Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung - Page 3

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Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung
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Vor 100 Jahren gab es bereits Flugzeug a la Wright und Automobile,
experimentell zumindest. Dito Werkzeugzeugmaschinen. Vgl.
auch dampfbetriebene Webstühle. Es wird sich in den nächsten
50 Jahren wenig an diesen industriellen Schwerpunkten ändern.
Eine gezielte Produktplanung für einen Zeitraum >10 Jahren ist
Fiktion. Vgl Produkte die nicht kamen: Videotelefone ( Einsatz-
reif: Ende 60er ), Überschallverkehrsflugzeuge ( Einsatzreif:
Mitte 70er ), Magnetschwebebahn ( Einsatzreif Mitte 80er ), ...

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Wo liegt ihr Standortvorteil ?
  Im 19. Jh wurde argumentiert man brauche Kolonien als sichere
Rohstofflieferanten. Aber einerseits wurden natürliche Rohstoffe
a la Kautschuk durch künstliche Ersatzstoffe verdrängt. Anderer-
seits hat sich ein Freihandelssystem ( a la US-"Neokolonialismus" )
in dem alle industrialisierten Länder auf alle Entwicklungsländer
Zugriff haben als billiger erwiesen. Wenn Belgien der Kongo als Kolonie
"gehört", dann ist Belgien auch verantwortlich und muß dort für
Ordnung sorgen.
  Heute wird argumentiert: billige Arbeitskräfte. Das ist aber Fiktion,
weil nur noch wenige Bereiche ( Werften gerade noch ) wirklich personal-
intensiv sind. Eine Infineon-Chipfabrik in China ist dort wegen Steuer-
dumping. Dito Computerinder: natürlich kann SAP Indien zum zweitgrössten
Standort nach Deutschland aufbauen. Aber "gute" Software erzeugt man
nicht durch mongolische Horden unterbezahlter C-Coder.
  Nicht die 3. Welt zieht die Industrie an, die Probleme hierzulande
( hohe Steuern, hohe Lebenshaltungskosten, bürokratische Gängelung,
unflexibler Arbeitsmarkt, Ineffizienz staatlicher Einrichtungen
( Bildung, Gesundheitssystem usw.) ) stösst sie ab.  
Wirklich erfolgreich ( und damit eine Bedrohung für etablierte
industrialisierte Länder ) sind Schwellenländer wie Singapur die
marktwirtschaftlich organisiert sind. Nicht Indien, Russland oder
China oder das untere Ende der 3. Welt.

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Gern zitiert, Pisa selbst beweist aber wenig. Das gewünschte
Testergebnis ( wenn Deutschland gut abgeschnitten hätte, würde
den Test niemand kennen ) ist nur Kristallisationspunkt für das
latente Unbehagen am Bildungssystem.
Nur: es ist nicht zu sehen, daß konkret etwas geändert werden soll.
Man will schlechte "Bildung" nur durch mehr schlechte "Bildung"
aufpäppeln.

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Solange man die Lerninhalte und Lernmethoden nicht verbessert ist es
unsinnig die Hürden höher zu setzen. Wer in die falsche Richtung läuft,
muß nicht schneller laufen, er erreicht das Ziel eh nicht.  

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Wer seine Arbeit nicht aus innerer Überzeugung tut, sondern nur
wegen Lebensunterhalt, wird weder zufrieden noch erfolgreich sein.
  Das hiesige Schulsystem konditioniert seine Opfer auf passive
Befehlsempfänger. Es stammt aus einer Zeit wo es nützlich war a la
Napoleon Leute in Kolonnenformation zum Bajonetangriff antreten zu
lassen. Schon im 2. Weltkrieg überholt, wo man in Stoßtrupps und
Maschinengewehrnestern mehr Motivation beim Individuum fordern musste.
Auch die industrielle Landschaft hat sich seit dem 19 Jh. entsprechend
verändert.

