulsartige Hochspannung draufgekommen war (weshalb ich hier u.a. noch ein Roehrenvoltmeter habe, wo das nicht passiert). Das ist i.d.R. ein Differentialverstaerker und man muesste entweder JFET Paare besorgen, was so ziemlich unmoeglich ist, oder eine ganze "Wundertuete" voll davon ausmessen.

Ich habe hier bei einem Russki-Meter (analog, keine Elektronik) das umgekehrte. Nach einer herben Ueberlast mit Heisswerden und so zeigt es jetzt immer 50% zuviel an. Das hatte ich auch noch nicht erlebt. Scheint wohl die Drehspule hin zu sein :-(

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

"Martin J" schrieb im Newsbeitrag news:fc344p$1c0n$ snipped-for-privacy@pinserv2.p-i-n.com...

FET kaputt?

Miss parallel mit Digitalvoltmeter.

-- Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage:

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Joerg schrieb:

Hallo,

nachdem die Drehspule durch Überhitzung keine zusätzlichen Windungen bekommen kann können da eigentlich nur die Rückstellfedern zu weich geworden sein weil sie überhitzt worden sind.

Bye

So isses wohl. Ich meinte damit eigentlich das ganze Instrument. Die Frontplatte war knallheiss, dort, wo sonst keine Bauteile sitzen, und es stank nach "Ampere". Eine Sicherung in Reihe zur Drehspule hatte man sich, ahem, erspart.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Eine Sicherung in Reihe zu einem - ähhm - 60µA Drehspul-Meßwerk?

XL

Hallo Axel,

Klar. Es gibt Sicherungen im 10mA Bereich und in diesem Fall haette es das Messgeraet gerettet. Dauertest. Laengstransistor in einem Netzteil war abgeraucht und der Strom ging auf das zigfache. Das hielt es einige Sekunden aus, war aber zu spaet, als ich das vom Buero aus roch.

Zum Schutz reicht schon ein duennes Stueck Draht. Solange er eben deutlich duenner ist als der in der Drehspule oder die Drehfedern. Selbst ein moeglichst kleiner Widerstand taete es. Das finde ich nicht zuviel verlangt und ist in Eigenbauten auch drin. Es hatte mir schon mal ein schwer beschaffbares Drehspulinstrument mit Watt-Skala gerettet. Dort baute ich ein Stueck harrfeine Einzellitze in Serie ein, welches in weniger als einer Sekunde durchfitzte und wonach das Geraet in Minuten repariert war.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Eine 10mA Sicherung löst mitnichten bei 10mA aus. Laß es 60mA sein - dann ist das Meßwerk auch mit Sicherung immer noch mit Faktor 1000 überlastet worden und Schrott.

Russische Technik mag robust sein, aber so robust auch wieder nicht. Ich glaube kaum daß die Frontplatte vom Meßwerk so aufgeheizt wurde, daß sie sich verfärbt hat. Das Meßwerk hat 75mV * 60µA = 4.5µW Vollausschlag. Für eine Verfärbung der Elox-Front würde ich eher in der Größenordnung 4.5W schätzen. Vollkommen illusorisch, diese Leistung im Meßwerk zu verheizen ohne es abzubrennen.

XL

Hallo Axel,

Das kommt auf die Sicherung an. Im Medizinbereich, wo ich arbeite, brauchen wir sowas aehnliches oefter. Wichtig ist, dass das Instrument den Knall an den Poller gut uebersteht. Das thermische Abrauchen laesst sich verhindern.

Es hat sich nichts verfaerbt, die Front war knall heiss und es stank recht uebel.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Martin J schrieb:

Ich habe hier den Vorgänger, Uni 11e. Einmal seinerzeit in der Ausführung, die mir für stolze 470 DDR-Mark meine Eltern mal zu Weihnachten geschenkt haben, ein anderes nach der Wende erstanden mit Steckernetzteil dazu (das im Gegensatz zu heutigen Wandwarzen keine Brandgefahr befürchten lässt). Das erste Exemplar hat dabei schon einiges durchlitten (irgendwas auch mal in der Elektronik geschafft, ich glaube, den OPV). War letztlich alles reparabel.

Ich weiß nicht, was sich bei Uni 12e alles unterscheidet, aber einen handgezeichneten Schaltplan des 11ers kann ich dir einscannen. Das

11er hatte noch einen separaten Dual-FET (kein SFET, sondern ein MOSFET, sofern ich mich erinnere) und einen B109 dahinter (µA709 in der "industrial"-Variante). Ich würde mal vermuten, dass man beim 12er vielleicht die gesamte Eingangsspannungsteilerschaltung übernommen hat, aber für den Verstärker dann schon auf einen FET-OPV zurückgreifen konnte.
cheers, J"org .-.-. --... ...-- -.. . DL8DTL http://www.sax.de/~joerg/ NIC: JW11-RIPE Never trust an operating system you don't have sources for. ;-)

Hallo,

nein, das "12" hat anstelle der beiden 9V Batterien einen Transverter der aus einer 1,5V Baby die benötigten Spannungen für den OPV macht. Andere Unterschiede gibt es nicht. Beide, Uni11 und Uni12 hatten doch aber schon immer einen KPS104G im Eingang, jedenfalls die die ich gesehen hatte.

m.f.G. T.K.

