TV-Receiver/Recorder spinnen

Jun 22, 2024 Last reply: 2 years ago 9 Replies

Hallo NG,



ich habe hier 5 Geräte TV-Receiver/Recorder Comag bzw. Silvercrest „SL



80G/100CI“ und „PVR2/100 CI“ sowie „PVR2/100 CI HD“. 2 der Geräte hatten aufgeblähte Elkos. Ausgetauscht, sie liefen. 3 Geräte spinnen noch: die Elkos sehen gut aus, es kommen (leicht überhöhte Spannungen) für 3,3V,
5V, 12V und 24V (Messung Multimeter). Die überhöhten Spannungen zeigen die intakten Netzteile aber auch. Der Fehler liegt definitiv an den Netzteilen (durch Tausch bestätigt). Die Spannungen sind allerdings alle glatt (Messung Oszilloskop). Der Fehler zeigt sich durch Klötzchen bzw. ein mieses Bild. Vielleicht hat jemand einen Tip – ich bin etwas ratlos.

Beste Grüße, Jan.


Am 23.06.24 um 01:11 schrieb Jan Ernst Voß:

Da würde ich das Problem eher dort vermuten, wo das Signal aus der Wand kommt – ich würde eher ein schlechtes Signal vermuten als einen Fehler in den Receivern.

Gruß

Gregor

Am 23.06.2024 01:35 Uhr schrieb Gregor Szaktilla:

Die Geräte haben doch oft ne Anzeige für Signalstärke und Qualität. Was sagt die?

Am 23.06.2024 um 06:57 schrieb Marco Moock:

Hallo und Danke für die Antworten!

Sowohl die angezeigte Signalstärke wie auch die Qualität sind miserabel. Es liegt aber definitiv an den Netzteilen – kommt ein intaktes Netzteil in eines der Problemgeräte (bei allen dreien probiert) ist der Fehler verschwunden. Ich kann das deshalb nicht verstehen, weil die gemessenen Spannungen der Netzteile mit Problem denen ohne Problem gleichen. <Irgendwas> muß anders sein.

Beste Grüße, Jan

Am 23.06.2024 19:59 Uhr schrieb Jan Ernst Voß:

Liegen diese Spannungen denn dauerhaft an, bei beiden Netzteilen?

Ggf. ist das ein Problem unter bestimmten Lastzuständen.

Am 23.06.2024 um 20:04 schrieb Marco Moock:

Nun, die Spannungen lagen zumindest immer dann an, wenn ich mit Multimeter oder Oszilloskop gemessen haben, und das war ziemlich häufig. Mir fällt nur noch ein, alle Elkos zu tauschen – wobei die bei keinem der Netzteile auch nur annähernd verdächtig aussehen. Und ich habe schon verdammt viele miese Elkos gesehen und getauscht. Die Netzteile sind vom Typ „SF466A-24“ (Hersteller "Sino American") das scheinbar exklusiv für Comag gebaut wurde.

Beste Grüße, Jan

Am 23.06.2024 um 20:23 schrieb Jan Ernst Voß:

Ich habe mal den Siebkondensator für die 24V durch einen anderen ersetzt: vorher 470uF/35V (der war allerdings lt. Kapazitätsmeßgerät einwandfrei), nachher 2200uF/50V (über Kabel). Das Bild ist seitdem auf Mainstream-Sendern wie ARD, ZDF, RTL etc. einwandfrei, allerdings noch auf anderen (wie allen Dritten) weiterhin gestört. Da das ohnehin einzige HD-fähige Gerät der „PVR2/100 CI HD“ ist, werfe ich bis auf den (und bis auf das 2. intakte Netzteil) den ganzen Mist weg.

Beste Grüße, Jan

Jan Ernst Voß schrieb:

Jo, die Netzteile stören dir das Kabelsignal. Irgendwo ist da die Abschirmung nicht ganz dicht. Die Störung muß nicht über die Ausgangspannungen des Netzteil passieren, die können durchaus sauber sein. das kann auch über Abstrahlung einzelner Bauteile oder über das Netzkabel stören.

Ich hab in früheren Zeiten mal mit DDR-Glotzen gebastelt. Da gabs einen Nachrüstsatz für Videotext, mit einem EMR drin - und wenn nicht das dem Bausatz beiliegende Netzkabel verwendet wurde, störte die Videotextplatine den Fernsehempfang.

Guido

Am 23.06.24 um 19:59 schrieb Jan Ernst Voß:

Wie sollte ein defektes Netzteil die Signalstärke beeinflussen? Also Qualität ist klar. Wenn da jede Menge HF-Rotz raus kommt, kann das alles mögliche stören.

Aber bitte auch mal die LNB-Spannung checken. Wenn die etwas schwach ist, könnte es die H/V Umschaltung stören. Das gibt zuweilen recht wundersame Resultate. Hier könnten dann bereits Bauteiltoleranzen der Netzteile das Fass zum Überlaufen bringen.

Da können schon noch Elkos defekt sein. Nicht alle bekommen dicke Backen. Manche werden auch so taub. Ich würde mal alle grob testen.

In gewissen Grenzen geht das In-Circuit. Du könntest z.B. mit einem Audioverstärker oder einem Trafo, dem du mit einem Stück Draht eine Zusatzwicklung verpasst hast, so ca. 200mV AC einspeisen. Widerstand mit ein paar Ohm in Reihe und dann mit dem Oszi im XY-Betrieb die Spannung über dem Kondensator und dem Widerstand anzeigen. Das sollte irgendetwas elliptisches geben, und die Ellipse sollte nicht nennenswert schräg liegen. Das kann man dann der Reihe nach an alle Elkos halten. Bei senkrechten oder waagerechten String stimmt der Messbereich nicht => Widerstand anpassen.

+-------------*---> Elko | | (~) 200mV AC | | | *---RRR---*---+---> Elko | | | Y GND X

Auf Potentialfreiheit achten, weil GND vom Oszi hier nicht an der Spannungsquelle hängt.

Eine echte ERS-Messung des Elkos ist das natürlich nicht. Dazu braucht man dann schon mehr als 50 Hz. Ich mache das immer mit breitbandigem Rauschen und statt dem Oszi eine (onboard) Soundkarte mit L/R an X/Y und dann in Software FFT(X)/FFT(Y) Der Realteil der komplexen Division liefert ESR(f) und der Imaginärteil I/ωC also ESC(f).

Marcel

Am 24.06.2024 um 19:51 schrieb Marcel Mueller:

Hallo und Danke Euch beiden für die Infos!

@marcel: Eine echte ERS-Messung des Elkos ist das natürlich nicht. Dazu braucht man dann schon mehr als 50 Hz.

Ich mache das immer mit breitbandigem Rauschen und statt dem Oszi eine (onboard) Soundkarte mit L/R an X/Y und dann in Software FFT(X)/FFT(Y) Der Realteil der komplexen Division liefert ESR(f) und der Imaginärteil I/ωC also ESC(f).

Um ehrlich zu sein: ich habe kein Wort verstanden. :-( Die Spannungen sind bei den defekten wie bei den intakten Netzteilen gleich, die Bilder auf dem Oszi gleichen sich ebenso. Ich bin außerstande, Realteile komplexer Divisonen zu erkennen und die mit Imaginärteilen zu vergleichen.

Aber, um weiterhin ehrlich zu sein, hatte ich auch 0 Punkte in Mathe. Abi gab es trotzdem. ;-)

Beste Grüße, Jan

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