MfG JRD

Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung
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Ich stelle mir grad vor, wie eine überschrift lauten könnte.
Wissenschaftler von herunterstürzendem balkon erschlage.
Wärmeisolator (zwischen betondecke und balkon) verkehrt eingebaut.
Polnischer maurer war des deutschen nicht mächtig.
keine sorge, in dem beispiel, das ich kenne, ist es noch rechtzeitig
bemerkt worde.
Anderes beispiel, architekt ändert eigenmächtig eine tragende
konstruktion. In diesem fall hat ein (deutscher) maurer den
verantwortlichen statiker darauf aufmerksam gemacht.
Noch ein beispiel. Wichtiger ISDN anschluß übers wochenende, weil
servistechniker inkompetent.Telekomeigene techniker sind zu teuer,
deshalb werden "angelernte" (bäcker, schlachter) "fachkräfte"
eingesetzt. Sind "kostengünstiger".

Ich denke, jeder kann sich an diesen 3 beispielen selbst denken,
welche ursachen dahinter stehen. Und, was geändert werden sollte.

--
mfg horst-dieter
antworten bitte in die rubrik
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Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung

 >deshalb werden "angelernte" (bäcker, schlachter) "fachkräfte"

Das erklaert die Qualitaet der Broetchen in den letzten Jahren. Ich
versteh nur nicht warum die ganzen Telekomiker alle unbedingt als
Baecker arbeiten wollten.

Olaf


--
D.i.e.s.S. (K.)

Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung
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Weil sie den erfolg ihrer arbeit dann noch sehen. Ihr früherer
"brötchengeber" will ja offensichtlich nur noch verkaufen. Vielleicht ja
mal frühstücksbrötchen ;-)

--
mfg horst-dieter

antworten bitte in die rubrik.
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Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung

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Das würde ich so auf keinen Fall darstellen. Sicher ist das eigene
Gehalt eine Sache, die existenziell wichtig ist, und man muß natürlich
mit dem neuen Gehalt über die Runden kommen. Aber es gibt genügend
andere Gründe die für einen rein psychologischen und taktischen
Stellenwechsel sprechen:

- Du bist einem massieven Mobbing oder Bossing ausgesetzt
- Deine aktuelle Arbeit macht Dich in psychologischer oder
Gesundheitlicher Sicht 'fertig'.
- Das aktuelle Unternehmen geht deutlich den Bach herunter
- Du mußt die Zeit zwischen Deiner Kündigung und dem Zeitpunkt
überbrücken, zu dem Du Deinen Traumjob findest.

Bedenke: Dein Markwert sinkt automatisch um 10-25% wenn Du ersteinmal
"z.Zt. arbeitslos" auf Deine Bewerbung schreiben mußt.

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Das halte ich sogar für gefährlich, weil damit für den Personal- /
Abteilungsleiter klar ist, daß Du ein fachidiot bist, der sich sozial
nicht in die Arbeitsumgebung eingliedern wird.

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Ja, aber von ein wenig Geld kann man immerhin schon mehr brot Kaufen,
als von garkein Geld.
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S.o. ein Arbeitnehmer, der keine, wie auch immer geartete, Erfüllung in
seinem Job sieht eignet sich im zweifelsfall nur als Fließbandarbeiter
mit monotoner Aufgabenstellung, da von ihm keine Flexibilität und
engagierte Einbringung in seine Aufgaben zu erwarten ist. Aber auch
dieser Arbeitsbereich kommt, dank der Technisierung aller
Fertigungsprozesse, immer mehr aus der Mode.

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Ich denke, dass Du das einfach zu sehr überspitzt. Es ist schon möglich
seine Gehaltsvostellungen der Marktsituation anzupassen. Und das, ohne
gleich auf alles verzichten zu müssen. Nimm doch einfach die IT-Branche.
Waren da für einen einfachen System-Administrator vor 5-8 Jahren noch
40-46k€ drinne, so ist das nach den aktuellen Tabellen nur noch für den
Abteilungsleiter eben jener IT-Abteilung gültig. Wenn Du aber nur
Sysadmin bist und was neues haben musst, dann sieht es wol so aus, als
müßtest Du mit 300-500€ weniger im Monat auskommen.
Ich komme lieber mit 500€ weniger aus, als ganz ohne Kohle da zu stehen.