OPV

Ich hab den Schaltplan mal unter

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abgelegt.=20

Vielleicht ist es auch sinnvoll, sich mal die ganzen Dioden, die=20 das Me=DFwerk sch=FCtzen, genauer zu betrachten. Besonders VD1 und VD2 sind ja in vorderster Front, wenn es um irgendwelche b=F6sen Sachen am Eingang geht. Wenn die FETs aber wirklich was abgekriegt haben=20 sollten, wird es wahrscheinlich schwierig... woher nehmen und nicht=20 stehlen? Gibt es vergleichbare n-Kanal JFETs in gepaart? Einfach zwei=20 BF245 einbauen d=FCrfte etwas kurz gegriffen sein...=20

Der 709 ist ja kein Wunderwerk der Technik (mehr). Ob es sinnvoll w=E4re, hier etwas moderneres und stromsparendes einzusetzen?

Martin

"T.Krüger" schrieb:

Ah ja, das sehe ich jetzt in Majas Schaltplan auch.

Richtig, den hatte ich nur fälschlicherweise als MOSFET in Erinnerung.

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Martin J schrieb:

Die kannst du bei genügender Vorsicht ja alle vorübergehend abklemmen.

Ich hätte noch einen KPS104W in der Kiste. ;-) Wenn er dir wirklich abgeraucht ist, kann ich dir den zum halben Strixner+Holzinger-Preis zur Verfügung stellen. :-)) (Hab' ich doch mal gucken müssen. S+H hat KPS104D ,,in Kleinmengen'', Preis auf Anfrage...)

Ich würde den Rest einfach lassen, die Schaltung ist ja irgendwie drauf abgestimmt. So schlecht war die Gesamtlaufzeit selbst mit den beiden 6F22 im Uni11e nicht. Falls der Wandler nicht gerade zu verlustreich ist, sollte das bei Uni12e mit der R14 auch brauchbar sein.

cheers, J"org .-.-. --... ...-- -.. . DL8DTL http://www.sax.de/~joerg/ NIC: JW11-RIPE Never trust an operating system you don't have sources for. ;-)

Mawin halte doch bitte mal die Klappe wenn Du Nichts weißt oder lies wenigstens den Artikel auf den Du antwortest. Das Uni11e und das Uni12e sind FET Voltmeter.Eingangswiderstand unabhängig vom Meßbereich 22,5 MegOhm.

Fehler möglicherweise der eingebaute Doppelfet KPS104 oder eines der Meß(!)- Widerstandsnetzwerke..

Gruß,

Holm

FreibergNet.de IT Systems, Ingo Liebscher Hauptstrasse 19, 09627 Bobritzsch Bereich Server & Technik: St. Niclas Schacht 13, 09599 Freiberg Holm Tiffe Administration & Development, www.freibergnet.de phone +49 3731 419010, mobile +49 172 8790 741, fax +49 3731 4196026

Die Beiden J-Fets darin sind nur Sourcefolger. Allerdings befinden die sich aus thermischen Gründen in einem Gehäuse. Notfalls tun es 2 zusammengeklebte BF245...

Ich hatte schon mal ein Drehspulmeßwerk mit annähernd logarithmischer Skale, die Innenwiderstand der Spule änderte sich abhängig vom fließenden Strom auch..., total irre..

Gruß,

Holm

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Me=DF(!)-

Vielen Dank f=FCr die gesammelten Hinweise,

nach meinem Urlaub hatte ich genug Zeit, mir die Sache in Ruhe anzusehen.

Das Problem war die eingebaute 1.25A-Feinsicherung, die eine edle Oxydschicht aufwies und einen spannungsvariablen R in MOhm-Bereich hatte. Nach Putzen der Sicherung und der Klemmen geht wieder alles, bis auf die abgefallene Glasscheibe des Me=DFwerks und eine (konstante) Mi=DFweisung von -3%. Zumindest zeigen alle meine anderen Multimeter in einer niederohmigen Testschaltung ziemlich genau 3% mehr an...

Die Glasscheibe habe ich nach Totalzerlegung mit Sekundenkleber wieder=20 reingeklebt, der originale Kleber hat sich in eine wachsartige, nichtkleb= ende Masse verwandelt. Jetzt =FCberlege ich mir, wie ich das Teil kalibrieren kann. Hat da jemand eine Anleitung, da sind ja schon einige Trimmer drin?

Martin=20

Holm Tiffe schrieb:

Hatte die Wicklung eine blasslila Lackisolierung? Die scheint so ungefähr seit 10 Jahren (also etwa 30 Jahre nach der Blütezeit von dem Elendszeuch) langsam zu zerbröseln und unangenehm langsam Windungsschlüsse zu machen. Das ist elendig beim Ersatz von Spezialtrafos.

mfg Rolf Bombach

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