Gerstenpapier

Sep 22, 2024 Last reply: vor 1 Jahr 24 Replies

Hallo Leute,



jeder, der schon mal einen Akku zerlegt hat, dem ist bestimmt diese meist grüne Klebepappe aufgefallen, die in den Akkus verbaut ist.



Nennt sich "Gerstenpapier".



Weiß hier jemand, warum kann man dieses Zeug fast nur beim freundlichen Chinesen bestellen kann? Alle üblichen Verdächtigen, wo man so was bestellen kann, liefern mit drei Wochen Verzögerung direkt über China.



Ich hab's hier gekauft:

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Ist die Herstellung vielleicht in der EU verboten?



Und warum heißt das Zeugs Gerstenpapier, wird das wirklich aus Gerste hergestellt und warum?



Gruß Andreas


Am 22.09.2024 um 11:15 schrieb Andreas Fecht:

Weil Batterien und Akkus praktisch nur noch in CN hergestellt werden?

Kaum.

Wird wohl aus den Faserabfällen der zum Bier/Whiskey Brauen verwendeten Gerste produziert (daher der Name) und ist reine Zellulose mit recht nützlichen (für diesen Zweck) Eigenschaften, darunter guter Isolator, gutes Dieelektrikum, flexibel, hitzebeständig.

Man liest sich, Alex.

Alexander Schreiber schrieb am Mon, 23 Sep 2024 15:01:41 +0200:

Auf den ersten Blick würde man das so denken können, aber dann fallen sie einem wieder ein, die Kraftverkäufer, das Katze 6 Kabel, das Tropfen-schiffen, das Schinken-Funkgerät und viele andere erheiternde Übersetzungspannen.

Die Gegenprobe mit 'barley paper' ergibt aber, daß es tatsächlich so heißt, auch wenn wenn vermutlich keine Gerste drin ist. Schon gar keine Braurückstände. Die Braugerste ist nämlich eigentlich Braumalz, also das angekeimtes _Korn_ und da ist der Faseranteil, der lang genug zur Papierherstellung ist, schlicht nicht vorhanden. Es heißt auch 'fish paper' obwohl es weder nach Fisch riecht, noch solchen enthält. Wir hatten doch früher auch mal so Zeugs, aus dem man z.B. Dichtungen für Motoren und andere Flansche schneiden konnte. Ich kenne es als 'Abil-Papier' und wenn mich nicht alles täuscht, war es von der Machart und von der Haptik auf jeden Fall sehr ähnlich.

MfG

Frank

Habe ich auch nicht behauptet - nur entsteht das Gerstenkorn halt nicht alleine auf dem Acker, da ist 'ne ganze Pflanze dran. Und irgendwer hat offenbar festgestellt, das man aus dem Strohabfall, statt ihn abzufackeln oder als Einstreu zu nehmen, ein profitables Produkt machen kann. Denn lang genug für Papier sind die Fasern dann schon. Die Referenz zum Brauen ist halt, weil Gerste primär zu diesem Zweck angebaut wird (obwohl sich Gerstenmehl im Vollkornbrot auch ganz gut macht).

Das wiederum ist vulkanisiertes Papier. Der Name .. vielleicht sieht das Zeug aus wie Fischhaut? Nie in der Hand gehabt.

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Allerdings finden sich auch Hersteller, die barley paper, fish paper und vulcanized fiber in einen Topf werfen .. also vermutlich ähnlicher Herstellungsprozess für beide? Für barley paper findet man nicht allzuviele Details.

Man liest sich, Alex.

Wikipedia bestätigt, dass in DE hauptsächlich Wintergerste angebaut wird, welche als Futtermittel dient, nur ein kleiner Teil Sommergerste, die auch fürrs Brauen genutzt wird. Gerstenstroh ist auch weniger als Einstreu geeignet, weshalb es normalerweise gehäckselt auf dem Acker verbleibt.

Stefan Wiens schrieb:

Ich hatte bei Beginn dieses Fadens auch nach Barley Paper gesucht. Kann es sein, dass hier gar nicht um Gerste geht, sondern um Namen von Herstellern und/oder Erfindern? Fish und Barley sind ja nun so ganz ungewöhnlich als Namen. Aus der Oldtimerei kenneich, z.B., den Fish-Vergaser, bzw Fish caburator. Und der vergast keine Fische sondern ist eine Erfindung eines Mannes namens John Robert Fish.

Soweit Deutschland. In Schottland sieht das schon wieder anders aus, da geht der grösste Teil der Gerstenernte Richtung Mälzung (für die Brauereien/Brennereien) und der Rest ist Tierfutter. Und UK insgesamt ist 50% Richtung Malz[1], 45% Futtermittel[0], das Stroh wird entweder als Futtermittel und Einstreu verwendet oder untergepflügt[4]. Und noch weiter verschiebt sich das in Tibet mit der Hochlandgerste, die komplett in Lebensmittel und alkoholische Getränke (Bier, Wein) geht.[2][3]

Und zumindest ein Hersteller behauptet, deren barley tape sei aus den Faser der Hochlandgerste hergestellt:

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Man liest sich, Alex. [0]
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In 2020: 1.8E6 t [2]
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Durchaus möglich. Aber zumindest ein Hersteller behauptet, deren barley tape sei aus den Faser der Hochlandgerste (angebaut in Tibet) hergestellt:

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Man liest sich, Alex.

Das ist natürlich ein spezieller Markt. Laut

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versorgt Schottland seinen Malzbedarf zu 90% aus eigenem Anbau, und höchstens 1/4 des Landes eignet sich für Ackerbau.

UK insgesamt baut deutlich mehr Futtergerste an, sie sind Nettoexporteur.

Der Wikipedia-Artikel ist rudimentär, und bei Verklärungen in Richtung Zauberpflanze werde ich misstrauisch.

Das ist wenigstens etwas Konkretes.

Die Website ist aber inkonststent (mal heißt es "made from cellulose fibers", dann aber werden "fibers of highland barley" quasi "cellulose fibers" gegenübergestellt. Die Angaben zur Spannungsfestigkeit sind für Zellulosebasis schon sportlich, ob trocken oder mit Öl, erfährt man nicht; ebensowenig, ob das Produkt irgendwelchen Normen entspricht. Und man könnte auch denken, es sei als Komponente in einem Laminat mit "fish paper" vorgesehen.

Ich habe nochmal zum OP zurückgeblättert, und da trat das Zeug in Akkus auf (unklar, ob als Abstandshalter zwichen den Zellen eines Akkupacks, oder als Separator zwischen Elektroden).

Stefan Wiens schrieb am Wed, 25 Sep 2024 17:27:19 +0200:

Das grüne Papier wird für alles verwendet. Isolierscheiben am Pluspol, Isolation unter den Kontaktstreifen und dem BMS und Komplettumhüllung des Zellenpakets.

MfG

Frank

Schön, daß es Dich, mindestens lesend, doch noch gibt.

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Dies.

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Schön Dich mal wieder zu sehen. Ich hab Dich vermisst!

Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig) Wolfgang

Er genießt seine Rente. Zugegebenermaßen bin ich da durchaus etwas neidisch auf ihn.

Guido

Wolfgang Allinger schrieb:

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