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Das ist O.T.^2. Eine Familie kann nur dann funktionieren, wenn alle an
einem Strang ziehen. Wenn Du als 'Haupternährer' aus wirtschaftlichen
Gründen mit weniger nach Hause kommst, dann wird die Wahl, ob man das
hinnimmt, oder aber das Defizit vielleicht durch den/die Partner(in)
ausgeglichen werden kann, nicht schwer fallen.

Gruß,

Ulrich


Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung

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Habe ich das irgendwo geschrieben?

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Und wenn man beides bereits hat? Wenn die Arbeit keinen Spaß
macht und das Klima nicht stimmt, werden viele sowieso so
schnell wie möglich wechseln.

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Gibt es sowas? Wohl eher nicht.

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Ist auch Teil der Motivation. Wer gute Arbeit leistet, kann
auch eine entsprechende Bezahlung erwarten.

Und aus Arbeitgebersicht: Qualität kostet nun einmal Geld.

cu, Marco

--
S: Minolta: Winkelsucher (VN), VC-9

E-Mail: snipped-for-privacy@linuxhaven.de
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Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung
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Du hast gefragt: "Warum sollte ich das Unternehmen wechseln, wenn sich
das finanziell nicht lohnt?"

Ich habe Dir ein paar alternative GrFC%nde genannt, die auDF%er Geld =
dafFC%r
verantwortlich sein kF6%nnen, dass man das Unternehmen wechseln mF6%chte.

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Beachte den Unterschied zwischen "sicheren Arbeitsplatz" und
"sichereren Arbeitsplatz".

Bis dann,

- Mark

--20%
AnaMark V2.11 - The VST-Synthesizer
http://www.anamark.de /

Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung
Das Gehalt haengt ganz deutlich von der Unternehmensgroesse aber auch
von der Region und natuerlich von Deiner Qualitfikation ab. Ich kann
nicht beurteilen wie Dipl.-Inf mit Dipl.-Ing. in E-Technik
vergleichbar ist, aber ich weiss, dass unser Unternehmen sich in
Universitaeten vorstellt und Graduates (Dipl.-Ing. E-Technik) eine
Gehalt von EUR 44.500 jaehrlich bekommen (Region Muenchen).

Die Leute werden dafuer aber auch gut ausgesucht. Es wird jemand eher
weggeschickt als unpassend eingestellt. Und das macht Sinn, denn der
Frust ist ja auf beiden Seiten gross, wenn es am Ende nicht so laeuft
wie erwartet.

Aus meiner Sicht wuerde ich schon denken, dass Du mit min. EUR 50.000
pro Jahr rangehen solltest, sonst widerspricht das Deiner Ausbildung
und langjaehrigen Berufserfahrung.

Ich wuensche Dir viel Glueck.
Gruss Ralf

Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung
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Eher armselig, oder? So wie ich die Mieten im Münchner Raum kenne,
bleibt davon nicht viel übrig.
Da würde ich lieber auf's Land ziehen, da kann ich mir selbst mit
niedrigerem Gehalt ein Haus bauen.


Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung
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a) ich glaube die Nummer ist für Studienabgänger eher selten gezahlte
   Obergrenze.
b) es gab bezüglich Lebenshaltungskosten/Lebensqualität in Bayern
   kürzlich einen Vergleich wo z.B. Passau gut abschneidet. Da ist
   aber abgesehen von Zahnrad & Vogt kaum Industrie, also
   wenig Jobs und für Bayern rekordverdächtige Arbeitslosenquote.
   Es hilft also nicht ein Loblied auf die Provinz zu singen.

MfG  JRD

Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung
|> Ralf Wagner wrote:
|> > Universitaeten vorstellt und Graduates (Dipl.-Ing. E-Technik) eine
|> > Gehalt von EUR 44.500 jaehrlich bekommen (Region Muenchen).
|>
|> Eher armselig, oder? So wie ich die Mieten im Münchner Raum kenne,
|> bleibt davon nicht viel übrig.

Von 44500 bleiben überschlägig nach Abzug der Steuern und Sozialabgaben
22250 übrig oder ~1855/Monat übrig. Für 855/Monat spuckt immoscout24.de
doch schon sehr attraktive Angebote aus, es geht sogar günstiger.

