Brennende Solarzellen

Mar 20, 2011 15 Replies

"So haben Feuerwehren bereits Häuser mit Solardächern lieber kontrolliert abbrennen lassen..."

Wieder kein Beleg. Es würde mich wirklich interessieren, ob es auch nur einen einzigen Beleg dafür gibt, daß da mehr dran ist, als an der berühmten Spinne in der Yuccapalme.

Das Problem ist ja bekannt und das Verständnis der Zusammenhänge dürfte die meisten Leser hier nicht vor größere Schwierigkeiten stellen.

Aber Deine Aussage aus dem Nachbarthread

"Die Feuerwehr löscht nicht wenn du Solarvoltaik oben hast. Sie lassen die Bude niederbrennen."

ist so erstmal Unfug.

Falk

Diese Aussage kannte ich aus einem Artikel im Spiegel. Sie ist zunächst insoweit nicht unplausibel, als man die Sonne nicht abstellen kann, der Inverter vermutlich nur sekundärseitig abgesichert ist, und infolgedessen Löschwasser und nasse Wehrmänner sehr wohl mit hohen Spannungen in Berührung kommen können. Vermutlich sind auch die Zellen (zum Teil) in Serie geschaltet. Wieviel Volt dann da anstehen?

Grüße, H.

"Helmut Wabnig" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@4ax.com...

Gähn.

Die FUD-Meldung ist doch schon 1 Jahr alt.

Inzwichen sollten selbst alle freiwilligen Wehren eingeweiht sein, wie man trotz PV-Anlage problemlos löscht.

Die trauen sich halt wegen solchen Dummbatz-Meldungen nicht mehr, wie du sie hier verbreitest. Halbwissen. Unwissen.

Manfred Winterhoff

Am 20.03.2011 15:01, schrieb Heinz Schmitz:

Üblich sind für Haushaltsanlagen AFAIK Nennspannungen von 12V oder 24V, im Einzelfall auch bis 48V. Mehr will man schon deshalb nicht, weil dann langsam auch die Akkuanlage voluminös wird.

Im Worstcase (=Leerlauf) können vier in Reihe geschaltete 12V-Zellen auch schon mal 80V liefern. Das ist zwar keine Schutzkleinspannung mehr, aber (als Gleichspannung) noch lange nicht lebensbedrohlich. Nebenbei geistern in jedem Haus 230/400V herum, die sich nicht immer abstellen lassen, und die durchaus mit Löschwasser in Berührung kommen können. Es wäre mir neu, wenn die Feuerwehr deshalb Löschversuche unterlassen würde.

Bei industriellen Solaranlagen mag das freilich anders aussehen, aber da werden dann auch in der Regel Einsatzpläne vorliegen.

Hergen

Am 20.03.2011 15:45, schrieb Hergen Lehmann:

Bei netzgekoppelten Anlagen deutlich mehr. Eher ca. 200 - 300V.

Normalerweise aber nicht erdbezogen und häufig sogar isolationsüberwacht. Was natürlich bei einem Brand mit der DC-Kabelisolation passiert ist fraglich. Da kann es dann eventuell zu Kontakt mit dem Untergestell kommen. Aber das wäre schon relativ unwahrscheinlich wenn auch nicht auszuschließen. Vermutlich sind die Module bei solchen Temperaturen dann ohnehin schon nicht mehr funktionsfähig.

Gruß Thomas

Im Datenblatt eines Gloria-Wasserlöschers wird ein Mindestabstand von 1m beim Löschen elektrischer Anlagen bis 1000V vorgeschrieben.

Falk

Hergen Lehmann schrieb:

Meine PV Zellen haben eine Leerlaufspannung von 44V.

Niemand, der ins Stromnetz einspeist, braucht Akkus zu seiner PV-Anlage.

Bei mir sinds 5 Strings mit je 8 Zellen: 352V.

Bei der PV-Anlage ist's Gleichspannung, was andere Probleme hervorrufen kann.

Aber im Endeffekt ist das Problem meines Erachtens beherrschbar.

CU, Christian

Thomas Stegemann schrieb:

Solange kein Erdkontakt eines der beiden Anschlüsse der Solar-Module besteht, kann's wohl auch kaum eine Gefahr für die Feuerwehr-Leute geben.

Das ist geerdet. Kommt ein Pol der PV-Anlage damit in Berührung, ist ein Feuerwehrmann in Gefahr, wenn er den anderen erwischt (Bis zu +/- 400V). Kommen beide mit dem Untergestell in Berührung, ist die PV-Anlage kurz geschlossen => Problem gelöst, wenn auch nicht stabil.

CU, Christian

Am Sun, 20 Mar 2011 17:31:03 +0100 schrieb Christian Treffler:

Trotzdem erstaunlich dass der Gesetzgeber hier zumindest bei Mehrfamilienhäusern oder öffentlichen Einrichtungen noch keine Vorgaben in Richtung Sicherheit macht. Sonst ist doch da auch alles mögliche geregelt.

Lutz

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Korrekt, so ists gedacht.

Darauf wollte ich hinaus.

MaWin schrieb:

Ganz so einfach ist es dann auch wieder nicht. Zum einen entsteht zwischen Dachhaut und Solarpanels eine Kaminwirkung, die _unter Umständen_ Probleme bereiten kann, man kommt nicht so leich an die Dachhaut, um darunterliegende Brandnester gezielt bekämpfen zu können und schließlich und letztendlich stellt die Anlage an sich eine nicht unerhebliche Dachlast dar, für die die meisten Dächer von Haus aus nicht ausgelegt sind. Es _kann_ daher früher zum Einstürzen der Dachkonstruktion oder zum Abrutschen des Panels kommen. Fakt ist, daß im Sinne der Gefahrenmatrix:

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keine NEUE Gefahr hinzukommt, sondern nur andere Rahmenbedingungen gelten, die man kennen muß, um sie beurteilen zu können.

Sowas kommt leider (zu) oft gleich direkt von Feuerwehrs. Allerdings gibt es auch "Fachleute", die nicht verstehen wollen, daß z.B. das Kurzschließen der einzelnen Module eines Strings, die sicherste und einfachste Lösung darstellt z.B:

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MfG

Frank

welche diese Autoren bei der Gestaltung ihres pdf-files sicher nicht gewählt haben. Wie kann man nur sowas fabrizieren :-)?

Grüße, H.

Moin,

Datenbus ... Zentrale ... externe Boxen. Klingt kompliziert und teuer. Wäre es nicht viel einfacher, in Solarmodule direkt einen z.B. Thyristor mit einzulaminieren und es so zu schalten, daß nur beim Anliegen einer Steuerspannung Strom heraus kommt (Und es sich ansonsten selbst kurz schließt)?

Wenn das so einfach wäre, gäbs doch bestimmt schon eine einschlägige Norm/Vorschrift?

O.J.

Ich meine es gab da Ansätze mit selbstsperrenden MOSFETs...

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