Bleiben noch 1000 zum Leben.

|> Da würde ich lieber auf's Land ziehen, da kann ich mir selbst mit
|> niedrigerem Gehalt ein Haus bauen.

Aber nicht im Münchner Umland... Da mußt Du schon arg weit in den Westen, Osten
oder Norden raus fahren (im Süden kommt ja gleich die Seen- und
Voralpenlandschaft -> noch teurer). Und alles, was S-Bahn-Reichweite ist,
kommt immer noch auf ~1000EUR/qm Baugrund.

Klar kannst Du ultraweit rausziehen, aber dann zahlst Du die Differenz eben
über Fahrzeit und -kosten.

Rainer

Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung
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Falsch gerechnet Rainer.

Wie geschildert muss der Absolvent darauf achten,
das er das Geld fuer die Rente bereits in der kurzen Zeit anspart,
die ihm bleibt, bevor sich Firmen erlauben wollen, ihn aus Altersgruenden
(sicher nicht fachlichen Gruenden) auszusondern, und, wenn er dem
von der Regierung vorgesehenen Lebenslauf in Deutschland gefolgt ist,
hat er Bafoeg-Schulden aus dem Studium die er zurueckzahlen muss und,
wenn er der Familienpolitik der CDU folgt, hat er eine Frau die hinter
dem Herd steht und ein Kind fuettert, und muss fuer Kindergarten,
Vorschule und zumindest das Schulmaterial und den Schulbus zahlen,
den sein Kind kostet,
und, wenn er Eltern hat, muss er aus seinem Einkommen die Eltern
durchfuettern, obwohl die ihr ganzes Leben in die Rentenkasse einbezahlt
haben.

Dafuer reichen keine 1000 EUR. Nicht vorne und nicht hinten.

Also zahlt der Arbeitgeber zu wenig zum Leben.
Warum sollte man dann sein Leben dem Arbeitgeber widmen ?
--
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at despammed.com
homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff /
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Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung
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Alles nicht Probleme für die der Arbeitgeber verantwortlich ist,
wiewohl plumpe Gewerkschaftspropaganda das natürlich immer
behaupten wird.
Höhere Löhne lösen hier überhauptnichts, denn der Arbeitnehmer
muß diese Löhne plus Mehrwert a la Marx ja wieder einspielen.
Also viele Überstunden und Leistungsdruck.
Warum wird der Angestellte also wohl mit 50 rausgeschmissen ?
Er kommt mit dem Leistungsdruck nichtmehr so klar und sein
Gehalt ist im Lauf der Jahre durch die üblichen Lohnerhöhungen
so weit angestiegen, daß er sich nichtmehr rechnet.

MfG JRD

Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung
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Das wird bald nicht mehr der Fall sein. Schau Dir mal an, was an
Ingeniersnachwuchs kommt. Jetzt schon sehr wenig und bald noch
weniger. Erstens weil die Jahrgänge immer kleiner werden und
zweitens weil kaum noch jemand Lust auf ein Ingenieursstudium hat,
angesichts des hohen Zeit- und Geldaufwands für das Studium und
des hinterher nur marginal höheren Einkommens.
Es ist immer der gleiche Mist, abwechselnd werden keine Ingenieure
gebraucht und anschliessend händeringend gesucht.
Nur das Gejammer des VDI ist immer gleich laut, entweder weil
keine Fachkräfte da sind oder weil sie angeblich zu teuer sind.
Sollen sie doch direkt alle nach China verschwinden, da ist doch
angeblich alles so toll.
(Ich wette dass es in China in den nächsten Jahren mal wieder kräftig
kracht, wenn nicht in China, dann zwischen China und Taiwan)


Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung
Hallo

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"Klassische" Ingenieure werden immer weniger gebraucht. Als ich Anfing
Energietechnik zu Studieren, hieß es: Kriesensicher, weil so viele
alte...da wird bald Nachwuchs benötigt. Pustekuchen....durch
Rationalisierung und zusammenlegung sind die Firmen und Abteilungen
komplett weggefallen.



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Richtig. Ein Studium ist ja auch nicht erforderlich. Ich habe schon
oft Meister oder Techniker als Vorgesetzte gehabt. Ein Diplom ist ein
Zettel, das Dir bescheinigt, das Du mal Prüfungen bestehen
konntest.....ob Du das fachlich umsetzten kannst, ist eine andere
Sache.
Letztlich ist es schnuppe, wie Du an Dein fachwissen gekommen bist.

Keine Universität kann wirklich so breit und allgemein ausbilden, das
ein Unternehmen anschliessend mit den nakten Absolventen etwas
anfangen kann.
d.h. es ist immer eine spezielle Zusatzausbildung erforderlich.
Und diese gibt man besser Meistern oder Technikern, weil billiger, und
letztlich muss sich der Ingenieur daran anpassen.
Auch die Breite seiner Ausbildung kann er nicht wirklich umsetzten: Im
zweifelsfalle hat er irgendwo 10 Jahre gearbeitet, sich spezialisiert,
und will/muss  sich dann umorientieren, und stellt fest, das er 15
Jahre hinter der Zeit herhinkt, weil er wärend seiner Arbeit
naturgemäß nicht die Freiräume hat, alle anderen Sparten und Aspekte
im blick zu halten. Und schon garnicht bei diesem Entwicklungstempo.

In vielen bereichen hat auch mitlerweile ein imenser Know-How Verlust
eingesetzt. Industrien, die es hier nicht mehr gibt, oder bald nicht
mehr geben wird (Bergbau), entwickeln und bilden eben nicht mehr aus.
Und irgendwann ist dann keiner mehr da, der das Wissen vermitteln
kann.

Schon wärend meines Studiums hatte ich den Eindruck, das ein
technisches Studium weniger der technischen Ausbildung als ein
Härtetest für Manager ist.
Als Manager studierst Du aber besser Jura oder
Wirtschaftswissenschaften.
Als Technik interessierter studierst Du besser nicht und machst den
Techniker.
Der neue Bachelor Studiengang trägt dem ja auch Rechnung.

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Was macht Dich so sicher, das es nicht hier bei uns kracht? Selbst
wenn es einen "Aufschwung" geben sollte, bringt er wohl kaum
zusätzliche lohnende Jobs.
Und irgendwann wird sich das Heer der Arbeitslosen habenichtse
versuchen, von den Jobhabenden etwas zu requirieren....nein, keine
"sozialistische" Revolution.
Der Sozialismus ist tot. Marx war ein hervorragender Analytiker, aber
das beschriebene Problem hat keine funktionierende Lösung.
Ich denke dabei eher an eine Art Militärputsch oder so, wo sich ein
Teil der Bevölkerung auf kosten eines anderen bereichert, wie in den
30ern, oder an eine imens hohe Kriminalität die Bürgerkriegsniveau
hat.

Tut mir leid, das ich mir keine schöne Zukunft vorstellen kann.


Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus



Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Depression.

Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung
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  Bergbau ist sicher nichtmehr zu halten. Hat/hatte aber eine Zuliefer-
industrie für Maschinen die dann in Export gingen. Nachdem man am
heimischen Markt mal die Entwicklungskosten eingespielt und die
Anfangsfehler beseitigt hatte. Die entfällt dann natürlich auch.
Vgl. auch chemische Industrie. D.h. Grundstoffindustrie paßt
zwar wegen der marginalen Gewinnspanne derzeit nichmehr nach
Deutschland, verliert man sie aber entfallen einige profitable
Bereiche darüber auch.

MfG JRD

Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung

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Zumindest beim Kohlebergbau werden die lebensverlängernden Maßnahmen
wohl noch ein bisschen weitergeführt, obwohl da schon jetzt AFAIR
70.000 EUR pro Typ fliessen. Das Problem ist, dass da rudelweise
stockkonservative Wähler dranhängen, denen niemand sagen will, dass ihr
Opi jetzt wirklich und endgültig hin ist und man die Leute, die sich
mit der Schaufel in der Hand draussen vor der Tür die Beine in den
Bauch stehen, jetzt nach locker zehn Jahren endlich mal ihre Arbeit
machen lassen soll.

Gruss
Benjamin

Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung

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Was sind klassische Ingenieure und wieso braucht man die weniger?

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Du kannst ja mal versuchen, in div. Bereichen  oder Diplom einen
Job zu finden. Dürfte "etwas" schwierig werden und das auch nicht
ohne Grund.

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Da dürfte in div. Branchen extrem selten sein.

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Richtig.


Auch richtig, nur das entsprechende Fachwissen findest Du bei einem
Meister selbst bis garnicht.

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Doch, das könnte sie. Wo soll da bitte das Problem sein? Man muß
halt sein Handwerkszeug beherrschen. In die spez. Problemstellungen
kann man sich dann relativ einfach einarbeiten.

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Quark.


Sich immer wieder selbständige in neue Problemstellungen einzuarbeiten,
ist IHMO integraler Bestandteil des Berufes. Das macht IHMO auch
gerade den Reiz aus.

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???

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Es gibt genügend potentielle Jobs, wenn die Industrie denn z.B.
mal wieder Interesse hätte, gute Produkte zu entwickeln.

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???

--
S: Minolta: Winkelsucher (VN), VC-9

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Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung
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  Leute die tatsächlich Funktionen ausüben in denen sie technisches
Wissen anwenden. Verwaltungsjobs a la "mittleres Managment" also
nicht, Vertriebsjobs also typisch nicht, Applikation typisch auch
nicht, "Systeminginöre" die glauben man kann per Mausklick aus
Komponenten Systeme zusammenwursteln auch nicht.

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Es ist ab einer bestimmten Firmengrösse seltner. Aber insbesondere
bei mittleren und Kleinunternehmen war es bisher eher der Regelfall.
Schon wegen der Altersstruktur.

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Da unterschätzt man sie, denn ...

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Der Meister wird sich nicht autodidaktisch das akademiologische
"Fachwissen" aneignen, von dem er weiss, daß es nutzlos ist.

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Potentielle Jobs machen niemand fett und die Industrie wird
einstweilen nur nachdenken wie sie sich ins Ausland verlagert.
 
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Dazu eignet sich die Bundeswehr nicht, da es sich hier traditionell
nur um US-Hilfstruppen ohne sonderliche Autorität handelt.
Überigens bringen Militärdiktaturen typisch keine wirtschaftliche
Verbesserung, da sie meist planwirtschaftliche Ideen verfolgen.
Pinochet war eine völlige Ausnahme.

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Kriminalität ist ungleich Gewaltverbrechen. Nur dumme kleine
Kriminelle fuchteln mit Pistole herum.
Schattenwirtschaft ist natürlich was anderes. In München haben
sie vor ein paar Tagen gezielt Taxifahrer kontrolliert.
Ich hab die Quote der "nicht-legalen" nicht genau in Erinnerung,
waren es 20% ?

MfG  JRD

Re: OT: Bewerbung mit Nennung der Gehaltsvorstellung
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Oh diese Jugend von heute ...

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a) quantitativ werden seit den 70er Jahren mehr und letztlich
   zuviel ausgebildet. Heute machen Ing-FH Jobs die früher
   auch Techniker oder Facharbeiter machten.
b) Industrie ist in technischem Schrumpfungsprozess durch
   Rationalisierung. Das betrifft zumindest Personalbedarf
   für Fertigung. Es gibt die Fabrikhallen mit Leuten die
   Bauteile einstöpseln oder Feinmechanik zusammenschrauben
   und von Ing beaufsichtigt werden wollen nichtmehr.
c) Wirtschaft ist in Deutschland Eurosklerose in
   Schrumpfungsprozess.

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Nur in den Medien. In Realität jammert die Industrie immer.
Wenn wirklich Bedarf bestünde, würden sie die 50jährigen
einstellen und per Weiterbildung aufpäppeln. Viele die man
vom Arbeitsamt holt und ihnen eine echte Chance gibt würden
stark motiviert sein.
In den 60/70er-Jahren hatte man echten Ing.-Mangel und war
nicht wählerisch.

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Die nächste "Asienkrise" ist vorprogrammiert eine Chinakrise, weil
sich die Investitionen dort nicht so amortisieren wie gedacht.
Ist aber für Europa egal, dann geht das Fluchtkapital eben wieder
mehr mehr Osteuropa oder USA.

MfG JRD



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